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Fast vollzählig: Die ISEK-Foren-Arbeit stößt auf großes Interesse, kaum ein Teilnehmer hat im Vorfeld abgesagt.

Handlungsbedarf in vielen Bereichen

ISEK: Schwachstellen in Garmisch-Partenkirchen identifiziert

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Intensives Treffen: Drei Stunden lang tauschten sich das Projektteam und die Forums-Teilnehmer aus. Und kamen in vielen Dingen auf den gleichen Nenner. 

Garmisch-Partenkirchen – Ein bisschen was hatte das Treffen von einer Beamer-Fotoausstellung. Locker könnte man mit den vielen Bildern, die beim zweiten Forum des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, kurz ISEK, gezeigt wurden, ein Garmisch-Partenkirchen-Album füllen. Wer durchblättert, findet einladende Motive. Aber auch abschreckende. An manchen dieser Stellen „fragt man sich, wie das passieren konnte?“, sagte Astrid Eggensberger, Projektplanerin von Koch+Partner. Noch zumindest. Denn mit Hilfe von ISEK soll sich die Marktgemeinde zum Bilderbuch-Ort mausern.

Doch wo fängt man an, wo hört man auf? Wo steckt Optimierungspotenzial? Was soll sich in den nächsten 15 Jahren ändern? All das eruiert das interdisziplinäre ISEK-Team gemeinsam mit den etwa 50 Forums-Teilnehmern in der derzeitigen Phase des 18-monatigen Prozesses. Seit Dienstagabend steht fest: Die Meinung der Experten sowie der Politik deckt sich größtenteils mit den Ansichten der ortskundigen Mitwirkenden. Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) wertete diese Erkenntnis als kleine Bestätigung für die Arbeit im Rathaus. „Die Verwaltung liegt bei den Schwerpunkten, die wir intern erarbeitet haben, nicht so daneben“, merkte die Bürgermeisterin an.

Was passiert mit dem Abrams?

Beide Seiten sind sich einig: Ortsgestalterischer Handlungsbedarf herrscht beispielsweise im Umfeld des Olympia-Skistadions und des westlichen Bahnhofbereichs, bei der Verbindung beider Ortsteile sowie dem Abrams-Gelände mit historischem Ortskern in Garmisch und der Fußgängerzone. Nicht zu vergessen: der Abrams-Komplex mit seinen zahlreichen Nutzungsoptionen – als Seniorenheim, für die Forschung oder als Wohnraum. Groß in Planungen einzusteigen, macht derzeit allerdings keinen Sinn. „Wir müssen warten, bis sich die Bundespolizei positioniert, ob sie einen Teil des Geländes will“, sagte Meierhofer. Diese siedelt sich in Garmisch-Partenkirchen an, klappert potenzielle Standorte ab. Eine Rückmeldung ist nach Auskunft der Bürgermeisterin noch nicht im Rathaus eingetrudelt.

Der Michael-Ende-Kurpark ist noch so ein Negativ-Beispiel. „Er ist von außen kaum sichtbar“, schilderte Eggensberger. Von den nicht unbedingt attraktiven Einzäunungen mal ganz abgesehen.

Es handelt sich um alles andere als gänzlich unbekannte „Brennpunkte“. Mehrfach kamen sie in den Gremien der Marktgemeinde bereits zur Sprache. Für ISEK hat man sich trotzdem ganz bewusst entschieden. Schließlich ist es die Voraussetzung, um ins Städtebauförderprogramm zu kommen. Mit 80 Prozent – die hohe Förderquote liegt allein am Konversionsgelände Abrams – bezuschusst der Freistaat die Projekt-Gesamtkosten von rund 200.000 Euro.

Superlativ besser spielen

Systematisch geht das Projektteam an die Sache ran. Es hat den Blick von außen. Manchmal, sagte Eggensberger „wird man betriebsblind, wenn man hier wohnt“. In verschiedenen Kategorien wurde und wird der Ort analysiert – sei es in puncto Landschaft, Verkehr, Energie sowie Wirtschaft und Tourismus. Erste essenzielle Erkenntnisse blieben nicht aus. Unter anderem den Einzelhandel betreffend. Als kritisch erachtete Tobias Hölzl vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement die Vekaufsflächen. Über 50 Prozent liegen unter 50 Quadratmeter. „Das ist auf lange Sicht ein Manko“, sagte er.

Selbst im Tourismus besteht trotz vieler Stärken wie den vielen Attraktionen Verbesserungspotenzial. Nach der Ansicht von Elisabeth Hiltermann wäre noch viel mehr drin. Sie bedauerte, dass Garmisch-Partenkirchen zu wenig Profit aus „Best of the Alps“ schlägt. „Es ist ein Privileg dazuzugehören“, sagte sie. Gleiches gilt für die Zugspitze, welche in der Kommunikation der Marktgemeinde zu kurz komme. „Sie haben ein Superlativ“, betonte sie in Bezug auf Deutschlands höchsten Berg. Das Problem: Dieses Superlativ wird zu wenig gespielt.

Gespannt hörten die Vertreter aus Kultur, Wirtschaft, Kultur oder aus den Vereinen den Worten der Fachleute zu, ehe sie selbst wieder in themenspezifischen Arbeitskreisen aktiv werden mussten, um dem ISEK-Team neue Ansatzpunkte zu liefern. Schließlich geht es nicht darum, dem Ort etwas überzustülpen, sondern gemeinsam das Garmisch-Partenkirchen-Album zu gestalten.

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