Präsentieren die Umfrage-Ergebnisse: Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch und Tourismuschef Michael Gerber.
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Präsentieren die Umfrage-Ergebnisse: Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Elisabeth Koch und Tourismuschef Michael Gerber.

Dauerthema Kongresshaus

Bürgerbeteiligung: Auf der Suche nach neuen Formaten

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Der Bürgerbeteiligungsprozess in der emotional aufgeladenen Kongresshaus-Frage gestaltet sich in Garmisch-Partenkirchen als schwierig. Nun sollen Profis helfen, die Jugend stärker miteinzubeziehen und am Ende der Debatte tatsächlich zu einem Ergebnis zu gelangen.

Garmisch-Partenkirchen – Was ist die beste Lösung für das in die Jahre gekommene Kongresshaus? Eine Sanierung oder doch lieber gleich ein Neubau? Oder irgendwas dazwischen? Der Markt Garmisch-Partenkirchen kommt in dieser schwierigen Frage, die seit vielen Jahren die Gemüter erhitzt, nicht so recht weiter. Offenbar sind dafür die Erwartungen, Wünsche und Forderungen zu unterschiedlich.

Einen Ausweg soll eine großangelegte und bereits angestoßene Bürgerbeteiligung liefern – mit dem Ziel, dass sich dabei Volkes Wille herauskristallisiert. Dieser Prozess unter der Federführung der Gemeinde-Tochter GaPa Tourismus ist jedoch ins Stocken geraten – und hat den Zeitplan mächtig durcheinandergebracht. Eigentlich hätten schon längst die Workshops beginnen müssen, um die Meinungen unter den Einwohnern und Interessensgruppen zur Zukunft des Kongresshauses samt Umgebung („Standortentwicklungsplanung GaPa2030“) auszuloten.

Junge Generationen sehen Tourismus kritisch

Doch Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa Tourismus, tritt auf die Bremse, denn: „Die Beteiligungsformate müssen noch einmal grundsätzlich neu und anders gedacht werden“, erklärte er am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs. Tags zuvor hatte er den Gemeinderat informiert. Die Gründe: Zum einen sollen die jüngeren Generationen stärker mit ins Boot geholt werden. Eine Umfrage hatte nämlich gezeigt, dass diese in Sachen Tourismus deutlich kritischer eingestellt sind als die älteren – ein deutliches Alarmzeichen, zumal es sich um die Schlüsselbranche des berühmten Wintersportortes handelt. Und zum zweiten möchte Gerber verhindern, dass zwar munter diskutiert und gestritten wird, aber am Ende nichts Konkretes herausspringt. „Ich will zu einem Ergebnis kommen“, betonte er, räumte aber zugleich ein: „Das ist eine Herausforderung.“

Und wie soll der gordische Knoten zerschlagen werden? Der Tourismuschef plant, sich Profis zur Seite zu holen, die sich auf die Begleitung und Moderation solcher Entscheidungsfindungen spezialisiert haben. Vorstellbar wäre ihm zufolge zum Beispiel, bei dem Bürgerdialog einen Planer hinzuziehen, der sofort aufzeigen kann, was baulich überhaupt machbar ist und was nicht.

Zeitplan wird verschoben

So viel ist sicher: Das wird eine richtig harte Nuss. Der Zeitplan hat sich bereits verschoben. Am Ende des Ganzen soll bekanntlich ein Ratsbegehren stehen, das zu einem Bürgerentscheid führt. Ursprünglich war hierfür der Tag der Bundestagswahl am 26. September im Gespräch. Jetzt ist die Rede vom zweiten Quartal 2022.

Wie dem auch sei: Die Marktgemeinde setzt auf ein hohes Maß an Transparenz. Jede Menge Zahlen, Daten und Fakten zum Dauerbrenner Kongresshaus, etwa Gutachten, Erläuterungen zur Bausubstanz oder Gemeinderatsbeschlüsse, sind auf der Homepage www.gapa2030.com zu finden. „Jeder kann sich selbst ein Bild machen“, sagt Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). Dies erwarte sie auch von den Mitgliedern des Gemeinderats.

Die besagte Umfrage brachte zumindest ein erstes Stimmungsbild. Demnach wünschen sich die Garmisch-Partenkirchner ein vielfältig nutzbares Gebäude – vor allem für Tagungen, Kongresse und Kultur (wir berichteten). Außerdem kommt es ihnen auf eine gute Erreichbarkeit, zusätzliche Parkmöglichkeiten, ein gastronomisches Angebot mit regionalen Produkten, eine zeitgemäße technische Ausstattung, Barrierefreiheit und eine Integration ins Ortsbild an.

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