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So soll‘s sein: Hunde gehören in freier Wildbahn an die Leine.

Jagdgenossenschaft Partenkirchen

Viel Ärger mit freilaufenden Hunden

Franz Rieger reicht’s. Fünf tote Rehe und ein gerissenes Hirschkalb innerhalb von 14 Tagen alarmieren den Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Partenkirchen. Wildernde Hunde sind ihm zufolge die Übeltäter. Jetzt nimmt er die Besitzer in die Pflicht.

Garmisch-Partenkirchen – „Wir brauchen keine Wölfe, uns langen schon die Hunde“: Franz Rieger, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Partenkirchen, hat vielmehr Ärger mit freilaufenden Hunden. Denn in den Randbereichen des Marktes, im Ortsteil Partenkirchen ist das insbesondere das Gehfeld mit dem Wander- und Radweg zwischen Ski- und Eisstadion, jagen diese nicht nur das Wild, sondern, schlimmer noch, sie reißen es auch. Und das nicht gerade selten, wie die Grundbesitzer immer wieder erfahren müssen: Erst kürzlich wurden Rieger zufolge, „binnen 14 Tagen fünf tote Rehe und ein Hirschkalb gefunden – offenkundig gerissen von Hunden“. Wenn sie frei laufen dürfen, verlocke dies vorwiegend die größeren Exemplare nur allzuoft dazu, das Wild zu verfolgen.

Ein Unding für den Experten. Zumal „frei laufende Hunde selbst auf Wanderwegen nur dann, wenn sie gut abgerichtet sind, auch anderen Spaziergängern zuzumuten sind“. Gerade in der freien Natur gelte jedoch besondere Rücksichtnahme auf scheue Wildtiere, am besten durch Anleinen des Hunde.

Doch immer wieder kommt es zu Übergriffen: „Erst neulich haben uns Leute angerufen, dass ein Hund am Gehfeld ein Reh jagt“, berichtet Rieger. „Wir sind hingefahren und haben nach zwei Stunden das Tier gefunden – noch lebend, aber mit aufgerissenem Bauch.“ Selbstverständlich erlösten er und seine Mitstreiter dieses von seinen Schmerzen. Vom Hund war keine Spur mehr zu finden.

Zweierlei Arten von Übergriffen seien üblich, betont Rieger. Da ist zum einen das Verfolgen, Jagen und schließlich Reißen von Wild, das sich den Wegen nähere. Zweitens das Jagen des Wilds in den Wald, wo das Tier sich dann versteckt und oft derart ermattet ist, dass es elend verendet oder stark geschwächt gerissen wird – entweder vom Hund oder von Raubwild, beispielsweise dem Fuchs.

„Die Verantwortung für das Benehmen des Vierbeiners und seine möglichen Übergriffe obliegt gesetzlich ausschließlich dem Halter“, unterstreicht Rieger. Leider sei es aber so, dass nur sehr wenig Vierbeiner in einer Hundeschule oder von seinem Besitzer erzogen würden, weshalb zunehmend mehr dieser schlimmen Vorfälle zu verzeichnen seien. Überdies besteht in Garmisch-Partenkirchen keine generelle Pflicht, die Hunde anzuleinen. Diese beschränkt sich außerhalb der geschlossenen Ortschaft nur auf Kampf- und größere Hunde sowie auf Kramerplateau- und Philosophenweg. Lediglich in der Hegezeit vom 1. April bis 1. November wird vorgeschrieben, dass Hunde nicht mehr in die Felder dürfen, sondern auf den Wegen bleiben müssen. Doch wer kontrolliert das schon?

Die Gemeinde Farchant sei auf diesem Sektor erheblich weiter, meint Rieger. „Die haben seit zwei Jahren außerhalb der Ortschaft weitgehende ganzjährige Anleinpflicht in den Freiweiden verfügt, egal um welchen Hund es sich handelt.“ Denn unabhängig von der Jagd aufs Wild sei es indiskutabel, eine Wiese zu mähen, die von Hunden verkotet wurde. „Das Futter kann man wegwerfen...“

Wolfgang Kaiser

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