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Bei der Anerkennungsfeier: (v. l.) Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Iliana Mitreva, Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger.

Beitrag zur Integration

Neue berufliche Perspektiven für Ausländer

Einen wichtigen Beitrag zur Integration leistet die Industrie- und Handelskammer (IHK) durch die Möglichkeit für ausländische Fachkräfte, ihre Ausbildungen in Deutschland anerkennen zu lassen. Davon machte auch Iliana Mitreva aus Garmisch-Partenkirchen Gebrauch.

Garmisch-Partenkirchen – Rund 200 ausländische Fachkräfte aus Oberbayern haben 2016 ihre im Heimatland absolvierte Berufsausbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) mittels FOSA (Foreign Skills Approval) anerkennen lassen, unter ihnen auch eine Frau aus Garmisch-Partenkirchen: Iliana Mitreva, gebürtige Bulgarin, mit ihrem Abschluss als Geprüfte Wirtschaftsfachwirtin. Sie nutzte ein seit 2012 geltendes Gesetz, mit dem ausländische Qualifikationen nach einer IHK-Überprüfung der deutschen Berufsausbildung gleichgestellt werden können. Damit gehört sie zu den bislang fast 800 erfolgreichen Antragstellern aus Oberbayern.

Allein im vergangenen Jahr wurden so Berufsausbildungen aus 32 Ländern bestätigt. Bei den Fallzahlen für 2016 führen Bosnien und Herzegowina mit 28 Vollanerkennungen. Danach folgt Rumänien (21) vor Polen (20), Italien (17), der Türkei und Ungarn (jeweils 9). Insgesamt wurden Ausbildungsabschlüsse aus Ländern auf allen fünf Erdteilen als gleichwertig bestätigt, darunter auch aus der Dominikanischen Republik, Syrien und den Philippinen. Bei den Berufen lagen die Elektroanlagenmonteure an der Spitze, gefolgt von Kaufleuten für Büromanagement (21) und Industrieelektrikern (17). Zudem sieht die IHK inzwischen Ausbildungen in 41 verschiedenen Berufen als gleichwertig an, darunter Berufskraftfahrer, Hotelfachleute und Mechatroniker.

„Mit der Anerkennung ausländischer Abschlüsse leisten wir einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, bei der feierlichen Übergabe in München. „Diese Urkunde ist mehr als ein Stück Papier, denn sie eröffnet ihren Besitzern neue berufliche Perspektiven.“ Einen großen Anteil daran haben natürlich die ausländischen Fachkräfte, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nun in oberbayerischen Unternehmen einsetzen.

Möglich wird das durch besagtes Anerkennungsgesetz, auf dessen fünfjährige Erfolgsgeschichte Stefan Müller (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, verwies. Über 63 000 Anträge wurden seit 2012 gestellt. 76 Prozent der Antragsteller erhielten die Gleichwertigkeit ihres Abschlusses bestätigt. „Auf diesen Ergebnissen dürfen wir uns jedoch nicht ausruhen“, unterstrich Müller mit Nachdruck. Vielmehr seien alle Kräfte weiterhin zu mobilisieren, um das Gesetz auch sichtbarer zu machen. „Viele Unternehmen wissen gar nicht, welches Fachkräftepotenzial unter ihren Mitarbeitern schlummert. Diese Talente müssen geweckt werden.“ Die IHK würdigte er insbesondere für ihre umfassende Unterstützung: „Ohne das Engagement der Kammern hätten wir diese Erfolgsgeschichte nicht schreiben können.“

Dem konnte sich Bayerns Arbeitsstaatssekretär Johannes Hintersberger (CSU) nur anschließen: „Angesichts des bestehenden Fachkräftebedarfs können wir nicht zulassen, dass gut ausgebildete Fachkräfte als einfache Helfer arbeiten.“ Unterstützung bieten in Bayern Beratungsstellen in jedem Regierungsbezirk. Sie stehen Hintersberger zufolge allen, die ihre bereits erworbenen Qualifikationen anerkennen lassen wollen, mit Rat und Tat zur Seite.

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