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Langsamer als sonst unterwegs, aber immer noch rasant: Teilnehmer beim Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen. 

Hunderte Teilnehmer, tausende Zuschauer

So war das Hornschlittenrennen bei Schneemangel

Garmisch-Partenkirchen - Pfeif auf den Schneemangel! Einige Hundert wagemutige Männer und Frauen sind am Dreikönigstag beim Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen die Piste hinuntergefegt.

„I hoff, das ma g’nuag Schwung ham“ - noch etwas skeptisch schaute der Mittenwalder Simon Witting (22) frühmorgens auf den großen Start-Banner am Rasseneck. Dem letzten Stück mit noch ein wenig Schnee. Denn weiter oben am berüchtigten Eriestich blitzten bereits Steine und Asphalt in der Sonne. Dort, wo normalerweise die Hornschlitten mit etwa 80 km/h hinunter rasen, herrschte heuer trostlose Ebbe.

Um fast 200 Meter musste der 1. Vorstand Peter Strodl deshalb die Strecke seines geliebten Hornschlittenrennens verkürzen. Beim Start am Rasseneck schenkte sein Hornschlittenverein Partenkirchen Bier und Spezi aus, heiße Bratwürste und Wiener halfen gegen die recht frischen Temperaturen.

Dort bereiteten sich schon die „Flinken Schneehasen“ der thüringischen Gruppe WSV Trusetal mit einem Schnapserl auf das Rennen vor. „Wir lieben diese Kameradschaft zwischen Thüringen und Bayern“, lobte Fahrerin Silke Emdter. Sie hatte sich sogar einen Hornschlitten in ihre lila Mähne rasiert.

Lesen Sie auch: Hornschlittenrennen: Bereit für die große Herausforderung

„Die Bayern halfen uns vergangenes Jahr die Strecke zu präparieren bei einem Rennen in Thüringen.“ Auch sie boten heuer ihre Hilfe in Partenkirchen an.

Doch die war dank 120 Helfern, welche die letzten zwei Tage rund um die Uhr präparierten, nicht nötig, wie sich Organisator Strodl freut. „Die Gemeinde stellte den Schnee von der Skisprungschanze sowie vom Eisstadion zur Verfügung.“

Für Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer selbstverständlich. Zumindest für die nächsten viereinhalb Jahre - so lange ist sie sicher noch im Amt - wird „die Gemeinde mit ihrem Bauhof alles daran setzen, diese Veranstaltung zu ermöglichen“.

Währenddessen schoben auch die „Hornados“ aus Sulzberg ihr Gefährt Richtung Start. „Wie vor 20 Jahren, als wir das erste Mal hier gestartet sind“, versicherte Klaus Frenzel lachend. Ob sie eine Taktik für die Fahrt haben? „Eher auf gut Glück“.

Im Zielbereich heizten derweil die beiden Moderatoren Josef Brückner und Matthias Grasegger der Menge ein. „Wir müssen uns beeilen, der Schnee schmilzt sonst“, mahnte Grasegger augenzwinkernd. Seit 15 Jahren moderiert er bereits das historische Rennen, welches bald sein 50. Jubiläum feiert.

Gegenüber von ihm brüllte sich der Fanclub des Schlittens „Ruhrpottwalze“ aus Oberhausen die Seele aus dem Leib. Ihr selbstgebastelter Banner „gehört schon fast zum Zielraum-Inventar“.

Mit leichter Verzögerung aufgrund eines Stromausfalls startete schließlich das 47. Hornschlittenrennen. Wer sich nicht über die Schanze im Zielbereich traute, wurde von der feiernden Menge mit „Warmduscher“ lautstark begrüßt.

Bis auf „leichte Blessuren und einer Schulterverletzung“ sind allesamt „heil ins Ziel gekommen“, wie sich Vereinsvorstand Strodl freut. Als mit „Kühlungsborn 1“ die Letzten über die Ziellinie rasten, war ihm die Erleichterung förmlich anzusehen.

„Es war gut, dass sie das Rennen nicht verschoben haben“, lobte Landrat Anton Speer, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Meierhofer und Strodl die Siegerehrung durchführte.

Bei den Männern hat auch heuer wieder der Favorit „WSV Trusetal“ gewonnen. Bei den Damen siegten die Vögelfreunde „Herz is Trumpf“ vom WSV Schlehdorf.

Josef Hornsteiner

Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen: Die Bilder

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