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Siegerehrung im Zielbereich: Durch die Verlegung der Tribüne herrscht nun deutlich mehr Stadion-Atmosphäre.

Halbzeitbilanz beim Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

Hochzufrieden mit dem Damen-Wochenende

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Garmisch-Partenkirchen - Halbzeit-Bilanz auf der Kandahar: Traumwetter und spannende Rennen sorgten dafür, dass Zuschauer, Veranstalter und Polizei hochzufrieden mit dem Damen-Wochenende sind. Gleich nach dem Super-G begann das Team um OK-Chef Peter Fischer bereits mit den Vorbereitungen auf die Herren-Rennen.

„I love Garmisch.“ Eine Liebeserklärung an den Ort und vor allen an die Weltcup-Rennen, die Peter Fischer nicht kalt lässt. Es sind Aussagen wie die von Alan Kildow, dem Vater der Abfahrtssiegerin Lindsey Vonn, die ihn in seinem Kurs bestärken. Und freuen. Wie das uneingeschränkte Lob für ihn und sein Team bei der Mannschaftsführersitzung. „Das ist unser Lohn“, betont der Chef des Weltcup-Organisationskomitees. Ausruhen wird er sich darauf keinesfalls. Das geht auch gar nicht, wenn man wie er „Sport auf höchstem Niveau“ bieten will.

Zufrieden mit dem Damen-Wochenende: OK-Chef Peter Fischer.

Mit kritischem Blick stand Fischer am Samstag und Sonntag auf der Tribüne. Ziemlich weit oben, von dort entging ihm nichts. Und er sah die zufriedenen Gesichter der Zuschauer – bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad beim Abfahrtsrennen waren es rund 2500, beim Super-G, der erst mittags startete, gut 3000. Er bemerkte aber auch das ein oder andere, was geändert werden muss. „Das ist ein Prozess“, betont der Garmisch-Partenkirchner. „Will man zu den Top-5 der Weltcup-Veranstalter gehören, ist es wichtig, sich ständig weiterzuentwickeln.“ Dafür brauche es einen „so peniblen Pedanten, wie ich einer bin“.

Mit dem Wochenende, bei dem mit der amerikanischen Beauty Lindsey Vonn (Abfahrt) und der Schweizer Strahlefrau Lara Gut (Super-G) die Vorjahressiegerinnen wieder auf der Kandahar gewonnen haben, ist Fischer „sehr zufrieden“. Dazu trägt neben seiner Mannschaft, von der ein Teil gestern gleich nach den Rennen mit dem Abbau des Damen-Starts begann, vor allem das Wetter bei. „Bei strahlend blauem Himmel sind da Bilder in die Welt geschickt worden, die die Skiwelt braucht.“

Zudem seien die Motive, die im Fernsehen ausgestrahlt wurden, „eine tolle Werbung“, meint Vize-Polizeichef Thomas Holzer. Das Wetter hat ihm und seinen Kollegen heuer voll in die Karten gespielt. Angesichts der Minusgrade waren nämlich die Wiesen gefroren, so dass diese als Parkplätze zur Verfügung standen. „Das ist entscheidend für einen reibungslosen Ablauf.“ Fischer und seinem Team bescheinigt Holzer „eine sehr gute Organisation“. An beiden Renntagen habe es von Seiten der Polizei keinerlei Beanstandungen gegeben: „Wir sind hochzufrieden.“ Dazu kommt, dass die Ski-Fans im Gegensatz zu vielen Fußball- oder Eishockey-Anhängern, unter denen es durchaus zu Krawallen kommen kann, völlig entspannt sind. „Die sind da, um Spaß zu haben.“ Und den hatten die Zuschauer, die enthusiastisch und fair alle Starterinnen anfeuerten.

Fürs kommende Wochenende, an dem zwei Abfahrten (Freitag 13.05 und Samstag 12 Uhr) sowie ein Riesenslalom (Sonntag 10.15 Uhr) der Herren auf dem Programm stehen, erwartet er mehr Zuschauer. Zu Recht. Die Sitzplätze auf der Tribüne sind schon weitgehend ausverkauft. Deshalb hofft Holzer, dass die Wiesen auch dann gefroren sind und ihn ähnlich entspannte Rennen erwarten.

Für Fischer und seine Mannschaft geht die Arbeit am Montag nahtlos weiter. 50 Helfer beginnen, die Strecke herzurichten, im Lauf der Woche wird die Zahl stetig erhöht, bis schließlich 450 im Einsatz sind. Was die Männer und Frauen leisten, verdiene höchsten Respekt, betont der OK-Chef. Anstrengend, gerade wegen der Kälte der vergangenen Tage sei’s gewesen. Dass die Atmosphäre unter den Leuten trotzdem sehr gut ist, begeistert Fischer. Vor allem angesichts der optimalen Wetterbedingungen „macht es allen viel Spaß“. Das und das positive Feedback der Starter motivieren auch ihn. Was die Vertreter der großen Nationen, die ja weltweit unterwegs sind, zu seiner Veranstaltung sagen, „horche ich mir immer sehr genau an“, versichert er. „Ich bin selbstkritisch.“ Liebeserklärungen an den Ort und an die Kandahar wie von Lindsey Vonns Vater gab’s keine mehr. Dafür wurde ihm bescheinigt „einer der besten Organisatoren“ im Weltcup-Zirkus zu sein. „Da geht einem das Herz auf.“

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