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Pandemie-Notlage: Intensivstationen geraten an ihre Grenzen

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Von: Andreas Seiler

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Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf der Corona-Station im Städtischen Klinikum Dresden hinter einer Scheibe, an der ein Achtungssymbol mit einem stilisierten Coronavirus angebracht ist.
Die Intensivstationen füllen sich aufgrund der Corona-Pandemie (Symbolbild). © dpa

Landkreis – Die Situation ist alarmierend – und spitzt sich zu: Die vierte Corona-Welle, die Deutschland voll erfasst hat, füllt auch die Intensivstationen der beiden Kliniken im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und bringt diese an ihre Kapazitätsgrenzen.

„So viele Covid-Patienten hatten wir noch nie“, berichtet Dr. Martin Dotzer. Der Leitende Arzt in der Anästhesie an der Murnauer Unfallklinik ist zugleich Ärztlicher Leiter der Krankenhaus-Koordinierung im Zweckverband Oberland – und zeichnet ein düsteres Bild: „Wenn die Zahlen weiter zunehmen, dann wird es richtig eng“, sagt Dotzer, der vor einem Kollaps des Systems warnt. Dabei sieht es nach einer Entspannung momentan nicht aus.

Alle Intensivbetten in Unfallklinik belegt

Ein Blick in die Statistik (Stand: 17. November) verdeutlicht den Ernst der Lage: Alle 28 Intensivbetten, die die Unfallklinik in der Staffelsee-Gemeinde hat, sind derzeit belegt, zehn davon mit Corona-Erkrankten. Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen sieht es nicht viel besser aus: Dort ist nur noch ein Intensivbett frei (von insgesamt 16). Die Abteilung zählt fünf schwere Corona-Fälle. Allerdings könnten dort innerhalb von 48 Stunden vier weitere Intensivplätze geschaffen werden.

Zudem besteht die Möglichkeit, Patienten an andere Häuser zu verlegen. Allerdings wird’s auch in dem besagten Zweckverband, der in den drei Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz Wolfratshausen sieben Krankenhäuser zählt, allmählich eng: Zur Verfügung stehen insgesamt 86 Intensivbetten. Notfalls kann auf 105 erhöht werden. 78 davon sind belegt, unter anderem mit 31 Corona-Patienten. Die Kapazitäten könnte man weiter ausbauen, erklärt Dotzer. Nur dann müsste man den normalen Betrieb weiter einschränken. Der Experte spricht von einer „Verschiebung der knappen Ressourcen“.

Behandlungen und Operationen werden verschoben

Die Regierung von Oberbayern hat bereits reagiert – mit einer Art Krisenmodus. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen und die Unfallklinik Murnau fungieren demnach als Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser. Das bedeutet: Alle unter medizinischen Aspekten aufschiebbaren stationären Behandlungen und ambulanten Operationen sind zu unterlassen. Das Ziel liegt auf der Hand: Auf diese Weise sollen die kritische Belegungssituation verbessert sowie die Versorgung von Corona-Patienten und von Notfällen sichergestellt werden. Im Klinikum im Kreisort ist zusätzlich ein Besucherstopp verhängt worden. Für die UKM-Gäste gilt indessen noch die 2G-Plus-Regelung.

Für Dotzer ist klar: Impfen ist der beste Weg aus dieser Krise. Denn auf den Intensivstationen landeten in erster Linie die Ungeimpften. Und es müssten seiner Ansicht nach die Kontaktbeschränkungen und Tests ausgeweitet werden.

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