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Von so viel Schnee wie zum Jubiläumsrennen 2019 träumen die Veranstalter aktuell. 

Traditionsveranstaltung womöglich auf verkürzter Strecke

Hornschlittenrennen Partenkirchen: Szenario Ausfall ist keine Option

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Ein paar Premieren standen zur Debatte. Die erste – die schlimmste: Das 51. Hornschlittenrennen am 6. Januar fällt aus. Diese Variante ist vom Tisch. Das Rennen wird stattfinden. In welcher Form, ist noch nicht klar. 

Die Bande an der Strecke stehen, jetzt fehlt nur der Schnee: Die Mannschaft des Hornschlittenvereins um Peter Strodl (l.) werkelt bereits seit Oktober. 

Garmisch-Partenkirchen – Von Kunstschnee hat keiner geredet, vor vielleicht 30 Jahren. Die Veranstalter von Skispringen, Weltcup und Co. arbeiteten mit echtem Schnee, kratzten ihn zum Teil mühsam zusammen. Schon damals. Da hörten die Organisatoren des Hornschlittenvereins von Alfred Richter. An seinem Steckenberglift in Unterammergau hatte er eine Maschine aufgestellt, die Schnee ausspuckte. Den man doch vielleicht in Partenkirchen nutzen könnte. Richter gefiel die Idee. Zwei Lastwagen voll Unterammergauer Winter-Weiß landeten so an der Rennstrecke an der Partnachalm. Die Kunstschnee-Premiere für eine Winter-Veranstaltung im Landkreis, sagt Peter Strodl.

Seit 23 Jahren ist er Vorsitzender des Hornschlittenvereins. Mit Kunstschnee zu arbeiten, ist längst normal. Ihn „überall zusammenzusuchen“ auch. So lange er sich erinnert, haben die Veranstalter immer wieder um08 die Abfahrt gebangt. In diesem Jahr besonders. Sogar das Szenario Absage stand im Raum. In über 50 Jahren wäre das Hornschlittenrennen dann zum ersten Mal ausgefallen. Keine Option. „Wir kriegen das hin“, sagt Strodl. Nur womöglich etwas anders als gewohnt.

Originalstrecke beim Hornschlittenrennen: 1100 Meter und 160 Höhenmeter

1100 Meter und 160 Höhenmeter misst die Strecke von der Partnachalm hinunter in die Wildenau. Für den 6. Januar haben sich die Helfer auf drei Möglichkeiten eingestellt. Szenario eins: Schneemangel. Szenario zwei: massiver Schneemangel. Szenario drei: supermassiver Schneemangel – und auch sonst läuft vieles schief.

Bei Szenario eins wird der Start um gut 200 Meter nach unten verlegt, etwa bis zum Rasseneck. Das steilste Stück mit 25 Prozent Gefälle fiele weg. Eine verkürzte Variante gab es 2016 schon. Szenario zwei bedeutet eine Premiere: ein Rennen mit zwei Durchgängen. Denn steht viel zu wenig Schnee – künstlich oder natürlich – zur Verfügung, verkürzen die Organisatoren die Strecke weiter. Das Rennen beginnt dann am Abschnitt Betonbrücke, etwa auf Hälfte der Original-Distanz. Bei Szenario drei verschieben die Organisatoren das Rennen. Wäre auch eine Premiere – die Strodl nur am Rand erwähnt. Eine ernsthafte Option ist so ein Ausweichtermin nicht.

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Veranstalter des Hornschlittenrennens brauchen 30 Lkw-Ladungen voll Schnee

Wie viele Kubikmeter Schnee sie brauchen, um die 1,1 Kilometer zu präparieren, kann Strodl nicht sagen. Er rechnet in Lkw. 30 Ladungen müssen sie liefern. Normalerweise bekommen die Renn-Veranstalter Schnee aus dem Eisstadion. Der Abrieb wurde aber ins Skistadion gefahren – die Veranstalter des Neujahrsskispringens brauchen ihn. Strodl engagiert sich auch dort. Er versteht’s. Und hofft auf Kälte in den nächsten Tagen. Denn dann starten die Schneekanonen am Fuß der Olympiaschanze. Und der Eisflächen-Schnee landet endlich an der Schlittenstrecke. Danach sieht es aktuell aus. Auch nach dem Neujahrsspringen wird – sofern es die Temperaturen zulassen – Schnee produziert. Am Gudiberg brauchen ihn die alpinen Skifahrer fürs Training. Strodl hofft, dass auch dort für sein Rennen etwas abfällt. Damit er und sein Team Startern und Zuschauern – etwa 5000 waren es im vergangenen Jahr – am 6. Januar das gewohnte Spektakel präsentieren können. Denn am liebsten wäre es Strodl, es würde sich im Vergleich zum Vorjahr gar nichts ändern.

Das Hornschlittenrennen in Partenkirchen

startet am Montag, 6. Januar, um 12.30 Uhr nahe der Partnachalm. Anmeldungen sind bis 4. Januar möglich. Tickets gibt es im Vorverkauf für acht, ermäßigt fünf Euro bei Gap-Ticket, Telefon 0 88 21/730 19 95, oder unter www.gap-ticket.de. Alle Infos für Zuschauer und Teilnehmer findet man unter www.hornschlitten.de.

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