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Erstklassige Darbietungen gibt‘s beim Richard-Strauss-Festival: Wie hier „Ariadne auf Naxos“ vom Wiener Staatosopernensemble im Jahr 2013. 

Offener Brief an die Kommunalpolitiker

Hilferuf der Kulturschaffenden

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Die Sorge treibt sie um, die Kulturschaffenden und -interessierten in Garmisch-Partenkirchen. Deshalb wenden sie sich mit einem Offenen Brief an die Kommunalpolitiker. Ihr Anliegen: ein direkter Ansprechpartner für kulturelle Angelegenheiten im Rathaus.

Garmisch-Partenkirchen – Schon in der Bayerischen Verfassung heißt es: „Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. Er dient dem Gemeinwohl. Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die kulturelle Überlieferung.“ Der Umkehrschluss aus dem, was vor gut 70 Jahren verankert wurde, ist: Kultur zählt mit zur Daseinsvorsorge. Daran erinnert auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) immer wieder. Allein diese Feststellung ist den Kulturschaffenden in Garmisch-Partenkirchen aber nicht genug. Vor allem vor dem Hintergrund, dass gerade jetzt die Weichen neu gestellt werden. Die Verträge fürs Richard-Strauss-Festival und „Musik im Park“ laufen heuer aus, der Kultursommer muss nach der Insolvenz von Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia insgesamt auf neue Beine gestellt werden.

„Wir beobachten mit großer Sorge, dass kulturelle Angebote, Einrichtungen und Initiativen in Garmisch-Partenkirchen in ihrer Arbeit und manche sogar in ihrem Bestand bedroht sind; das betrifft sowohl die Leuchttürme wie den Kultursommer mit der Michael-Ende-Woche und das Strauss-Erbe mit dem international anerkannten Richard-Strauss-Festival, als auch die Pflege und Betreuung der vielen künstlerischen Gruppen und kulturellen Initiativen in der Gemeinde.“ In einem Offenen Brief wenden sich die Vertreter der Ehrenamtlichen – Markus Schneider und Gudrun Stadler für den Kulturbeutel, Michaela Gräper und Bettina Hobel für den Künstlerbund Garmisch-Partenkirchen, Gerty Roscher für die Werdenfelser Künstler, Dr. Albert Siepe für die Orgagruppe der Kulturschaffenden, Jo Jonietz fürs DokuFilmForum, Hanns-Martin Hager für jazzGAP sowie Johanna Bittner-Siepe für filmkunstGAP – nun an die Bürgermeisterin und die Mitglieder des Gemeinderats. „Eine Reaktion haben wir noch nicht bekommen“, sagte Siepe gestern auf Tagblatt-Nachfrage. Freilich wurde das Schreiben auch erst Dienstagnachmittag verschickt.

Eine, die dieses schon gelesen hat, ist Meierhofer. Den „Hilferuf der Kulturschaffenden und -interessierten“ kann sie sehr gut nachvollziehen. Allerdings unterstreicht sie auch, „dass wir als Kommune nicht alles gleichzeitig stemmen können“. Am Mittwochabend erst stand das Strauss-Festival auf der Agenda des Gemeinderats. Ein Herzensanliegen der Bürgermeisterin. Wichtig ist ihr außerdem, dass endlich ein Leitbild für Garmisch-Partenkirchen aufgestellt wird. „Eines, in dem es nicht nur um die Ortsentwicklung geht, sondern auch um Tourismus, Sport und natürlich die Kultur.“ Ein solches Papier existiert nicht, bislang werden alle Entscheidungen eher aus dem Bauch heraus getroffen.

Das bekommen auch die zu spüren, die sich für die Kultur in der Marktgemeinde engagieren. „Uns fehlt schon einmal ein Ansprechpartner“, bedauert Siepe. Einer, der sich kümmert, der vernünftig vernetzt ist, und der auch über ein kleines Budget verfügt. Deshalb plädieren er und seine Mitstreiter für „eine in der Gemeindeverwaltung verankerte Koordinierungsstelle für kulturelle Angelegenheiten“. Das Fehlen einer solchen Stelle habe sich gerade in letzter Zeit zum Beispiel bei der Ausrichtung der ersten Kulturnacht bemerkbar gemacht, bedauert Siepe. Aber auch in Hinblick auf die Bündelung, Neuausrichtung und Vermarktung aktueller Kulturangebote, bei der Unterstützung von Initiativgruppen oder der Beschaffung von Ausstellungsräumen für Künstlergruppen werde immer deutlich, dass ein konkreter Ansprechpartner fehlt.

Abhilfe erhoffen sich die Unterzeichner von der Politik. „Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie die Einrichtung einer Kultur-Koordinierungsstelle in der Gemeindeverwaltung forcieren“, lautet ihr eindringlicher Appell. Diesen will Meierhofer auch im Gemeinderat thematisieren. Zunächst wartet aber auch sie ab, wie die Empfänger des Offenen Briefs auf dessen Inhalt reagieren.

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