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Das Naturschauspiel Partnachklamm hat ab sofort wieder geöffnet.

Finanzausschuss 

Höhere Eintrittspreise für die Partnachklamm

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Die Preise für einen Besuch in der Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen ziehen an. Der Grund: Baumaßnahmen. Einheimische und Kurgäste erhalten dennoch weiter einen Rabatt - trotz eines Urteils des Verfassungsgerichts.  

Garmisch-Partenkirchen – Der Besuch der Partnachklamm kommt in Zukunft teurer – und das für fast alle Besuchergruppen. Der Grund für die Erhöhungen: Es sind große Baumaßnahmen geplant, die viel Geld verschlingen. Im Haushalt der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen sind dafür 980 000 Euro vorgesehen. Rudolf Achtner, Abteilungsleiter im Bauhof und für die Klamm zuständig, wies im Finanzausschuss darauf hin, dass die letzte Anhebung der Eintrittspreise zwei Jahre zurückliege und eine Steigerung um 50 Cent rund 120 000 Euro in die Gemeindekasse spüle. Achtners Vorschlag folgten die Gemeinderäte in großen Teilen. Mit 9:2-Stimmen beschlossen die Kommunalpolitiker, dass Erwachsene statt vier Euro in Zukunft fünf Euro bezahlen müssen.

Nicht ganz so extrem werden Einheimische – dazu zählen Bürger von Garmisch-Partenkirchen, Farchant, Grainau, Oberau sowie Eschenlohe – und Kurgäste zur Kasse gebeten. Für sie werden ab Mai vier Euro fällig, nachdem sie bislang für 3,50 Euro das Naturschauspiel Partnachklamm erleben durften. In den Genuss eines Rabatts kommen auch Urlauber, die in Grainau, Farchant, Oberau und Eschenlohe ihre Ferien verbringen. Die Vergünstigungen für die Isartalgemeinden Krün, Wallgau und Mittenwald strich der Finanzausschuss ersatzlos.

Eine längere Debatte entwickelte sich beim Thema Einheimischenrabatt, der in der Diskussion steht, nachdem ein Österreicher bis vors Bundesverfassungsgericht gezogen war, weil er als auswärtiger Besucher in einem Freizeitbad im Berchtesgadener Land den vollen Preis zahlen musste. Das höchste deutsche Gericht gab dem Mann recht. Seitdem rät der Bayerische Gemeindetag davon ab, Einheimische zu bevorzugen. Rechtsrat Uwe Gaber machte deutlich, dass der Markt im schlimmsten Fall mit einem Prozess rechnen müsse. Elisabeth Koch (CSU), selbst Anwältin, meinte, man solle es „darauf ankommen lassen und den Einheimischenrabatt beibehalten“. Unterstützung erhielt sie von Claudia Zolk (CSB). Der Ausschuss ließ sich überzeugen und votierte geschlossen mit 11:0 dafür.

Breiten Raum nahmen zudem die Eintrittspreise für Kinder ein. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) vertrat vehement die Ansicht, dass bis 18 Jahre der Besuch der Klamm kostenlos sein sollte. Peppi Braun (Freie Wähler) erklärte, dass nach seinen Eindrücken rund ein Drittel der Besucher Kinder und Jugendliche sind. Braun und Achter meinten, der finanzielle Ausfall könnte bei einer Gratisregelung bedeutend sein. Auf Vorschlag von Hubert Filser (Bayernpartei) einigen sich die Gemeinderäte schließlich auf zwei Euro (bislang 2,50 Euro). Thiel forderte, den Beschluss nach einiger Zeit „nochmals zu überprüfen“.

Partnachklamm wieder geöffnet

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten am Steig durch die Klamm ist das Naturdenkmal Gemeindesprecher Martin Bader zufolge wieder uneingeschränkt für Besucher geöffnet. Auch die umliegenden Wanderwege sind ab sofort begehbar.

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