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Luxusshuttle in die Alpen - per Helikopter.

Luxusshuttle in die Alpen

Mit dem Heli zum Hotel - aber die Sache hat einen Haken

Garmisch-Partenkirchen - Vom Flieger in den Helikopter und ab ins Skivergnügen: Lufthansa bietet betuchten Kunden einen Luxus-Shuttle nach Garmisch-Partenkirchen an. Den Stau umgehen die Touris damit trotzdem nicht...

Mal schnell vom Flughafen per Helikopter in den Nobel-Skiort: Die Reichen und Schönen freuen sich, direkt vor dem Fünf-Sterne-Luxus-Hotel zu landen. Das bietet die Lufthansa ihren Premium-Kunden an. Und zwar nicht nur zu den mondänen Zielen der Stars und Sternchen wie Kitzbühel, sondern auch nach Garmisch-Partenkirchen.Luxusshuttle kostet 3500 Euro
Die Zeiten, in denen sich betuchte Gäste mühsam per Auto ins Werdenfelser Land quälen oder gar den Zug nehmen müssen, sind vorbei. Der exklusive „HeliService“ der Lufthansa macht’s möglich. Noch bis Ende April können Lufthansa-Kunden vom Münchner Flughafen ins ausgewählte Destinationen – neben Garmisch-Partenkirchen auch Kitzbühel, ins Zillertal, ins Brixental, zum Wilden Kaiser und weitere Orten in den Alpen – buchen, sofern dort ein Landeplatz vorhanden ist. Der Luxus-Shuttle durch die Luft kostet mindestens 3500 Euro. Heli landet in Murnau
„Wir wollten unseren Premium-Kunden entgegenkommen und ihnen in dieser Wintersaison eine besondere Anreise zu ihren liebsten Skiorten ermöglichen“, erzählt David Lang, Projektleiter bei der Lufthansa, zum Hintergrund der Aktion. Gemeinsam mit der Firma HTM Helicopter Travel Munich GmbH startete die Fluggesellschaft den exklusiven Shuttleservice. Der endet im Werdenfelser Land aber nicht direkt vor der Hoteltür. „Wir fliegen dabei nicht nach Garmisch-Partenkirchen, sondern landen auf verschiedenen Plätzen in Murnau“, sagt Hans-Jürgen Oster, Geschäftsführer der Helikopter-Firma. „Von dort geht es dann mit einer Limousine weiter.“ Die steht aber in Ferienzeiten und am Wochenende ebenso auf der B2 im Stau wie alle anderen Urlauber und Tagesausflügler. Und dann ist es mit dem Luxusgefühl schnell vorbei.Kaum Interesse an Flügen ins Werdenfelser Land
Buchungen in die Marktgemeinde sind bislang noch nicht eingegangen. Viele Anfragen sind laut Lang da, Aufträge wurden aber noch keine erteilt. „Momentan wird das Angebot eher in Richtung Österreich, zum Beispiel nach Kitzbühel, genutzt“, gesteht der Projektleiter. Eben dorthin, wo sich die Reichen und Schönen die Klinke in die Hand geben. „Dennoch sind wir zuversichtlich, dass sich die Nachfrage steigern wird“, sagt Lang optimistisch. Der Service werde auf jeden Fall weiter angeboten und soll künftig auch in der Sommersaison bestehen. „In dieser Zeit ist Garmisch-Partenkirchen ja sehr sehenswert. Wir glauben, dass sich unser Konzept etablieren wird.“Zielgruppe verfehlt?
Davon ist Stephanie Vogel, Marketing-Mitarbeiterin bei GaPa-Tourismus, nicht überzeugt. Sie glaubt, dass das Helikopter-Angebot in der heimischen Tourismus-Region nicht funktionieren wird. „Wir haben einfach nicht das Gästesegment, das von solchen luxuriösen Flügen angesprochen wird“, sagt sie. „In Kitzbühel mag es Touristen geben, die über das nötige Kleingeld verfügen. Unsere Besucher reisen gewöhnlich eher mit dem Zug oder mit dem Auto an. Ich denke, das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern.“ Denn Garmisch-Partenkirchen setzt nicht auf Glanz, Glamour und Promipartys, sondern auf Urlauber, die Ruhe suchen und – gemäß dem Werbeslogan der Marktgemeinde – ihre wahre Natur entdecken wollen. Ohne Hubschrauber. maw

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