Ein Mann sitzt auf einem Fahrrad vor einem Haus.
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Begeisterter E-Biker: Florian Hilleprandt hält sich durch Radeln und anderen Sport fit.

75. Geburtstag: Enkel gehören zu den ersten Gratulanten

Im politischen Unruhestand: Florian Hilleprandt hätte das neue Kongresshaus gerne noch mitgestaltet

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Zwölf Jahre saß Florian Hilleprandt, der am Donnerstag seinen 75. Geburtstag feiert, für das CSB im Gemeinderat. Bei der Wahl 2020 ist er nicht mehr angetreten. Ein Entschluss, der vor allem der Familie geschuldet war.

  • Der Neubau des Kongresshauses beschäftigt Florian Hilleprandt auch im politischen Ruhestand.
  • Wegen Corona verzichtet der Garmisch-Partenkirchner auf Fernreisen und erkundet stattdessen Deutschland.
  • Sohn Martin tritt in die Fußstapfen des Vaters: „Das ist für mich eine große Freude.“

Garmisch-Partenkirchen – Ein bisschen Bedauern klingt durch, wenn Florian Hilleprandt von den Themen spricht, die den Gemeinderat aktuell beschäftigen. Vor allem die Umgestaltung des Kongresshauses hätte er gerne aktiv weiter begleitet. „Da tut es mir fast leid, dass ich mich für die Kommunalwahl 2020 nicht mehr habe aufstellen lassen.“ Der Entschluss, sich nach zwölf Jahren aus der Ortspolitik zurückzuziehen, war freilich wohlüberlegt.

Und vor allem der Familie und seiner Lebensgefährtin geschuldet. Die Zeit mit seinen Enkelsöhnen (zwei und zehn Jahre) genießt er in vollen Zügen. „Kostbar“ nennt er die Stunden, die er mit den Buben verbringt. Die beiden gehören am Donnerstag sicher zu den ersten Gratulanten, wenn der Opa seinen 75. Geburtstag feiert.

Archäologie ist seine große Leidenschaft

Die Einladung, die Hilleprandt eigentlich geplant hatte, entfällt. Coronabedingt. „Ich hoffe, dass ich das im Sommer nachholen kann.“ Hoffen ist auch das Stichwort, wenn er an die Pfingstreise denkt. Griechenland mit der ganzen Familie steht auf dem Programm. Wegen der Enkel ein Club-Urlaub, normalerweise würde sich Hilleprandt auf alte Kulturgüter und Ausgrabungsstätten stürzen. „Das ist meine größte Leidenschaft“, verrät der Steuerberater, der nach wie vor stundenweise in der Kanzlei mitwirkt.

Ehe er diese Karriere einschlug, hat er ein paar Semester Archäologie studiert und in diesem Zug auch Südamerika erkundet. Letztlich entschied sich der gelernte Bankkaufmann für die Betriebswirtschaft und machte seine Passion zum Hobby. Auf fast allen Kontinenten hat er sich schon ausgiebig umgeschaut, nur Australien fehlt auf seiner Liste. „Das Reisen geht mir schwer ab.“ Wegen der Pandemie verzichtete er auch im vergangenen Jahr darauf, in die Ferne zu schweifen. Stattdessen ging’s an die Ostsee – und er war begeistert. „Dann lerne ich jetzt halt Deutschland besser kennen.“

Das Beste daraus machen, das liegt in Hilleprandts Natur. Er ist keiner, der lamentiert. Keiner, der den Kopf in den Sand steckt. Vielmehr packt er an, hilft, wo Not am Mann ist. Diese Eigenschaft hat ihm im Lauf der Jahre etliche Ehrenämter beschert. Beim Skiclub Garmisch, im Weltcup-Organisationskomitee, im Förderverein für den Olympiastützpunkt, beim Golfclub Garmisch-Partenkirchen, dessen Ehrenpräsident er jetzt ist, im Gewerbeverband und eben beim Christlich Sozialen Bündnis (CSB).

Die Debatte ums Kongresshaus verfolgt der Polit-Rentner sehr gespannt

Dass dieses nur mehr mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten ist, schmerzt Hilleprandt. Vor allem wenn er die aktuelle Debatte ums Kongresshaus verfolgt. Dabei erstaunt ihn besonders, „dass hier nur die alten Leute aktiv sind, von den Jungen, die’s betrifft und die mit dem Ganzen leben müssen, hört man nichts“. Um diese unendliche Geschichte endlich zu einem guten Abschluss zu führen, setzt er auf belastbare Zahlen und Fakten. „Die haben wir unter Frau Dr. Meierhofer nicht geliefert“, bedauert er. Und während seiner ersten Periode unter CSB-Bürgermeister Thomas Schmid „waren wir uns zu sicher, dass alles läuft. Das war ein Fehler“. Die einzige Möglichkeit für ihn bleibt Abriss und Neubau. „Der Bestand ist ein Fass ohne Boden.“ Man merkt, so ganz hat ihn die Politik nicht losgelassen, auch wenn er nicht mehr im Gemeinderat oder in den Aufsichtsräten der Bayerischen Zugspitzbahn und der LongLeif Gapa gGmbH sitzt. Zu sehr hängt sein Herz am Heimatort.

Deshalb ist Florian Hilleprandt auch überglücklich, dass sein Sohn Martin in seine Fußstapfen tritt. Als Steuerberater, aber auch in verschiedenen Ehrenämtern. „Das ist für mich eine große Freude.“ Sein Sohn sei „sehr sozial eingestellt und engagiert sich sehr“. Auch daran merkt Hilleprandt, dass er viel richtig gemacht hat im Leben. „Ich bin zufrieden.“ Und dankbar, dass es ihm gesundheitlich wieder gut geht und er aktiv sein kann.

Der Polit-Rentner genießt die Natur rund um Garmisch-Partenkirchen – vorzugsweise mit seinem E-Bike. Aber auch Golf, Nordic Walking, Schneeschuhgehen und Skifahren stehen auf der Agenda. „Gerade jetzt bei dem schönen Wetter bin ich viel draußen.“ Gerne mit den beiden Enkeln, die er als Opa ja richtig verwöhnen darf. „Einfach toll“ findet er ihre gemeinsamen Unternehmungen. „Das macht immer viel Spaß.“

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