Pflichttermin für alle Straussianer: die Richard-Strauss-Tage in Garmisch-Partenkirchen. Hier der Liederabend mit Julian Pregardien (Tenor) und Kota Sakaguchi (Klavier), der heuer im Juni auf dem Programm stand.
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Pflichttermin für alle Straussianer: die Richard-Strauss-Tage in Garmisch-Partenkirchen. Hier der Liederabend mit Julian Pregardien (Tenor) und Kota Sakaguchi (Klavier), der heuer im Juni auf dem Programm stand.

Trotz Corona insgesamt 1291 Besucher

Richard-Strauss-Tage: In der richtigen Spur

  • Andreas Seiler
    VonAndreas Seiler
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Das Konzept ist aufgegangen: Die abgespeckten Richard-Strauss-Tage in Garmisch-Partenkirchen boten heuer nicht nur Spitzenqualität. Sie blieben auch im Kostenrahmen – ein rundum positives Resümee, das jetzt im Gemeinderat vorgestellt wurde.

Garmisch-Partenkirchen – Die Vorgeschichte ist bekannt: Das renommierte RichardStrauss-Festival zu Ehren des berühmten Komponisten, der mehr als 40 Jahre lang in Garmisch-Partenkirchen lebte, erwies sich in finanzieller Hinsicht als Fass ohne Boden – und sorgte für reichlich Hickhack. 2020 musste es coronabedingt abgesagt werden – und schließlich warf auch noch der damalige Künstlerische Leiter und Dirigent Alexander Liebreich das Handtuch.

Neustart in abgespeckter Form

Die Ortspolitik zog daraufhin die Reißleine und entschied sich für einen Neuanfang in abgespeckter Form – ausgestattet mit einer stren-gen Kostenkontrolle. Eine sicherlich nicht einfache Entscheidung, die sich jetzt aber im wahrsten Sinne des Wortes auszahlte. Denn die Richard-Strauss-Tage, so der Name der viertägigen Reihe (24. bis 27. Juni), blieben sogar etwas unter dem Budget von rund 300 000 Euro. Dies berichtete Michael Gerber, Geschäftsführer von GaPa Kultur, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Eine genaue Abrechnung liege zwar noch nicht vor, erklärte der Tourismuschef den Volksvertretern. Aber es stehe fest: „Wir sind mit dem Geld zurechtgekommen.“

Die Marktgemeinde und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst tragen mit jeweils 100 000 Euro den Löwenanteil der Kosten. Hinzu kommen diverse Fördermittel, Spenden sowie die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten, Programmbücher, Werbeanzeigen und Sendelizenzen.

Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) ist zufrieden: „Das ist der richtige Weg. Wir sind zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals konsentreu geblieben“, sagte sie. Und auch Kulturreferent Dr. Günter Steinebach (CSU) war voll des Lobes – und sprach in seinem Redebeitrag von einem „sehr guten Erfolg“.

Die Resonanz war hoch, teilweise gab es bereits während des Vorverkaufs keine Tickets mehr: Bei den elf Veranstaltungen wurden insgesamt 1291 Besucher gezählt. Das ist viel angesichts der strengen Corona-Auflagen. Beispielsweise durften in den Festsaal Werdenfels nur etwas über 100 Kulturfreunde, um das Infektionsrisiko gering zu halten.

Fortsetzung im nächsten Jahr

Für das Programm war Dr. Dominik Sedivy, Leiter des Richard-Strauss-Instituts, mit seinem Team verantwortlich. „Das war eine schöne, runde Sache“, schwärmte er. Man habe es geschafft, die „Leuchtturm-Veranstaltung“, die Richard-Strauss-Fans aus ganz Deutschland ansprechen soll, auf die richtige Spur zu bringen, so der neue Künstlerische Leiter weiter. Nächstes Jahr werde es voraussichtlich in einer „vergleichbaren Dimension“ eine Fortsetzung geben. Der Termin steht bereits fest: 22. bis 26. Juni.

Heuer lag der Fokus auf dem Frühwerk des Komponisten. Highlights waren dabei das Sinfoniekonzert der Camerata Salzburg, bei dem es mit der Concertouvertüre h-Moll sogar eine Uraufführung zu hören gab, und das Matineekonzert des Salzburg Ensembles.

Die Richard-Strauss-Tage waren Teil des Musiksommers – ein Format, das ebenfalls im Kostenrahmen (rund 11 000 Euro) blieb. Einziger Wermutstropfen: Die Projekte des geplanten Kulturaustauschs mit der italienischen Rossini-Geburtsstadt Pesaro starten vermutlich erst im Herbst – wenn die erhoffte Förderung freigegeben wird.

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