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Über 1000 Fans kommen

Großer Empfang: Garmisch-Partenkirchen feiert Laura Dahlmeier - und wie

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Es war ein Empfang, wie sie ihn verdient hat. Die dreifache Olympia-Medaillen-Gewinnerin Laura Dahlmeier wurde am Freitag bejubelt - und reichlich beschenkt. Ein Präsent hat mit einem Kindheitswunsch zu tun.

Garmisch-Partenkirchen– Jedes Kind hat Träume. Visionen, die es unbedingt einmal Wirklichkeit werden lassen will. Für die meisten bleiben solche Dinge Luftschlösser. Doch nicht bei Laura Dahlmeier. Mit gerade einmal 24 Jahren kann sie nach dem Doppel-Olympiasieg von Pyeongchang das zweite Kreuz auf ihrer imaginären Wunschliste setzen: Marisa Sattlegger, Wirtin auf der Meilerhütte, überreichte ihr am Freitag beim feierlichen Empfang auf dem Partenkirchner Kirchplatz den Schlüssel zu ihrem Reich. „Damit du mal für einen Tag Hüttenwirtin machen kannst“, sagte sie. Dahlmeier hatte die Frage „Was ich einmal werden will . . .“ in einem Freundschaftsbuch einst damit beantwortet. „Dass ich das jetzt tatsächlich einmal machen darf, ist der Wahnsinn“, sagte sie vor den über 1000 Fans sichtlich gerührt.

Ihren Humor behielt die Garmisch-Partenkirchnerin dabei gewohnt bei: „Ihr traut’s Euch scho’ was“, rief sie ihren Kollegen vom SC Partenkirchen zu. „Wahrscheinlich kemmt’s nach dem Abend nie wieder.“

„Da könnte man sich grad dran gewöhnen.“

Die Stimmung bei der Heimkehr von Olympia-Heldin Dahlmeier war prächtig. Trotz der Kälte war der Kirchplatz mit Menschen gefüllt. Bereits als die Biathletin nach der Verleihung der Ehrenbürgermedaille  das Garmisch-Partenkirchner Rathaus verlassen hatte, warteten schon Hunderte Fans, um sie bei ihrem Triumphzug durch die Marktgemeinde zu begleiten und zu beklatschen. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Landrat Anton Speer und SCP-Chef Michael Maurer fuhr sie mit einer Kutsche bis zum Partenkirchner Kirchplatz. An der Straße standen die Menschen Spalier. „Das war wirklich schön“, sagte Dahlmeier, „da könnte man sich grad dran gewöhnen.“

Überraschende Geschenke hatte nicht nur Hüttenwirtin Sattlegger mitgebracht. Von Maurer bekam Dahlmeier eine lebenslange Vereinsmitgliedschaft beim SC Partenkirchen. „Als Zeichen unserer großen Anerkennung.“ Auch Landrat Anton Speer kam nicht mit leeren Händen auf die Bühne. Der als großer Sport-Fan bekannte Politiker verlieh Laura die Ehrenplakette des Landkreises – natürlich in Gold. „Wie sollt’s denn bei so einer Wahnsinns-Frau auch anders sein?“, fragte er in Richtung Publikum. Die Menge johlte. Wo sie denn die ganzen Auszeichnungen zuhause hinpacke, wollte Moderator Roman Roell wissen. Dahlmeiers entspannte Antwort: „Ach, da werd’ ma scho an Platz schaffen.“

Wie verbunden mit der Heimat und authentisch Dahlmeier trotz aller Erfolge und dem Leben im Rampenlicht geblieben ist, wurde deutlich, als es um ihre Rolle bei der Garmisch-Partenkirchner Bergwacht ging. Auf einer Video-Leinwand zeigten die Veranstalter zunächst einen Einspieler, der Dahlmeiers Arbeit in ihrem Ehrenamt zeigt. Dahlmeier grinste über das ganze Gesicht. Zur Krönung übernahm im Anschluss Bereitschaftsleiter Thomas Müller – das ist er im Übrigen gemeinsam mit Lauras Papa Andreas – das Wort. „Das Besondere an der Laura ist, dass sie einfach nur die Laura ist“, sagte er. Ein lockerer Spruch, der jedoch so viel mehr ist, als nur das. Er bedeutet: Die Laura, die lässt sich nicht verbiegen. Die ist eine von uns. Bei der Geschenkauswahl bewies Müller Kreativität: Eine historische Kletterausrüstung und ein DAV-Heft aus dem Jahr 1935 mit alten Touren durch das Oberreintal brachte er mit.

Hochzufrieden mit dem Abend war Organisator Michael Maurer: „Das war ein Fest, wie es die Laura verdient hat.“ Auch dass er viele Mitglieder vom SC Garmisch unter den Zuschauern sah, freute ihn. „Bei der Ehrung einer so tollen Sportlerin sollte man die Vereinsbrille auch einmal abnehmen. Da müssen Garmischer und Partenkirchner zusammenhalten.“

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