+
Noch einiges zu tun gibt es bei der Präparierung der Piste. 

Vorfreude auf das Traditions-Spektakel steigt

Hornschlittenrennen: Absage ist nie eine Option

Seit 1970 gibt‘s das Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen. Heuer geht die Veranstaltung zum 49. Mal über die Bühne.  Knapp 90 Teams wagen den rasanten Ritt. 

Garmisch-Partenkirchen – „Einerseits harter Sport, anderereseits Gaudi und Unterhaltung“: Genau dies, meint Peter Strodl, sei der Grund, warum jedes Jahr tausende Zuschauer hinaus in Richtung Partnachklamm pilgern, um beim Hornschlittenrennen dabei zu sein. Am Samstag, 6. Januar, wird zum 49. Mal in der Wildenau zum wilden Ritt gerufen.

An den Start gehen auch heuer ein paar hundert Frauen und Männer, die ab 12.30 Uhr auf der 1000 Meter langen und sehr steilen Eispiste verbissen um die Bayerischen Meistertitel kämpfen. Auf hölzernen Renngeräten, muss man ergänzen, die dem Heimatmuseum entliehen sein könnten.  Genau wie schon im Gründungsjahr 1970, als ein paar junge Leute in fortgeschrittener Nachtstunde auf die Schnapsidee kamen, Opas alte Holzschlitten, die einst nur zwecks Holz- und Heutransport hinunter ins Tal konstruiert worden waren, für den Sport zu „missbrauchen“. Freilich eine nicht ganz ungefährliche Idee. Denn für ein Rennen mit einer Besatzung von vier Personen waren die Gefährte ja nie hergestellt worden – auch wenn sie heutzutage in der Ausschreibung zur Veranstaltung ganz offiziell als „Hornschlitten in Werdenfelser Bauweise“ ausgewiesen sind. Auf der Piste erreichen sie bis zu 100 Stundenkilometer.

Genug Schnee vorhanden

Ob beim Wettbewerb am Dreikönigstag genügend Schnee und Eis als „Gleitmittel“ vorhanden sind – diese Sorge haben die Veranstalter jedes Jahr aufs Neue. Denn um diese Zeit ist in Talnähe zunehmend weniger vom „weißen Gold“ vorhanden, weshalb man immer wieder mal auf Schneekanonen und technisch hergestellten Ersatz zurückgreifen muss. „Im vorigen Jahr hatten wir zu wenig Schnee“, berichtet Vorsitzender Strodl. Damals ist die Strecke gekürzt worden. „Doch heuer ist es anders: Wir bekommen Schnee vom Citysprint in Garmisch, erhalten auch was von der Präparierung der Olympiaschanze im Skistadion, und natürlich kommt auch einiges vom Himmel.“ Schließlich gilt bei den Partenkirchner Rennfahrern eine Art Gelübde, das sie einst „für alle Zeiten“ gegeben haben: „Unser Rennen fällt nie aus.“ So war es bisher auch.

Seit Anfang Dezember läuft die Anmeldefrist für die Teilnehmer. Die Organisatoren rechnen diesmal wieder mit etwa 80 männlich und 10 weiblich besetzten Schlitten. Und das nicht nur aus Bayern, sondern auch aus nördlicheren und östlicheren deutschen Landen sowie aus der Schweiz und Südtirol.

Sieger wurde 2017 vor 5000 Zuschauern bei den Herren das Garmischer Team „D’unheimlich Feirigen“ mit 1.31,30 Minuten vor zwei Besatzungen aus Thüringen. Bei den Damen gewannen die vier Schlehdorferinnen „Vögelfreunde – Herz ist Trumpf“ mit 1.51,62 Minuten vor Teams aus Thüringen und Partenkirchen. Wie im vergangenen Jahr heißen die Ansager Matthias Grasegger und Sepp Brückner. Sie hoffen, dass sie – wenn gegen 15 Uhr die drei schnellsten Schlitten ausgerufen werden – wieder Werdenfelser Mannschaften ganz oben auf dem Siegertrepperl vermelden können. Bis aufs Vorjahr war das nämlich lange nicht so.

Auch diesmal ist zur besseren Information für die Zuschauer im Zielraum eine große Videotafel aufgestellt, die die gesamte Strecke abbildet.  In der Pause gibt es für den Nachwuchs ein spannendes Zipfelbob-Rennen samt Schlitten zum Ausleihen. Und die feierliche Siegerehrung findet schließlich am Abend ab 19 Uhr in der Bayernhalle beim Hornschlittenball mit der bekannten Party-Band Dreisam statt.

Die tollsten Bilder vom Hornschlittenrennen

Wolfgang Kaiser

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fische in der Isar – verzweifelt gesucht
Parallel zur derzeit laufenden Kiesentnahme sind im Isar-Flussbettwieder Lebensretter im Einsatz. Elektrofischen lautet das Zauberwort. Knapp 600 Forellen, Mühlkoppen …
Fische in der Isar – verzweifelt gesucht
Hauptverkehrsader Bahnhofstraße: Jetzt soll ein Radweg her
Die Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen soll endlich einen Radweg bekommen. Dafür müssen Autofahrer zurückstecken. Die Hauptverkehrsader könnte bald nur mehr …
Hauptverkehrsader Bahnhofstraße: Jetzt soll ein Radweg her
Bergsteiger verlieren Orientierung - wenig später bewahrheitet sich Prognose der Retter
Wegen des Wetters konnte bei einem Einsatz der Bergwacht kein Helikopter genutzt werden. Die Einsatzkräfte mussten zu Fuß nachts zu den Bergsteigern und diese in …
Bergsteiger verlieren Orientierung - wenig später bewahrheitet sich Prognose der Retter
Nur ein Steinwurf vom Theater entfernt
Kurze Wege und schnell zu finden: Besucher-freundlich ist die neue Geschäftsstelle der Passion 2020 in Oberammergau.
Nur ein Steinwurf vom Theater entfernt

Kommentare