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Ein besonderer Gast: (v. l.) Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Künstlerischer Leiter Alexander Liebreich und Sozialministerin Kerstin Schreyer begrüßen Dr. Christian Strauss, den Enkel des weltberühmten Komponisten.

Richard-Strauss-Festival: Intendant verkündet große Überraschung

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Mit einem Staatsempfang ist das Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen eröffnet worden. Dabei informierte der Künstlerische Leiter Alexander Liebreich über einen großen Erfolg.

Garmisch-Partenkirchen – Den Knaller hatte sich Alexander Liebreich bis zum Schluss aufgespart. Zunächst präsentierte der Künstlerische Leiter das Programm unter dem Titel Poesie, stimmte die Gäste beim Staatsempfang darauf ein, was sie bis Samstag, 29. Juni, beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen, Ettal, Schloss Elmau und Murnau erwartet. Dann ließ er die Bombe platzen. Sein Antrag für 2020 war vom Staatsministerium für Kultur und Medien befürwortet worden. Das heißt, das Festival ist im kommenden Jahr Teil der deutschlandweit stattfindenden Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven und erhält dafür eine sechsstellige Summe aus Berlin. Davon wird unter anderem die szenische Inszenierung der Oper Fidelio mit der Akademie für Alte Musik unterstützt, die möglicherweise im Olympia-Eissportzentrum präsentiert wird. „Wir suchen aber noch alternative Spielorte“, verriet Liebreich auf Nachfrage. Außerdem erleben die Besucher am zweiten Festival-Wochenende 2020, wie der Humanismus Strauss und Beethoven verbindet. „Das hat sich so angeboten.“

Nicht allein seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass auch Berlin auf die Garmisch-Partenkirchner Reihe aufmerksam geworden ist. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hat ebenfalls Anteil daran. Beim Besuch der Rottweiler Fastnacht traf sie Bundesministerin Monika Grütters – reiner Zufall, „aber auch großes Glück“. Denn Meierhofer nutzte die Gelegenheit, um der CDU-Politikerin ausführlich von den Bemühungen der Marktgemeinde um Strauss zu erzählen und sie zum Festival einzuladen. „Somit hatte sie das schon auf dem Schirm.“ Dass Liebreich mit seinem Antrag Erfolg hatte, war auch für sie eine Überraschung. „Dann ist fürs kommende Jahr das Thema mit Strauss und Beethoven gesetzt, das kann ich mir sehr gut vorstellen.“

250.000 Euro vom Freistaat wichtig für die Zukunft des Festivals

Zunächst richtete Meierhofer beim Staatsempfang ihren Fokus aber auf das, was sie in den kommenden Tagen erwartet. Ermöglicht haben dieses Programm zahlreiche Förderer. Insbesondere hob sie den Freistaat hervor, der heuer erstmals 250.000 Euro zuschießt. „Für die Zukunft des Festivals und den Erhalt des künstlerischen Niveaus ist das von entscheidender Bedeutung“, betonte die Bürgermeisterin. Seit 30 Jahren findet die Reihe – anfangs Richard-Strauss-Tage genannt – in Garmisch-Partenkirchen statt. „In diesen drei Jahrzehnten hat Richard Strauss nichts von seiner Anziehungskraft verloren, sondern an Popularität gewonnen.“ Die Balance zwischen Tradition und Zeitgeist, die räumliche Öffnung in den Landkreis hinein und der Bezug zur heimischen Natur, die unter Liebreich erfolgen, seien somit die folgerichtigen Schritte in die Zukunft.

Die eindrucksvolle Bergkulisse hat auch Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) bei ihrer Anreise nach Garmisch-Partenkirchen gleich gefesselt. Zwar wird sie die Konzerte auf der Zugspitze, am Wank und im Innenhof von Kloster Ettal nicht erleben, jetzt kann sie sich aber vorstellen, wie gut die Musik des berühmten Komponisten in dieser Szenerie wirkt. „Strauss war ein Meister seines Fachs, ein Ausnahmekünstler, der weltweit begeistert.“ Seine Musik verbinde, bringe Leute zusammen – ein Aspekt, der ihr als Sozialministerin am Herzen liegt. „Daraus schöpfen die Menschen Kraft, das prägt unser Land und schafft Wurzeln.“

Politiker auf Landes- und Kreisebene machen sich für Richard Strauss stark

Die von Meierhofer erwähnte Unterstützung sei dem Einsatz der Landtagsabgeordneten geschuldet, betonte Schreyer. Dabei vergaß sie neben ihren Fraktionskollegen Harald Kühn und Martin Bachhuber auch Florian Streibl (Freie Wähler) nicht. Noch ist das Festival kein fester Bestandteil im Haushalt des Freistaats, „darüber wird nächstes Jahr beraten“, erklärte Kühn. Selbstredend „bemühen wir uns weiterhin mit Nachdruck darum“. Das gilt ebenso für Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der längst den Nutzen, den der Kreis daraus zieht, erkannt hat. Er gehörte zu denen, die für einen finanziellen Zuschuss gestimmt hatten. „Wichtig wäre allerdings, dass auch die Garmisch-Partenkirchner Kreisräte dafür sind“, betonte Speer. Darauf hofft er nun, wenn das Thema erneut auf die Tagesordnung kommt. Zunächst aber genießt auch er das Programm.

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