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Umstritten: der Mast an der Törlenstraße.

Handy-Mast in Garmisch-Partenkirchen

Mobilfunk-Streit: Weit entfernt vom Grenzwert

Der Funkmast an der Törlenstraße erhitzt weiter die Gemüter in Garmisch-Partenkirchen. Nun stellt ein Experte die Mess-Ergebnisse vor, die deutlich niedriger ausfallen als erwartet.

Garmisch-Partenkirchen – Im Vergleich zu vielen anderen Ländern darf die Belastung durch Mobilfunkstrahlung in Deutschland um ein Vielfaches stärker sein. Der Grenzwert – der in der Einheit Volt per Meter (V/m) gemessen wird – ist hierzulande auf 40 festgesetzt. Zum Vergleich: In Belgien liegt diese Marke bei 21, in China bei 12 und in der Schweiz bei 4. Selbst an den letzten, eher niedrigen Wert kommt die Strahlung des umstrittenen Funkmastens in der Törlenstraße in Garmisch-Partenkirchen nicht heran. Das hat sich in der Sitzung des Bauausschusses gezeigt, bei der den Gemeinderäten das Ergebnis einer Immissionsmessung präsentiert wurde.

Verantwortlich zeichnet mit Hans Ulrich dafür jemand, der schon viele Kommunen als Kunden hatte, das Ingenieurbüro „funktechanalyse“ betreibt und vormals für das Umweltinstitut in München gearbeitet hat. „Ganz wichtig ist mir die Unabhängigkeit“, stellte er eingangs seiner Präsentation dar. In der erinnerte Ulrich daran, dass die Funkanlage an der Törlenstraße – gegen die eine Bürgerinitiative erfolglos gekämpft hat – erst im September 2018 von der Telekom voll in Betrieb genommen worden ist. Gemessen wurde daraufhin an sieben verschiedenen Standorten: an der Katzenstein-, Törlen-, Grainauer, Hochblassen-, Zugspitz- und Riesserseestraße. Dabei zeigte sich, dass die gemessene Belastung zwischen 0,5 und 3,1 V/m liegt – das entspricht zwischen 1,2 und 7,5 Prozent des deutschen Grenzwerts. Anhand einer Grafik verdeutlichte Ulrich dann, wo man diese Betriebswerte einzuordnen hat. Denn die Strahlenbelastung wäre viel stärken, wenn die Telekom die Anlage gemäß ihrer Standortbescheinigung voll aufdrehen würde.

Ob das längst schon passiert sein kann, war eine der Fragen, die Anton Hofer, Sitzungsbesucher und Vertreter der Bürgerinitiative, stellen konnte. Weil er von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) Rederecht bekommen hatte. Wie Ulrich erklärte, muss eine Anlage heutzutage für eine Leistungssteigerung nicht mehr umgebaut werden. „Das geht per Mausklick.“ Von daher kann die Immissionsmessung nur eine Moment-Aufnahme sein.

Zugleich beruhigte er die Initiativen-Mitglieder: Seiner Erfahrung nach halten sich die Mobilfunk-Unternehmen sehr genau an die Vorgaben und achten darauf, dass es keine „Schwarz-Strahlung“ gibt. „Gerade in einem Ort, in dem es zu dem Thema so viel Presse gab, wie bei ihnen.“ Deshalb verneinte er auch Hofers Frage, ob es sinnvoll sei, sich Geräte zu kaufen und die Belastung selbst zu messen. Dass es dabei einen Volltreffer geben könnte, „das halte ich für sehr unwahrscheinlich.“

Die Daten

von Hans Ulrich zu der Immissionsmessung sind auf der Seite der Marktgemeinde unter https://buergerservice.gapa.de/ verlinkt.

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