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Am Gudiberg hat Training Vorrang

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Abendliches Skivergnügen: An drei Abenden war der Gudiberg jetzt für die Allgemeinheit geöffnet, was insgesamt 320 Skifahrer nutzten. foto: sehr
Abendliches Skivergnügen: An drei Abenden war der Gudiberg jetzt für die Allgemeinheit geöffnet, was insgesamt 320 Skifahrer nutzten. foto: sehr

Garmisch-Partenkirchen - Eine Weltcup-Piste im Flutlicht hinunterbrausen - das nutzten 300 Skifahrer an drei Abenden auf dem Gudiberg. Angesichts von Millionen-Investitionen werden immer wieder Forderungen laut, Hang und Lift stärker touristisch zu vermarkten.

Im Rennkalender des Internationalen Skiverbandes (FIS) spielt der Gudiberg die nächsten Jahre keine Rolle. Bis 2017 findet kein Slalom auf dem Hang statt, der im Vorfeld der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 aufwändig umgebaut und mit einem modernen Sessellift versehen wurde. 6,8 Millionen Euro investierte der Markt in dieses Projekt - 5,1 für Beschneiung, Pistenbau und Funktionsräume sowie 1,7 für die Bahn. Insgesamt vier Millionen Euro davon flossen als Zuschuss. „Dieses Geld haben wir nicht für die Ski-WM bekommen, sondern für den Trainingsbetrieb“, stellt Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) klar. Ideen, die Anlage auch für touristische Zwecke in Betrieb zu nehmen, müssten daher genau abgewogen werden: „Zuviel anderweitige Nutzung ist förderschädlich.“

Dieses Dilemma ist auch Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende der CSU im Gemeinderat, klar. „Trotzdem brauchen wir unbedingt ein

Konzept, am besten für das gesamte Areal, in dem auch der Tourismus berücksichtigt wird.“ Angesichts der Millionen-Investitionen sei ein Ganzjahresbetrieb erstrebenswert. „Sonst war das alles viel zu teuer.“

Eine permanente Sommernutzung sei allerdings schwierig, unterstreicht Schmid. „Eine Idee ist, den Wanderweg von der Bergstation nach Graseck wiederzubeleben.“ In diese Überlegungen könne auch der Sessellift einbezogen werden. All das müsse aber unter der Prämisse geschehen, die Vorgaben der Zuschussgeber nicht zu verletzen.

„Ein Riesentraum wäre, am 1. Januar nach dem Skispringen einen Slalom am Gudiberg zu machen“, sagt Schmid. „Das würde sicher auch mit den Fernsehstationen klappen.“ Dem kann sich Koch nur anschließen: „Für mich ist der Gudiberg einer der schönsten Slalomhänge.“ Daher fordert sie erneute Gespräche, um ihn wieder in den Renn-Kalender aufzunehmen - vorzugsweise am 1. Januar.

Ein Vorschlag, den auch Walter Vogel, Geschäftsführer der DSV (Deutscher Skiverband) Marketing GmbH, kennt: „Diese Idee spukt schon lange in unseren Köpfen herum, aber sie scheitert bisher an ganz einfachen Fragen des Marketings: Wenn man eine Vierschanzentournee mit dem Hauptsponsor Honda hat, und daneben soll ein Alpin-Rennen mit dem Titelsponsor Audi stattfinden, dann ist das schwierig.“ Diese Probleme seien sicher zu lösen, „aber ich denke, dass der Deutsche Skiverband mit dem Neujahrsskispringen und dem Parallel-Slalom an Neujahr in München, der extrem hochwertig ist und international wahnsinnig hohes Renommee genießt, gut aufgestellt ist.“ Für künftige Rennen verliere der DSV den Hang am Olympia-Skistadion freilich nicht aus den Augen, verspricht Vogel - auch „weil der Gudiberg ein ganz toller Slalomberg ist“.

Davon konnten sich Garmisch-Partenkirchner und Gäste an drei Montagabenden überzeugen. Der Publikumslauf „ist sehr gut angenommen worden“, sagt Markus Anwander, Leiter des Olympiastützpunkts (OSP). Nach Auskunft der Gemeinde waren es 320 Wintersportler, die dieses Angebot nutzten. „Das war jetzt möglich, weil bei uns nicht mehr so viel los und die Piste außerdem griffig ist“, sagt Anwander. Im tiefsten Winter sei der steile Hang zu hart, zu eisig und dadurch zu schwierig, um ihn für den allgemeinen Skilauf zu öffnen. Dazu kommt, dass die Piste während der Wintermonate - in diese Saison ab Anfang Dezember - voll ausgebucht ist. „Der Hang ist täglich im Einsatz und zwar meistens bis 20 Uhr.“

Tanja Brinkmann & Matthias Holzapfel

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