Fleißige Helfer: Das bewährte SCP-Team räumt schon mal die Tribünen frei. foto: Kornatz

Hellblau wie der SC Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen - Mit einem neuen Marketingkonzept startet die Vierschanzentournee in diesem Jahr: Die Vorbereitungen fürs Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen laufen

Hellblau - besser hätte es die Verantwortlichen des Skiclubs Partenkirchen (SCP) nicht treffen können. Hellblau ist die neue Farbe des Neujahrsspringens. Hellblau sind alle Fahnen, alle Wimpel, alle Werbetafeln. Und hellblau ist auch der Verein. Schließlich sind die Partenkirchner die „Blauen“. Immer schon. Man nehme nur den traditionellen Skiclub-Pullover, hellblau mit einem weißen „V“ am Ausschnitt. Im Gegensatz dazu gibt’s im Ortsteil Garmisch die „Roten“. Die haben freilich mit dem Skispringen nichts zu tun. Rot und Blau - fast so wie in Münchner Fußballerkreisen mit den Bayern und den Sechzgern.

Hellblau also ist angesagt am 1. Januar 2011, wenn die Welt-Elite der Skispringer über die Große Olympiaschanze geht. Rot übrigens in Oberstdorf, Grün in Innsbruck und Dunkelblau in Bischofshofen. Der neue Vermarktungspartner der Vierschanzentournee, die Schweizer Agentur Infront Sports & Media, hat der Traditionsveranstaltung eine neue Optik verpasst - und ihren alten Namen. So heißt das Skisprung-Spektakel künftig wieder ganz offiziell Vierschanzentournee. „Der Titelsponsor fällt weg“, betont Michael Maurer, Präsident des SCP und des Organisationskomitees für das Neujahrsspringen. „Davon erhofft man sich vor allem eines: die Stärkung der Marke Vierschanzentournee.“ Dafür haben die Sponsoren offenbar auch Verständnis: So hat beispielsweise Sportartikel-Hersteller Jack Wolfskin sein Engagement verlängert, obwohl die Tournee nun nicht mehr dessen Namen trägt.

Für die Vereine entstehen durch die Neuausrichtung keinerlei Nachteile, etwa in Form von finanziellen Einbußen. „Die Sponsorenstruktur ist letztlich zwar schlanker aber exklusiver geworden“, bestätigt Maurer.

Spricht also nichts gegen einen erfolgreichen Auftakt ins Jahr 2011. Denn der bis dato sehr strenge Winter hat die Präparierung der Anlage im Olympia-Skistadion in diesem Jahr auch etwas erleichtert. Die Arbeiter um Florian Dreher, Stadionchef der Marktgemeinde, mussten heuer nicht bangen, ob sie die Schneekanonen würden anschmeißen können. Die frostigen Temperaturen Mitte Dezember waren ideal für die Vorbereitungen. „Wir haben eine Woche lang, 24 Stunden am Tag, Schnee produziert“, verdeutlicht Dreher. Insgesamt stecken schon zum jetzigen Zeitpunkt, gut eine Woche vor dem Springen, rund 300 Arbeitsstunden im Aufsprunghügel und Schanzenauslauf. Mit einem siebenköpfigen Team ist Dreher am Werk. „Während die Schneekanonen gelaufen sind, haben wir im Schichtbetrieb gearbeitet. Einer musste sogar nachts im Stadion sein, um die Schneekanonen zu überwachen.“ Nun fehlt nur noch der Feinschliff. „Der Schnee muss sauber verteilt und die Ränder am Aufsprung geglättet werden.“ Zuletzt wird dann die Eisspur im Anlauf präpariert.

Ohne Kunstschnee geht übrigens im Skistadion gar nichts. „Eine so große Schanze mit Naturschnee herzurichten, macht wenig Sinn“, betont Dreher. „Für die 35 Zentimeter Auflage auf dem Hügel bräuchten wir einen Meter Naturschnee.“ Und darauf dürften die Verantwortlichen sicher lange warten. (cf)

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