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Ein Stern für den Erzbischof: Manesa (r.) und Almira helfen Kardinal Reinhard Marx beim Schmücken seines Baumes.

Besonderer Besuch im Integrationskindergarten

Kardinal Marx erfüllt Wünsche 

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Eine besondere Einrichtung besucht Kardinal Reinhard Marx immer in der Vorweihnachtszeit. Und bringt 10.000 Euro mit. In diesem Jahr profitiert davon der Integrationskindergarten in Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen – Ganz versunken sitzt sie da. Hochkonzentriert. Bunte Formen liegen vor ihr. Damit spielt Manesa – völlig entspannt. Ein neues Gefühl für das Mädchen, das mit seinem Rollstuhl nun ganz bequem an den neuen Tisch kommt. Eine Sonderanfertigung, die höhenverstellbar und kippbar ist. „So ein Modell stand schon lange auf unserem Wunschzettel“, sagt Ronald Kühn, Geschäftsführer der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE). Das Geschenk, das Kardinal Reinhard Marx nach Garmisch-Partenkirchen mitgebracht hat, ermöglichte zu seiner Freude die Anschaffung.

Davon machte sich der Erzbischof von München und Freising am Montagvormittag selbst ein Bild. Für ihn ist es eine schöne Tradition, in der Vorweihnachtszeit eine besondere Einrichtung zu besuchen – und 10 000 Euro mitzubringen. Das Geld, das er dem Integrationskindergarten der KJE gespendet hat, fließt außerdem in Möbel für die Terrassen, die sich vor jedem der sechs Gruppenräume befinden. Und in einen rollstuhlgerechten Anbau für die Matschecke im Garten.

Ein buntes Programm haben die Mädchen und Buben des Integrationskindergartens mit ihren Erziehern für den hohen Besuch zusammengestellt.

Den Tisch, an dem kurz zuvor noch Manesa gesessen hat, begutachtet Marx interessiert. Die Einrichtung an der Dompfaffstraße beeindruckt ihn. Wie auch das ganze Wirken der KJE, die bereits in den 1970er Jahren, lange bevor Inklusion überhaupt ein Thema war, die Menschen zusammenbrachte. „Unterschiede als Bereicherung erleben, das lernen hier schon die Kinder“, sagt er . Um all das bei seinem Besuch auch zu erfahren, schaut er sich nicht nur die Räume und Therapiebereiche an, sondern sucht auch das Gespräch mit Erzieherinnen und Kindern. Für jede Gruppe, in der jeweils 17 Mädchen und Buben, davon fünf mit erhöhtem Förderbedarf betreut werden, nimmt er sich Zeit.

Bei den Gipfelstürmern, zu denen auch Manesa gehört, setzt er sich auf einen der kleinen Stühle und schaut den Kleinen zu, die gerade bunte Bilder stecken. Im Drachennest erkundigt er sich nach den Berufswünschen der Kinder und muss selbst schmunzeln, als ein Mädchen wie aus der Pistole geschossen „Prinzessin“ sagt. „Alles möglich“, meint Marx und lacht. In der Krümelkiste lässt er sich von zwei Buben die Treppe raufführen – zur Puppenecke, von der aus sich bei klarer Sicht ein traumhafter Bergblick bietet. Für die Grashüpfer singt er „Wir sagen Euch an den lieben Advent“, von den Piraten lässt er sich eines über die Neugier der Kinder vortragen. „Wir haben Dich gebastelt“, ruft ihm ein strahlender Bub bei den Kobolden entgegen. Er zeigt auf die kugelrunden Weihnachtsmänner aus Tonpapier, die von der Decke baumeln. Es sind Begegnungen wie diese, die Marx beglücken.

Ein Baum, den die Kinder mit sechs individuellen Sternen schmücken, Lieder und ein Gedicht geben die Mädchen und Buben mit auf dem Weg. Er hat für sie noch Kreuze für jeden Gruppenraum und kleine Holzengel für jedes Kind mitgebracht. Das Miteinander in der KJE-Einrichtung, in deren Bau unter anderem 96 000 Euro von Tagblatt-Lesern geflossen sind, begeistert Marx. „Sehr viel Engagement und Professionalität“, bescheinigt er Kindergartenleiterin Petra Röger und ihrem Team sowie der gesamten KJE.

Die Wertschätzung, die er dem Verein und seinen Einrichtungen durch seinen Besuch zuteil werden lässt, hebt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hervor. Sie und ihre Kollegen aus Grainau, Farchant und Oberammergau nutzen ebenso wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) die Chance zum persönlichen Gespräch mit Marx. An der Dompfaffstraße erhalten die Mädchen und Buben Speer zufolge „optimale Startbedingungen. Hier können sie sich entfalten“. Das bestätigt Kühn: „Unser Ziel ist es, miteinander und voneinander zu lernen, niemanden auszugrenzen und allen ein Höchstmaß an gesellschaftlicher Partizipation zu ermöglichen.“

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