Erste Bilanz des eingeführten Volumentarifs

Ab in die Tonne: Hausmüll-Mengen steigen

Davor warnten Kritiker von Anfang an. Sie befürchteten, dass durch die Umstellung vom Gewichts- auf den Volumentarif die Rest- und Sperrmüllmengen ansteigen. Jetzt hat sich gezeigt, dass ihre Prognosen berechtigt waren.

Landkreis – Es ist keine Überraschung: Die Rest- und Sperrmüllmenge im Landkreis ist 2017 im Vergleich zu 2015 um 20 Prozent angestiegen. Dies geht aus Antworten der Landkreisverwaltung auf eine Anfrage von Kreisrätin Christl Freier (Bündnis 90/Die Grünen) hervor. Auskunft bekam die Oberammergauerin in der Sitzung des Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses.

Hintergrund des Anstiegs ist dieUmstellung vom Gewichts- auf den Volumentarif, die zum 1. Juli 2016 erfolgte. Die Rest- und Sperrmüllmenge wuchs im vergangenen Jahr auf 6300 Tonnen an. Beim Bioabfall erhöhte sich der Umfang um rund 30 Prozent auf etwa 2700 Tonnen. Er wird in der Biogasanlage der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen verwertet.

„Die Rest- und Sperrmüllmengen im Bereich des Marktes Garmisch-Partenkirchen gingen um circa 200 Tonnen zurück“, teilte die Kreisbehörde mit. Es könne nur spekuliert werden, ob dies der Menge des „Mülltourismus“ zu Zeiten der Verwiegung entspricht. Die Entwicklung der „wilden Ablagerungen“ konnte das Landratsamt mengenmäßig nicht darlegen. Denn diese würden zum großen Teil über Hausmüllbehälter (die hierfür an den Wertstoffhöfen vorgehalten werden) entsorgt und aufgrund des neuen Volumentarifs nicht mehr verwogen.

Dessen Einführung wurde 2015 im Kreistag kritisiert. So konnte sich Freier damals nicht mit der 80-Liter-Tonne als kleinstem Müll-Behälter anfreunden. Die Grünen begehrten nun eine Zwischenbilanz. Und die bekamen sie geliefert.

„Häufig landen noch Speisereste in der Restmüll- statt in der Biotonne“, heißt es seitens der Kreisbehörde weiter. Um die Restmüllmenge zu reduzieren und den Biomüllanteil zu steigern – und damit auch die Auslastung der Biogasanlage zu verbessern – werden derzeit die Bürger für dieses Thema sensibilisiert. Dies passiert unter anderem durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit, wie etwa die kostenlose Verteilung von Papiertüten für Bioabfall. Die laufende Aktion „Die richtige Biotüte für den Biomüll“ der Gemeindewerke und des Landkreises soll unter anderem auf das Problem der Fremdstoffe im Bioabfall aufmerksam machen. Um diesen verwerten zu können, darf kein Plastik oder ,Bioplastik‘ enthalten sein. „Dies ist im gesamten Landkreis (auch im Markt Garmisch-Partenkirchen) leider häufig noch der Fall“, teilte das Landratsamt mit.

Freier hatte sich zudem nach Entsorgungswegen erkundigt. Die Antwort: Den Rest- und Sperrmüll bringt man zur Müllverbrennungsanlage Ingolstadt. Das Altglas landet bei der Firma Verallia in Bad Wurzach. Dort bereitet man es auf, bevor es wieder zu Glasbehältern verarbeitet wird. Der Inhalt der Gelben Säcke wird über das DSD (Duale System Deutschland) bei der Firma Wurzer in Eitting sortiert. Weißblech verarbeitet man in Stahlwerken, einige Kunststoffarten gehen zur Systec Plastics in Eisfeld, Getränkekartons zur Papierfabrik Mondi in Raubling oder Aluminium zu den Firmen Alunova oder Pyral. 

Roland Lory

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kollision an der Zugspitzstraße: zwei Verletzte
Ein Verkehrsunfall hat sich am Sonntagnachmittag in Garmisch-Partenkirchen ereignet. Ein Motorrad und ein Pkw sind zusammengekracht.
Kollision an der Zugspitzstraße: zwei Verletzte
Sanierungsstau in den Schwimmbädern: Droht Grainau die Schließung?
Einen massiven Sanierungsstau bei Bayerns Frei- und Schwimmbädern kritisiert die SPD-Landtagsfraktion. Sie veröffentlichte eine entsprechende Übersicht. Auch …
Sanierungsstau in den Schwimmbädern: Droht Grainau die Schließung?
Beratung bei „Frau Agnes“: SkF eröffnet Außenstelle in Mittenwald
Café trinken, Kontakte knüpfen, kompetente Beratung erhalten – und das alles gleichzeitig: Dieses Angebot gibt es nun in Mittenwald. Der Sozialdienst katholischer Frauen …
Beratung bei „Frau Agnes“: SkF eröffnet Außenstelle in Mittenwald
Spektakulärer Abstieg bei Mittenwald: Hirten bringen Schafe ins Tal - auf gefährlichsten Pfaden
Das ist kein Arbeitsplatz für jedermann: Junge Hirten haben am Wochenende die letzten Schafe von den Almen am Bärnalpl bei Mittenwald in Richtung Tal abgetrieben. …
Spektakulärer Abstieg bei Mittenwald: Hirten bringen Schafe ins Tal - auf gefährlichsten Pfaden

Kommentare