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Das Lachen, das ein Land verzückt: Biathletin Laura Dahlmeier bei der Siegerehrung in Pyeongchang. 

Kofelgschroa tritt für die Biathletin auf

In der Kutsche auf die Party: Feier für Olympia-Heldin Dahlmeier geplant

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Die Olympischen Spiele sind für Laura Dahlmeier zu Ende – doch der Feier- und Ehrungsmarathon beginnt gerade erst. In der Heimat wird die Doppel-Olympiasiegerin am 2. März ausgezeichnet. Vor mehreren tausend Fans – das hoffen die Verantwortlichen.

Garmisch-Partenkirchen– Man hat Laura Dahlmeier schon auf allerhand unterschiedlichen Gefährten transportiert. Ihre Freunde von der Bergwacht lieferten jedes Mal sehr kreative Ideen.

2015 nach ihren ersten WM-Medaillen in Kontiolathi fuhr sie im Bergwacht-Transporter vom Flughafen München nach Hause. Den Weg zum Auto legten die Kollegen mit einem Roten Teppich aus.

Im Vorjahr beim Empfang nach dem WM-Triumph mit fünf Goldmedaillen düste Dahlmeier auf einem Skidoo – dem Schneemobil der Bergwacht – durch die Partenkirchner Ludwigstraße. Später seilte sie sich auf die Bühne am Kurpark ab.

In diesem Jahr wird es weniger abenteuerlich, stattdessen ein bisschen festlicher. Die Doppel-Olympiasiegerin rollt in einer Pferdekutsche zum Kirchplatz. Reini Rauch – ein Bergwacht-Spezl – steuert sie. Neben Dahlmeier sollen Politikgrößen und (so der Plan) weitere Werdenfelser Olympioniken einsteigen.

Einen Termin für das Spektakel haben der Skiclub Partenkirchen und die Marktgemeinde gefunden. Am Freitag, 2. März, feiert der Ort seine Biathletin. Es ging viel schneller als in den Vorjahren, als man erst nach der Saison im April geehrt hatte. Aber zu diesem Zeitpunkt wäre die „ganze Euphorie und Begeisterung verflogen“, die diese Spiele in Pyeongchang entfacht haben, sagt Michael Maurer, der SCP-Präsident. Dahlmeier habe den Termin vorgeschlagen – inklusive Motto: „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“, sagte sie. Die nächsten zwei Wochen, die der Skiclub zur Vorbereitung nutzt, „werden ein bisschen anstrengend“, sagt Maurer. „Aber für die Laura machen wir’s gerne.“

Kink, Cakmakli oder Dopfer sollen ebenfalls kommen

Der grobe Plan steht bereits. Um 18 Uhr verleiht Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer, die sich am Donnerstag das Staffel-Rennen mit den Fans im Olympia-Haus anschaute, die Ehrenbürgerwürde an die Doppel-Olympiasiegerin. Für Dahlmeier gibt’s das Ehrungs-Komplettpaket der Marktgemeinde: Sie schreibt sich ins Goldene Buch ein. Es ist ihr fünfter Eintrag – der vierte am Stück. Etwa gegen 18.30 Uhr startet der Festzug vom Rathaus zum Kirchplatz auf der Ludwigstraße. Bislang hatte der SCP die Dahlmeier-Titel im Kurpark am Richard-Strauss-Institut gefeiert. Dort hat sich zu viel Schnee gesammelt, um solche Massen an Menschen unterzubringen. Im Fasching veranstalteten die Ortsvereine ihre Gaudi-Olympiade auf dem Kirchplatz. Einige Bilder des Spektakels sammelt Maurer auf dem Handy, weil sie ihm so gut gefallen. Auch die Laura habe sich ja an der Gaudi beteiligt. Aus Südkorea schickte sie eine Videobotschaft an die Maschkera. „Es wäre nett, wenn alle Teilnehmer auch zum Empfang kommen würden“, sagt der SCP-Chef. Er träumt von mehreren tausend Gästen. 2017 zählte man etwa 2000. Ob so viele auf den Kirchplatz passen? Bestimmt, sagt Maurer. „Ich bin ja ein Freund davon, wenn es kuschelig wird.“ Pfarrer Andreas Lackermeier hat dem Fest schon zugestimmt – per Nachrichtendienst WhatsApp. „Da erreichst du heutzutage selbst den Pfarrer“, sagt Maurer.

Die Bühne baut der SCP direkt neben dem Brunnen auf. Moderator Roman Roell, ein bewährter Mann für Empfänge, organisiert die Fragestunde, die gegen 19 Uhr beginnt. Viele Überraschungsgäste aus Lauras Leben werden auftauchen. Gerade versucht Maurer, weitere Olympia-Teilnehmer zu organisieren. An Freeskierin Sabrina Cakmakli, Eishockey-Spieler Marcus Kink oder Alpin-Ass Fritz Dopfer denkt er. Je mehr das Olympia-Fest mitfeiern, desto besser, findet der Präsident. Die Band Kofelgschroa, die die Veranstalter bereits in der Vergangenheit angefragt hatten, unterhält. Diesmal haben sie Zeit. Nur auf die Frage zum Geschenk des SCP antwortet Maurer nicht. Es ist zur Tradition geworden, dass der Verein seine Überraschung erst am Schluss lüftet. Es wird nichts Teures, versichert Maurer. Lieber soll der Skiclub das Geld in den Nachwuchs stecken. Das ist Dahlmeier wichtig, betont Christina Dahlmeier-Weigelt, Tante und Vorsitzende des Fanclubs. „Sie möchte der Region zurückgeben, was sie selbst als Kind erhalten hat.“

Nur vom Flughafen werden Fanclub und SCP die Biathletin diesmal nicht abholen. Dahlmeier landet ja in Frankfurt. Dort hat der Deutsche Olympische Sportbund einen offiziellen Empfang organisiert. Mit dem Auto geht es in die Heimat. Ihre Tante betont: „Sie soll die Ruhe genießen.“ Denn Ruhe zieht Laura Dahlmeier dem Trubel immer vor.

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