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Überwältigt von der Spendenbereitschaft zeigte sich Gerd Weinmeier (r.) bei der Typisierungsaktion im Mai 2017. 863 Männer und Frauen kamen zur Blutspende. 

Martina Poettinger erhielt mittlerweile Knochenmarkspende

Über 48.000 Euro Spenden durch Typisierungsaktion 

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So viele wollten im Mai helfen, um für Gerd Weinmeier und Martina Poettinger einen Knochenmarkspender zu finden. Acht Monate nach der Typisierungsaktion in Garmisch-Partenkirchen blicken Organisatoren und Betroffene noch einmal zurück. Und nach vorne.

Garmisch-Partenkirchen – Sie will wieder wandern. Will zurück in ihr „geliebtes Partenkirchen“, will unter Leute. Martina Poettiger macht eine Pause. Sie korrigiert sich. Sie wird das alles machen. Sobald sie gesund ist.

Martina Poettinger.

Gerne wäre Martina Poettinger (54) dabei bei dem offiziellen Termin in der Sparkasse Garmisch-Partenkirchen. Helfer sprechen noch einmal über das überwältigende Ergebnis einer herausragenden Aktion: die Typisierungsaktion im Mai vergangenen Jahres, die Familie und Freunde für Martina Poettinger und Gerd Weinmeier ins Leben riefen.

Beide benötigen einen Stammzellenspender. Poettinger brauchte ihn akut – und sie hat einen passenden Spender gefunden. Mitte Juni wurde sie transplantiert. Noch aber meidet sie viele Menschen, ihr Immunsystem ist zu schwach. Daher fehlt sie an diesem Nachmittag. Gerd Weinmeier sitzt in Anzug und Krawatte am Tisch. Der 61-Jährige arbeitet auch – viel, als Leiter des Vertriebsmanagements. Gesund ist er nicht.

Die Krankheitsfälle der beiden Garmisch-Partenkirchner unterscheiden sich grundlegend. 2014 wurde bei Weinmeier ein multiples Myelom festgestellt, eine bösartige Tumorerkrankung im Knochenmark. Poettinger erhielt ihre Diagnose im Februar 2017: Leukämie. Nur eine Stammzellenspende würde ihr Leben retten. Viele Menschen wollten helfen.

Dankbarkeit zu groß, um sie zu beschreiben

863 Männer und Frauen kamen im Mai 2017 ins Klinikum, um sich als Spender registrieren zu lassen. Firmen und Freiwillige boten Hilfe an. 48 771 Euro an Spenden gingen für die AKB (Aktion Knochenmarkspende Bayern) ein, die das Ganze fachlich begleitete. Die Stiftung ist auf das Geld angewiesen, allein eine Blutprobe zu untersuchen und zu registrieren, kostet 50 Euro. Daher zeigt sich Mitarbeiterin Verena Spitzer nach wie vor begeistert von der Hilfsbereitschaft. Ebenso wie die Organisatoren. Und Weinmeier und Poettinger. Um ihre Dankbarkeit zu beschreiben, sagt die Garmisch-Partenkirchnerin, fehlen ihr die Worte. Ihr Spender ging nicht direkt aus der Aktion im Mai hervor. Das sei so gut wie nie der Fall, sagt Spitzer. Durch solche Aufrufe aber wachsen die Chancen, Patienten zu retten. So fand die AKB durch Garmisch-Partenkirchen drei potenzielle Spender.

Gerd Weinmeier.

29 Millionen Spender sind weltweit registriert. Keiner davon passt zu Weinmeier. Wie es ihm geht? Er lächelt die Frage weg. Damit auch die Nebenwirkungen, die ihn begleiten. Stattdessen erzählt er, dass die Therapie anschlägt, seit vier Monaten sind seine Werte stabil. Weinmeier hofft auf die Forschung: auf eine Krebstherapie, die Patienten wie ihn heilt. Ein „Auf und Ab“ erlebte Poettinger nach der Transplantation, sagt sie am Telefon. Mindestens ein Jahr dauert es, bis der Körper eine Stammzellenspende ganz annimmt. Bis man eine Prognose abgeben kann. Poettinger denkt positiv. „Ich sage, dass ich das schaffe.“ Die Berge warten.

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