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Ab Januar 2020 werden für Ajax 84 Euro pro Jahr fällig. 

Belohnt werden alle, die Hund aus Tierheim holen

Hundesteuer steigt in Garmisch-Partenkirchen ab 2020 deutlich

Um 40 Prozent mehr müssen Hundehalter ab dem kommenden Jahr für ihre Haustiere an Steuern bezahlen. Das hat der Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen beschlossen. Die Abrechnung erfolgt künftig monatlich.

Garmisch-Partenkirchen – Hundehalter müssen in der Marktgemeinde ab 1. Januar 2020 tiefer in die Tasche greifen. 84 Euro statt bisher 60 bezahlen sie dann für ihren Vierbeiner pro Jahr an Steuern – eine Steigerung um 40 Prozent. Es sei die erste Erhöhung seit immerhin zehn Jahren, erläuterte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend den deutlichen Sprung. Dieser kommt auch beim zweiten Hund zum Tragen: 156 statt bisher 110 Euro pro Jahr werden dann fällig, für jeden weiteren 228 Euro.

Hundesteuer in Garmisch-Partenkirchen: Es gibt weitere Änderungen

Die Neufassung der Hundesteuersatzung hat aber noch weitere Veränderungen zur Folge. Eine der wichtigsten ist der neue Abrechnungsmodus. Künftig wird die Steuer nicht mehr für ein Jahr im voraus erhoben, es gebe dann eine monatliche Abrechnung. Vorteil für den Halter: Verstirbt ein Tier unterjährig, kommt abhanden oder wird veräußert, bezahlt er nur für die entsprechenden Monate. Das gilt auch bei einem Umzug in eine andere Gemeinde oder Stadt.

Neu ist auch diese Regelung: Wer ab 1. Januar nächsten Jahres einen Hund aus dem Tierheim Garmisch-Partenkirchen übernimmt, wird für zwölf Monate von der Steuer befreit. „Eine tolle Sache“, lobte Peppi Braun (Freie Wähler) diese Neuerung, die er bereits bei seinen Gassi-Freunden verkündet hatte. Der Tierheim-Bonus gilt im übrigen nicht bei Kampfhunden. Für die muss der Halter ab kommendem Jahr ebenfalls erheblich mehr berappen: Der erste Kampfhund kostet 1500 Euro statt 1200 pro Jahr, jeder weitere sogar 2700 Euro.

Gestrichen: Steuerermäßigung für Züchter von reinrassigen Hunden

Gestrichen wurde in der neuen Satzung die Steuerermäßigung für Züchter von reinrassigen Hunden. „Das kam bisher ohnehin nicht vor“, so die Bürgermeisterin.

Aktuell sind 1290 Hunde in der Marktgemeinde gemeldet, berichtete Vize-Finanzchef Paul Dengg, 83 mehr als noch 2018. Es sei jedoch davon auszugehen, dass deutlich mehr Hunde in Garmisch-Partenkirchen leben. Wie hoch die Zahl der nicht gemeldeten Vierbeiner ist, soll demnächst durch einen externen Dienstleister erhoben werden.

Die neue Fassung der Hundesteuersatzung wurde gegen die Stimme von Martin Schröter (FDP) beschlossen. Der sprach von einer „Abzocke durch die Gemeinde“ und führte die vielen Rentner ins Feld, die von der Erhöhung empfindlich getroffen würden. „Es sind nur zwei Euro pro Monat mehr“, rechnete Meierhofer vor und verwies darauf, dass Menschen mit Grundsicherung ohnehin von der Steuer befreit seien.

Garmisch-Partenkirchen ist nicht allein mit seiner Entscheidung. Lesen Sie auch: 

Hundesteuer: Stadtrat Miesbach beschließt saftige Erhöhung

Holzkirchen erhöht Hundesteuer: Das steckt dahinter

Thomas Karsch

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