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Schultern sind sein Steckenpferd: Dr. Andreas Thannheimer ist der neue Leitende Arzt der Unfallchirurgie und Sportorthopädie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Dr. Andreas Thannheimer wechselt ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Der Handwerker in der Unfallchirurgie

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In der Unfallchirurgie und Sportorthopädie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen gibt’s einen neuen Leitenden Arzt: Dr. Andreas Thannheimer hat diese Aufgabe von Dr. Peter Gutsfeld übernommen. Der Herausforderung stellt sich der 53-Jährige gern und plant auch schon, wie die Abteilung ausgebaut werden kann.

Garmisch-Partenkirchen – Architektur oder Medizin – vor dieser Frage stand Andreas Thannheimer nach dem Abitur. Ein viermonatiges Praktikum beim Zimmerer, eins in einem Planungsbüro hätten den Münsinger fast auf diesen Kurs gebracht. „Es hat Spaß gemacht, ich war schon immer Handwerker.“ Diese Passion kann er freilich als Chirurg ebenfalls ausleben. Der Laufbahn, für die er sich letztlich entschied. „Ähnlich, wenn auch mit etwas filigranerem Werkzeug“, beschreibt der 53-Jährige seine Tätigkeit. Und die hat ihn jetzt zurück ans Klinikum Garmisch-Partenkirchen geführt. Als Leitender Arzt der Unfallchirurgie und Sportorthopädie. Eine Position, die Dr. Thannheimer auch der energischen Fürsprache seines Vorgängers, Dr. Peter Gutsfeld, verdankt. „Er wollte, dass die Abteilung gut weiterläuft.“ Eine „spannende Aufgabe“, die Thannheimer, der seit 2001 an der Unfallklinik Murnau (UKM) gearbeitet hat und der im Rahmen der Kooperation von 2009 bis 2011 schon einmal am Klinikum wirkte, sofort ansprach. „Es war beinahe wie Heimkommen.“

Drei Monate arbeiteten die Mediziner Seite an Seite, dann wechselte Gutsfeld als Oberarzt in die Ohlstadt-Klinik, eine Reha-Einrichtung. Und Thannheimer, der mit seiner Familie in Uffing lebt, wurde nach einem ruhigen Start zum Jahreswechsel gleich mit dem vollen Spektrum an Ski-Unfällen und allen anderen Verletzungen, die Schnee und Eisglätte mit sich bringen, konfrontiert. 111 Prozent Belegung waren’s im Januar, gefühlt 120 jetzt im Februar. Eine Herausforderung stellten die beiden Weltcup-Wochenenden dar, insbesondere das der Herren mit schwersten Verletzungen. „Das sind besondere Bedingungen, unter denen wir da arbeiten“, räumt Thannheimer ein. Und Blessuren, die man sonst vor allem von Motorradfahrern kennt. Auch die sind mit extrem hohen Geschwindigkeiten unterwegs, „da geht man einfach ein Risiko ein“. Das gute Miteinander mit den Einsatzkräften an der Strecke, die stets von einem erfahrenen Kollegen aus dem Klinikum unterstützt werden, hebt er explizit hervor.Bei den Damen war’s Dr. Christoph Mößmer, bei den Herren gab Dr. Christian Schaller, der als Chefarzt ans Krankenhaus Brixen/Südtirol wechselt, seine Abschiedsvorstellung. Durch diese vertrauensvolle Zusammenarbeit sei es auch möglich gewesen, Valentin Giraud Moine, der sich bei seinem schweren Sturz bei der Abfahrt auf der Kandahar beide Knie ausgekugelt hatte, „zack, zack“ zu versorgen. Ein Glücksfall: „Er hätte seine Beine verlieren können.“

Thannheimer, der selbstverständlich das gesamte unfallchirurgische Spektrum beherrscht, nennt Schultern sein besonderes Steckenpferd. Dieser Bereich –- chirurgisch und endoprothetisch – soll unter seiner Regie noch verstärkt werden. Genau wie die Kindertraumatologie, die durch die Kooperation mit der Kinderklinik in Garmisch-Partenkirchen bestens aufgehoben ist. Mit den Kollegen vom UKM werde daher auch überlegt, an der Auenstraße spezielle Betten für Verbrennungsopfer anzusiedeln. „Gerade für die Behandlung kleinerer Kinder haben wir hier die besseren Strukturen.“ Auf seiner Agenda steht außerdem der weitere Ausbau der Alterstraumatologie. „Die Abteilung wird wachsen“, bestätigt Thannheimer. Das steht fest. Lediglich die Details seien noch nicht ausgekartelt.

Der neue Job macht ihm Spaß. Richtigen Spaß. „Der Zusammenhalt ist gut, alles ist etwas familiärer als im UKM.“ Und das Klinikum sei hervorragend aufgestellt. Trotz seiner Begeisterung für die Arbeit will sich der Vater zweier Töchter – die eine macht heuer Abitur, die andere studiert Medizin – auch seinen Hobbys widmen. Gemeinsame Skitouren mit Gutsfeld, Skifahren, Wandern, Radeln – und natürlich Segeln am Starnberger See oder am Staffelsee zählen zu seinen Passionen. Nicht zu vergessen das Schreinern. „Meine Werkstatt daheim ist relativ gut eingerichtet“, verrät er schmunzelnd. Kein Wunder, er ist ja Handwerker.

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