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Zeitlose Helden: Die Geschichte von „Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer“ kommt mit Solomon Gordon und Henning Baum.

Filmstart am Gründonnerstag

Im Bann von Jim Knopf: Michael-Ende-Klassiker im Kino

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Die erste Realverfilmung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kommt in die Kinos. Dadurch rückt auch ihr Schöpfer, der in Garmisch-Partenkirchen geborene Schriftsteller Michael Ende, in den Fokus.

Garmisch-Partenkirchen – Mit Jim Knopf begann das Abenteuer. Auf die Bitte eines früheren Mitschülers hin, der einen kurzen Satz für ein Bilderbuch benötigte, hatte sich Michael Ende 1956 an seinen Schreibtisch gesetzt und einen einzigen Satz zu Papier gebracht: „Das Land, in dem Lukas, der Lokomotivführer lebte, war nur sehr klein.“ Ohne Plan. Diese Worte regten aber die Fantasie des Garmisch-Partenkirchners an, inspirierten ihn und führten schließlich zu einer Geschichte, die auch heute noch Kinder und Erwachsene begeistert. Durch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ entdeckte Ende „das Schreiben als Abenteuer“.

Die Inszenierung der Augsburger Puppenkiste, deren Figuren 1962 Michael Ende über die Schulter schauen durften, fasziniert auch heute noch das Publikum

Dieses Werk gehört genau wie die Folgegeschichte „Jim Knopf und die Wilde 13“ zu den erfolgreichsten und beliebtesten Kinderbüchern im deutschsprachigen Raum. Mit ihrer Adaption des Stoffs, die erst schwarz-weiß, später dann in Farbe ins Fernsehen kam, erlangte die Augsburger Puppenkiste Berühmtheit. Mehr als 50 Jahre später entstand nun die erste Realverfilmung, die an diesem Donnerstag auch in den Kinos in Garmisch-Partenkirchen und Murnau anläuft. „Richtig schön“ findet Roman Hocke das Ergebnis. Endes früherem Lektor, der zudem seinen Nachlass verwaltet, gefällt besonders, dass sich der Film stark am Original orientiert. „Das war das Bestreben von allen Beteiligten“, erinnert er sich an die Vorgespräche. Ein Kriterium, das dem 1995 gestorbenen Schriftsteller sicher zugesagt hätte. „Was tatsächlich in seinem Sinn ist und was nicht,kann ich aber nicht sagen“, bedauert Hocke. „Michael Ende hatte stets seinen eigenen Kopf und seine ganz eigenen Vorstellungen.“

Dass die Verbindung zu seinem Geburtsort zu seiner Intention passt, davon ist der Münchner hingegen restlos überzeugt. Deshalb engagiert er sich auch in der Phantastischen Gesellschaft, die Endes Erbe in Garmisch-Partenkirchen pflegt. Er setzt sich dafür ein, das Ganze auf neue Beine zu stellen. Nachdem die Dauerausstellung „Der Anfang vom Ende“ in der historischen Villa im Michael-Ende-Kurpark Anfang 2017 geschlossen wurde – „sie war nicht mehr zeitgemäß“, bedauert Hocke –,sind zwischen allen Beteiligten die Gespräche angelaufen. „Wir suchen einen Weg und nehmen uns die Zeit, den richtigen zu finden“, erklärt der Vertraute des Schriftstellers. Neben den Büchern soll das Werk des Vaters, dem surrealistischen Maler Edgar Ende, einen Platz in Garmisch-Partenkirchen finden.

Dieses Anliegen vertritt auch Rathaus-Sprecherin Ute Leitner, die sich bemüht, eine Sondervorstellung des neuen Films in die Marktgemeinde zu holen. Für sie ist dieses Werk, bei dem Solomon Gordon und Henning Baum die Titelrollen verkörpern, ein wichtiger Impuls, um Michael Ende und sein Werk wieder in den Fokus zu rücken. „Und ins 21. Jahrhundert zu bringen“, sagt sie. Dadurch werde deutlich, wie zeitlos Endes Aussagen waren.

Durch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ hofft Georg Büttel außerdem darauf, dass die Geschichte von neuen Generationen erschlossen wird. „Ich verspreche mir einen ähnlichen Effekt wie von der Augsburger Puppenkiste.“ Dazu erwartet der Vorsitzende der Phantastischen Gesellschaft, der bereits einige Ende-Werke in Garmisch-Partenkirchen auf die Bühne gebracht hat, eine Wechselwirkung. „Die Leute werden verstärkt zu seinen Büchern greifen, um neue tiefer in die Geschichten einzutauchen.“ Dass der neue „Jim Knopf“-Film nicht nur den deutschen, sondern auch den internationalen Markt erobern wird, davon ist Büttel überzeugt. „Dadurch wird auch der Geburtsort überregional wieder verstärkt wahrgenommen.“ Mit dem Nebeneffekt, „dass auch die Menschen vor Ort, die politische Verantwortung tragen, erkennen, was für eine große Nummer Michael Ende ist“ – bundes- und weltweit.

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