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Das „blaue Auge“ macht Sebastian Bezzel auch nach dem Dreh zu schaffen. 

Komödie „Falsche Siebziger“ feiert Premiere 

Interview mit Sebastian Bezzel: Übel war nur das blaue Auge

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Es läuft gut bei Schauspieler Sebastian Bezzel. Der Garmisch-Partenkirchner ist gefragt. Im Interview spricht er über seine Heimat, „Falsche Siebziger“ und über seine „Verletzung“. 

Garmisch-Partenkirchen/München Trotz des „Aus“ für den Bodensee-Tatort, in dem Sebastian Bezzel an der Seite von Eva Mattes ermittelt hatte, läuft es für den Garmisch-Partenkirchner Schauspieler gerade wie am Schnürchen. Am Mittwoch, 28. Juni,  feiert die Komödie „Falsche Siebziger“, in der er den chaotischen, aber liebenswerten Hubertus Hochstetter spielt, auf dem Filmfest München Premiere. Die TV-Ausstrahlung ist für den Herbst geplant. Bereits im August läuft im Kino die „Grießnockerlaffäre“ an, der vierte Fall von Rita Falks Polizeiwachtmeister Franz Eberhofer. Inzwischen gibt es acht Bücher, die alle die Bestsellerliste gestürmt haben. Eine Erfolgsgeschichte – auch für Bezzel.

Herr Bezzel, wie zufrieden sind Sie?

Sebastian Bezzel: Ich bin sogar sehr zufrieden! Meine Zufriedenheit hängt aber nicht nur vom Job ab. Obwohl das g’rad wirklich gut läuft. Trotzdem hätte ich durchaus noch Ehrgeiz für andere Sachen – zum Beispiel würde ich gern mal etwas Historisches machen oder Theater... Der Dreh zu „Falsche Siebziger“ war aber auch ein Riesenspaß.

Wie kam’s, dass Sie in „Falsche Siebziger“ dabei sind?

Bezzel: Ich hatte gerade die „Grießnockerlaffäre“ abgedreht, da rief Matthias Kiefersauer, den ich ja schon von anderen Projekten her kannte, an und sagte, dass ein Drehbuch auf dem Weg zu mir sei. Ich habe mich schon beim Exposé derart köstlich amüsiert, dass ich sofort wusste, dass ich da mitmachen möchte. Auch wegen der Zusammenarbeit mit den anderen Kollegen, die ich zum Teil schon ewig kenne. Zum Beispiel den Fred Stillkrauth. Den kenne ich, seit ich – gerade frisch von der Schauspielschule – spontan bei einer Inszenierung vom „Brandner Kaspar“ eingesprungen bin.

Und wie lief der Dreh?

Bezzel: Da fällt mir etwas ein, was blöd, sogar richtig blöd war: Gleich in der ersten Szene wurde ich übelst verhauen und musste dann die ganze Zeit über ein dickes, blaues Auge hingeschminkt bekommen. Das war echt hart. Innerhalb von vier Wochen etwa 20-mal – das hat mir mein Auge so übel genommen, dass es noch einen Monat nach Drehschluss geschwollen war. Ich hab’ dem Matthias dann gesagt, er soll beim nächsten mal „Armbruch“ ins Drehbuch schreiben...

Zuvor hatten Sie ja die „Grießnockerlaffäre“ abgedreht, das vierte Buch von Rita Falk über Franz Eberhofer. Inwieweit sind Sie an der Entwicklung Ihrer Figur beteiligt?

Bezzel: An den Romanen bin ich natürlich gar nicht beteiligt und auch nicht an den Drehbüchern. Das wäre ja auch noch schöner... Aber bei den Dreharbeiten bringe ich mich schon ein – vor allem bei den Dialogen. Da mache ich immer wieder mal Vorschläge und „klaue“ oft bei meiner Mama und bei meiner verstorbenen Oma. Die hatten immer so treffsichere bayerische Sprüche auf Lager. Rita Falk hat mir aber mal erzählt, dass sie beim Schreiben oft an mich denkt, weil in ihrem Schreibzimmer ein lebensgroßer Pappaufsteller vom Franz Eberhofer steht. Mit gezückter Waffe. Und dass sie, wann immer sie denkt, sie sei vielleicht zu faul, auf den Papp-Eberhofer schaut und er sie quasi daran erinnert, dass sie dringend weiterschreiben sollte...

Sie sind in Garmisch-Partenkirchen geboren, leben mit Ihrer Familie aber in Hamburg. Wie ist’s denn für einen Oberbayern so hoch im Norden?

Bezzel: Also Bayern, Oberbayern und Garmisch-Partenkirchen – das ist meine Heimat. Und Hamburg ist mein Zuhause. Da hab ich mittlerweile genauso meine Wurzeln. Meine Kinder und meine Frau sind Hamburger – und ich bin der Papa aus Bayern. Aber es ist immer wieder schön, in der Heimat zu sein, Familie und Freunde zu besuchen und auch hier in der Gegend zu arbeiten. Außerdem haben im letzten Winter meine Kinder (vier und sechs Jahre alt, Anm. der Red.) genau wie ich als kleiner Bub hier am Hausberg ihren ersten Skikurs gemacht. Das war einfach schön.

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