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Die Amtstrasse des Karmertunnels und des Erkundungsstollens.

Neuer Zeitplan für Bauarbeiten

Kramertunnel: Eröffnung erst in den 2020er Jahren

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Garmisch-Partenkirchen - Im Jahr 2021 sollen die ersten Fahrzeuge durch den Oberauer Tunnel rollen. Und damit deutlich früher als durch den Kramertunnel – obwohl für die Umfahrung Garmisch schon mächtig gegraben wurde. In den nächsten Wochen leitet das Bauamt weitere Schritte ein.

„Es gibt einen klaren Plan“, erklärt Michael Kordon, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim. Einen klaren Plan, wie es den Erkundungsstollen fertigstellen und den Kramertunnel erschaffen will. Technisch betrachtet. Aber wann die Ortsumfahrung Garmisch für den Verkehr freigegeben werden kann, dafür gibt es keinen Plan. Es wird noch Jahre dauern, ehe Verkehrsteilnehmer durch die Röhre rollen und die Anlieger an der B 23 aufatmen können.

So liefen die Sprengarbeiten für den Erkundungsstollen:

So laufen die Spreng-Arbeiten im Kramertunnel

Im September oder Oktober wird das Amt bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag für das neue Planfeststellungsverfahren einreichen. Das kündigten jetzt Kordon und der Abteilungsleiter Dr. Hermann Streicher gegenüber dem Tagblatt an. Ende 2015 oder Anfang 2016 dürfte der Beschluss, sozusagen die Baugenehmigung, vorliegen. Dagegen hat der Bund Naturschutz bereits Klage angekündigt. Bis zu zwei Jahre, rechnet Kordon, könne es bis zum Urteil dauern. Mehr als ein Jahr Zeit braucht die Ausschreibung. Das heißt: Ohne Klage erscheint Streicher zufolge ein Baubeginn „frühestens Ende 2017, eher 2018“ möglich, mit Klage ist mehr Zeit einzuplanen. Danach geht er beim Vortrieb von drei bis vier und beim Einbau der Technik von bis zu zwei Jahren aus. Das 176 Millionen Euro teure Projekt – die bereits ausgegebenen 35 Millionen für den Erkundungsstollen eingeschlossen – wird also in den 2020er Jahren vollendet sein. Die Ortsumfahrung Oberau, für die im Herbst die Ausschreibung startet, soll 2021 eröffnet werden.

An seinem Plan hält Kordon trotzdem fest. Er will über dem Bergsturzbereich, an dem der Vortrieb des Erkundungs- und späteren Fluchtstollens gestoppt wurde, den Grundwasserspiegel absenken. Das Wasser soll in der Bauzeit gefasst und in einem künstlichen Graben zur Bewässerung der wertvollen Hangquellmoore geleitet werden. Der Bund Naturschutz kämpft entschieden dagegen – er befürchtet eine Zerstörung der Moore. Auch Kordon sieht Risiken: „Hat das Auswirkungen? Verändert sich das Wasser?“ Trotzdem hält er das Vorgehen für richtig: aus Sicht der Technik, der Wirtschaftlichkeit sowie der Arbeitssicherheit.

So demonstrierten die Bürger für die Ortsumfahrung Garmisch:

Bilder: Demo für die Garmischer Umfahrung

Eine Änderung der Trasse, wie sie der BN fordert, lehnen Kordon und Streicher rundweg ab. „Durch den Erkundungsstollen haben wir gute Erkenntnisse, die wir für ein anderes Gebiet nicht haben“, sagt Kordon. Die 35 Millionen Euro seien nicht für die Katz. Zudem würden weitere Erkundungsbohrungen aus seiner Sicht gewaltige Eingriffe in die Natur bedeuten. „Da werden wir noch häufig streiten“, meint der Behördenleiter angesichts des BN-Widerstandes. Aber von seinem „klaren Plan“ weicht er nicht ab.

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