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Auf der Bühne: Medienmann Dr. Wolfram Weimer referierte über die Macht der Medien und wie Politiker versuchen, sie für ihre Zwecke zu nützen. Am Beispiel von Donald Trump – als aktuelles Beispiel – gelang ihm das recht plakativ.

IHK-Wirtschaftsempfang

Die Inszenierung der Mächtigen

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Garmisch-Partenkirchen – Politik und Medien: Wie sehr sich beide brauchen und wie Politiker versuchen, sich durch die Medien im besten Licht zu präsentieren, zeigte Dr. Wolfram Weimer beim Vortrag beim IHK-Wirtschaftsempfang plakativ und informativ.

Viele Jahre war er Teil des Systems – und er ist es noch. Aber er ist auch einer, der es kritisiert und dem einige Auswüchse nicht gefallen. Dr. Wolfram Weimer (52) war Chefredakteur des Springer-Aushängeblatts „Welt“, der „Berliner Morgenpost“, des „Focus“ sowie Gründer und Herausgeber des Magazins „Cicero“. Derzeit verlegt er mehrere Wirtschaftsmedien und ist gern gesehener Gast in Talkshows – weil er was zu sagen hat, weil er den Politikbetrieb kennt und er weiß, wie Medien und Macht verknüpft sind.

Aber Weimer ist auch ein Mann, der sich ab und zu irrt. Als ihn ZDF-Talker Markus Lanz vor wenigen Tagen fragte, wie denn die US-Wahl ausgehe, meinte er: Hillary Clinton – wenn auch knapp. Er lag falsch. Warum Donald Trump als nächster Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus in Washington einzieht, erklärte er beim IHK-Wirtschaftsempfang des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, zu dem Peter Lingg, der neue Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses geladen hatte, am Donnerstag im Kongresshaus den rund 150 Männer und Frauen aus Politik und Wirtschaft. „Trump hat sich besser inszeniert“, meinte Weimer und zeigte zum Beweis Bilder von Trump mit Familie unter der Überschrift: „Eine Soap gewinnt Wahlen“.

Und nicht nur das. Medien machen Stars. Menschen, von denen vor 40 Jahren kaum jemand Notiz genommen hätte – wie die schrille Daniela Katzenberger –, sind heute bedeutender und bekannter, womöglich Ikonen der Jugend, die es nicht besser weiß, als Nobel-Preisträger. „Es gibt eine Gegenwelt“, sagt Weimer. Die Wertigkeiten haben sich verschoben. „Wir schätzen die Schaumschläger hoch und der Wert der Wissenschaft zum Beispiel gering.“

Die Politik macht dieses Spiel mit. Medienpräsenz ist das A und O, um die Karriere zu befeuern. Ein Bundestagsabgeordneter beschied Weimer einmal, dass ein Auftritt in der Sendung von Maybrit Illner „wichtiger ist, als 25 Reden im Bundestag“. Weimer erzählte auch von den Medien und ihren Mechanismen. Und wie Politiker versuchen, sich ins rechte Licht zu rücken und Journalisten zu vereinnahmen und wer im Land das Sagen hat. Laut einer Umfrage glaube die politische Klasse, sie sei entmachtet und die Macht liege bei den Medien.

Wichtig ist Weimer zufolge vor allem die Botschaft, die Bilder senden. Als Beispiele präsentierte er die derzeitige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einmal, als Ursula I. in Abendkleid und Königinnen-Pose als sie als Bundespräsidentin im Gespräche war, einmal als Feldherrin vor einer Transall-Maschine oder einmal als Mutter der Kompanie unter Soldaten, die allerdings keine Waffen tragen durften. Oder das Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als deren Umfragewerte bei Frauen mittleren Alters eingebrochen waren, drapierten sie die Imagepfleger an einen Baum an einem See. Die blaue Jacke musste mit dem Himmel korrespondieren, die weiße Hose mit den Wolken. „Das ist für den Politiker harte Arbeit und kann Stunden dauern, bis das richtige Bild im Kasten ist“, sagt Weimer.

Und er plauderte aus dem Nähkästchen. Vor allem seine Erlebnisse mit Gerhard Schröder waren ein Bonmot. Dem Ex-Kanzler sei es selten um Inhalte gegangen, sondern zumeist darum, sich ins rechte Licht zu rücken. Aber er wusste, was zählt, um Wahlkämpfe zu gewinnen: „Dazu braucht man Bild, BamS und Glotze.“ Die Medien eben.

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