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Vorfreude aufs Osterfest: die Pfarrer Andreas Lackermeier (r.) und Dumitru Aman. 

Christlicher Glaube im Werdenfelser Land

In Partenkirchen wird zweimal Ostern gefeiert

Mitten in der Nacht: Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wird in diesem Jahr Ort für einen ganz besonderen Auferstehungsgottesdienst.  

Garmisch-Partenkirchen – Mit dem Karfreitag haben die Osterfeiertage im Landkreis begonnen. Doch nicht für alle Christen. Seit der morgenländischen Kirchenspaltung im 11. Jahrhundert gab es zwischen den katholischen und den orthodoxen Gläubigen immer wieder Streit um das Datum. Mit Auswirkungen bis in die heutige Zeit: So wird auch in der Pfarrkirche in Partenkirchen gleich zweimal Ostern gefeiert.

„Wir haben der rumänisch-orthodoxen Pfarrei mit ihren landkreisweit etwa 1500 Mitgliedern unser Gotteshaus für ihre Feierlichkeiten am 28. April, ihrem Osterfest, zur Verfügung gestellt“, erzählt Pfarrer Andreas Lackermeier. Sein rumänischer Kollege Pfarrer Dumitru Aman ist kein Unbekannter: „Er feiert normalerweise die Gottesdienste seiner Gemeinde jeden Sonntag und Mittwoch in der kleinen Sebastianskapelle.“ Zum orthodoxen Osterfest erwartet er aber bis zu 150 Besucher.

Der 44-jährige, gebürtige Rumäne aus Moldawien, der in Farchant lebt und hauptberuflich als Nachtportier im Hotel Königshof in Garmisch-Partenkirchen arbeitet, erzählt: „Wir feiern die ganze Nacht. Der Gottesdienst beginnt um Mitternacht und endet um vier Uhr in der Früh.“ Lackermeier, der unbedingt dabei sein möchte, schränkt aber ein: „Ich glaube nicht, dass ich so lange durchhalte und werde mich wohl früher verabschieden“, sagt er.

Das orthodoxe Osterfest unterscheidet sich aber nicht nur hinsichtlich des Zeitpunkts und der Länge vom christlichen. So ist beispielsweise der Altar hinter einer Wand mit Ikonen versteckt und für die Besucher nicht zu sehen. Und auch das Entzünden Osterkerzen oder eine Taufe – beides ist während der katholischen Zeremonie üblich – gibt es bei den orthodoxen Gläubigen so nicht.

Dafür kennen beide Gemeinden den Brauch, in einen Osterkorb Speisen während der Feier segnen zu lassen. Doch während hierzulande Brot, Salz, Hefezopf und Eier im Korb liegen, bringen die rumänisch-orthodoxen Gläubigen Pasca, einen Kuchen aus süßem Käse mit Rosinen, und Paschte, ein in Würfeln geschnittenes Weißbrot, mit. „Rein äußerlich gibt es zwischen den Gemeinden einige Unterschiede“, erklärt Pfarrer Lackermeier, „die innere Lehre von der Auferstehung Jesu Christi ist aber dieselbe.“
BARBARA FALKENBERG

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