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Soll sich sehr verändern: das Areal zwischen Lagerhausstraße und Bahnhof. 

Bebauungsplan kommt unter die Lupe

Hummel-Projekte: Normenkontrollklage gegen die Gemeinde

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Gegen die Marktgemeinde läuft eine Normenkontrollklage. Hat diese Erfolg, stünde Investor Franz Hummels Bauprojekt an der Lagerhausstraße erst einmal still. Doch die Beteiligten geben sich gelassen.

Garmisch-Partenkirchen - Auf den ersten Blick betrifft die Nachricht Investor Franz Hummel und seine Mitarbeiter gar nicht. Post aus dem Verwaltungsgerichtshof München jedenfalls hat das Team nicht bekommen. Schließlich läuft die Normenkontrollklage auch nicht gegen das Unternehmen, sondern gegen die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen. Davon betroffen aber ist Investor Hummel sehr wohl. Unmittelbar sogar. Denn die Klage dreht sich um Bebauungsplan Nummer 112. Den Plan, der so lange auf sich warten hat lassen. Den Plan für das Bahnhofsareal westlich der Lagerhausstraße und am Wannerweg, wo Hummel endlich sein Großprojekt realisieren möchte. Unter anderem ein Hostel, bezahlbare Wohnungen für Familien und ein Teamresort will er errichten. Und jetzt – die Klage. Ausgang ungewiss.

Schon länger Probleme mit dem Kläger

Trotzdem zeigt sich Prokurist Andreas Schamberger entspannt. „In gewisser Weise haben wir damit gerechnet.“ Denn mit dem Kläger gab es seit längerem Schwierigkeiten. Dabei hat alles so vielversprechend angefangen.

Mehrere Gespräche hat die FH Innova GmbH um Inhaber Hummel in der Vergangenheit offenbar mit dem Geschäftsführer der Phönix Vermögensverwaltungs AG geführt. Diese drehten sich um ein Grundstück der AG am Bahnhof: Den großen Hof hinter dem Gebäude, in dem unter anderem das Sausalitos und eine Table-Dance-Bar untergebracht sind und das ebenfalls der AG gehört, wollte die FH verschönern. „Einen größeren sechsstelligen Betrag“ hätte sie Schamberger zufolge investiert. Denn das Hummel-Unternehmen sieht den Platz als Teil seines Gesamtkonzeptes, das um den Bahnhof als Willkommens-Areal entstehen soll. „Dafür wollten wir das ganze Ensemble aufwerten“, sagt Schamberger. Und er betont: Die Phönix AG zeigte Interesse, der notarielle Vertrag sei schon auf dem Tisch gelegen. „Plötzlich hat die AG zurückgezogen, uns aber nicht wissen lassen, warum.“

Bereits im August 2016 hatte ein Anwalt der AG im Rahmen einer Bauausschusssitzung Bedenken angemeldet: Er befürchtete, die Immobilie würde an Wert verlieren. Eine Sorge, die Schamberger damals genauso wenig nachvollziehen konnte wie heute. Vielmehr hätten die Veränderungen zu einer Wertsteigerung geführt.

Offenbar sahen das die Vertreter der Phönix AG, die für eine Stellungnahme nicht zu erreichen waren, anders. Im Dezember vergangenen Jahres stellten sie bei Gericht einen Antrag auf Unwirksamkeit des Bebauungsplans 112, der erst vor vier Monaten in Kraft trat. Kämen sie damit durch, läge das Großprojekt auf Eis.

Bis eine Entscheidung fällt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Martin Scholtysik, Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs, nennt es ein „aufwändigen Verfahren“, das „in den Kinderschuhen steckt“.

Gemeinde „muss keine Angst haben“

Zunächst muss der Antragsteller seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Plans begründen, danach bekommt die Gemeinde die Möglichkeit, sich zu äußern. Wann die – vermutlich mündliche – Verhandlung stattfindet, weiß Scholtysik noch nicht. Sein Tipp: „Fragen sie im Herbst oder Winter noch einmal nach.“

Derweil steht Hummels Projekt nicht still. Bis zur Entscheidung bleibe der Bebauungsplan wirksam, erklärt Gerichtssprecher Scholtysik. „Die Klage hat zunächst keine Auswirkung auf das weitere Verfahren“, betont Florian Nöbauer. Näher äußert sich der Rathaussprecher zu dem Fall nicht. Schon gar nicht will er über mögliche Folgen spekulieren.

Auch Schamberger betont: „Für uns geht es ganz normal weiter.“ Demnach wird im Frühjahr an der Lagerhausstraße weitergearbeitet, im kommenden Jahr könnten die ersten Gebäude stehen – wenn die Klage vor Gericht scheitert. Davon geht Schamberger aus. Die Gemeinde habe sorgfältig gearbeitet, „sie muss keine Angst haben“. Andernfalls müsste Investor Hummel mitzittern.

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