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Parade der historischen Zugmaschinen: Zahlreiche Schaulustige säumen die Straße, auf der 172 Traktoren und Zugmaschinen von anno dazumal an ihnen vorbeiziehen.

Schau der historischen Traktoren 

Alte Traktoren werden bei der Partenkirchner Festwoche zu Stars

Nicht die Trachtler, sondern 172 historische Traktoren waren am Sonntag die Stars der Partenkirchner Festwoche. Das Oldtimer-Treffen hat tausende Zuschauer angelockt.

Garmisch-Partenkirchen – Irgendwie passend: Ausgerechnet der Jugendleiter der Partenkirchner Trachtler hatte auch den kleinsten Bulldog: Beim gestrigen 10. Partenkirchner Oldtimer-Treffen der landwirtschaftlichen Zugmaschinen war es nämlich Hans Witting (vulgo Langerbeck), der mit seinem anno 1962 gebauten und sechs PS schwachen Gutbrod-Schlepper den wohl kleinsten aller 172 Traktoren und Zugmaschinen präsentierte. „Und doch zieht er immer noch ganz gut“, sagte Witting und blickte ohne Neid auf die anderen lautstark fahrenden, schnaubenden, rauchenden und röhrenden Diesel-Fahrzeuge einer längst vergangenen Zeit.

Die meisten der Motor-Veteranen, die da durch die Ludwig- und Münchnerstraße vor ein paar tausend Zuschauern zum Festzelt ratterten, kamen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dieser ist offenbar erstaunlich stark mit historischen Bulldogs ausgestattet, schließlich durften die Maschinen das Zulassungsalter 1970 nicht unterschreiten. Die Oldtimer waren also die Stars der Festwochen-Eröffnung. Nicht wie sonst standen die strammen Plattler, feschen Madl und Trachtenkinder im Mittelpunkt, sondern Technik aus der Vergangenheit, gebaut zwischen 1935 und 1970. Die Trachtler waren natürlich dennoch dabei, und zwar auf Anhängern, in denen sonst Holz und Heu transportiert wird, diesmal aber als fröhlich aufspielende Musikgruppen, die den Bulldog-Lärm ein bisserl modifizierten.

Die beiden ältesten Maschinen kamen aus Garmisch-Partenkirchen: 1935 war der Irus-Motormäher von Luis Weingand aus Wamberg gefertigt worden und 1938 der Deutz-Bulldog von Franz Rieger aus Partenkirchen. Bis aus Eberfing, Marnbach, Iffeldorf, Eglfing und Weilheim waren die Fahrzeuge auch aus dem Nachbar-Landkreis angereist. Viele davon wurden per Lkw zum Schützenhaus transportiert, wo am Vormittag die antiken Fahrzeuge erst einmal in Schwung gebracht und registriert wurden. Insbesondere die einheimischen Männer besichtigten dort die vielen Raritäten und fachsimpelten über die historischen Maschinen, die da sauber aufgereiht beim Schützenhaus unter die Lupe genommen werden konnten. Aus Seefeld und der Leutasch waren auch einige Tiroler angerollt, fast ausschließlich mit Maschinen der österreichischen Marke Steyr.

Von diesem in Deutschland eher raren Typ abgesehen, konnte man bei diesem Fest der alten und immer noch bestens funktionierenden Traktoren viele alte grüne Fendt-Dieselrösser, einige schwarze Lanz-Bulldogs, betagte Deutz-Schlepper, elegante rote Porsche-Diesel, schwere MAN-, graue Schlüter-Exemplare, blaues Eicher-Gerät und zahlreiche Hanomags, die anscheinend hierzulande früher besonders beliebt waren, bestaunen. Nicht zu vergessen natürlich die große Anzahl von Ur-Unimogs, die gegenüber heutigen Modellen ihre Ahnen eher als Spielzeug erscheinen lassen, obwohl auch sie schon erstaunlich geleändegängig waren. Viele verborgene Schätze bringt jedenfalls solch ein Oldtimer-Treffen hervor. Eine wahre Freude für jeden, der sich noch an alter Technik erfreuen kann.

Hier gibt‘s die schönsten Bilder vom Oldtimer-Treffen:

Bilder: Oldtimer-Treffen in Partenkirchen

Wolfgang Kaiser

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