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Lautsprecher: Elisabeth Koch schießt sich auf den politischen Gegner ein.

Zuständig für Abteilung Attacke

CSU: Koch läuft sich für den Wahlkampf warm

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Bei der CSU-Jahresversammlung arbeitet sich Elisabeth Koch, Fraktionsvorsitzende im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat, am politischen Gegner ab. Ihr werden Ambitionen  nachgesagt, bei der Kommunalwahl 2020 als Kandidatin für das Bürgermeisteramt anzutreten.

Garmisch-Partenkirchen – Für die Abteilung Attacke ist Elisabeth Koch bei der CSU Garmisch-Partenkirchen zuständig. Ihrem Ruf, der Lautsprecher der Schwarzen und ein streitbarer Geist zu sein, wurde die Rechtsanwältin im Rahmen der Jahresversammlung am Dienstagabend im Kurpark-Café wieder einmal gerecht. Sie schoss gegen den politischen Gegner und knöpfte sich dabei besonders Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und FDP-Mann Martin Schröter vor, den sie namentlich zwar nie erwähnte, doch jeder wusste, wen sie meinte. Die Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat bezeichnete ihn als „Pappnase“, weil er ständig fordere, die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) zu teilprivatisieren. Dabei sei der Entschluss des Gemeinderats vor zig Jahren, die BZB zu kaufen, „eine weise Entscheidung gewesen“. Doch damit nicht genug der „freundlichen“ Worte für den Mann, der im Gemeinderat ein isoliertes Dasein fristet. Wegen dessen unkollegialen Verhaltens schimpfte sie ihn einen „Nestbeschmutzer“.

Nicht ganz so hart fasste sie Meierhofer an. Allerdings wolle sie vor den CSU-Mitgliedern „Klartext reden, ansonsten werde ich von meinen Männern immer gebremst“. In der zehn Mitglieder zählenden Fraktion ist Koch die einzige Frau. Die Bürgermeisterin müsse sich endlich einmal hinstellen „und Entscheidungen treffen. Mir geht bei ihr der Mut ab“. Wenn sie den nicht bald zeige, „dann werden es noch zache zwei Jahre“.

Im März 2020 stehen die nächsten Kommunalwahlen auf dem Programm. Koch werden von verschiedenen Seiten immer wieder Ambitionen nachgesagt, sie wolle dann für die CSU den Chefposten im Rathaus zurückerobern. Letztmals stand mit Thomas Schmid 2008 ein Christsozialer an der Spitze des Marktes. „Ich habe mich noch nicht entschieden, ob ich antrete“, teilte sie gestern auf Tagblatt-Anfrage mit. Ihr Auftritt im Adelwärth ähnelte allerdings stark einer Wahlkampf- und Bewerbungsrede.

Geehrte und Ehrende: (v.l.) CSU-Ortsvor sitzender Claus Gefrörer, Ehrenmitglied Andreas Hutter, Erika Niedermeier, Sylvester Wackerle und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Bauer.

Koch kann indes nicht nur laut, sie kann auch Inhalt. Ihr Lieblingsthema ist die Leifheit-Stiftung. deren Aufsichtsrat sie und CSU-Ortsvorsitzender Claus Gefrörer angehören. „Ihr glaubt gar nicht, wie wahnsinnig zäh es ist, 57 Millionen Euro unter die Leute zu bringen.“ Zehn Millionen sind für das Geriatronik-Projekt vorgesehen, das Professor Sami Haddadin für die Technische Universität (TU) München in Garmisch-Partenkirchen realisieren soll. Wenn die Fraktionsvorsitzenden der Regierungs-Koalition, Alexander Dobrindt (CSU), Volker Kauder (CDU) und Andrea Nahles (SPD) am 7. bis 8. Mai auf der Zugspitze und in Murnau tagen, wird Haddadin dieses Projekt, zu dessen glühendsten Unterstützern Koch zählt, für Garmisch-Partenkirchen vorstellen. Und vermutlich steht auch bald ein Schild TU München vor einem Haus in Garmisch-Partenkirchen, in dem Haddadin und seine Mitarbeiter in Sachen Assistenzrobotik forschen. „Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungen“, sagt Koch.

Eher mit den profanen Dingen an der Basis beschäftigte sich Ortsvorsitzender Claus Gefrörer. Er rückte den anstehenden Landtagswahlkampf in den Mittelpunkt. Im Wahlkreis 129, zu dem Garmisch-Partenkirchen zählt, tritt erneut Martin Bachhuber an. „Wir werden ihn unterstützen, wo es nur geht“, sagte Gefrörer. Die (Kriegs-)Kasse der CSU Garmisch-Partenkirchen ist dafür ganz gut gefüllt. Schatzmeisterin Christine Sontheim nannte einen Habenstand von 16 845 Euro. Allerdings leisten immer weniger Mitglieder ihren Obolus. Innerhalb eines Jahres sank ihre Zahl von 306 auf 285.

Einer, der seit 1971 der Partei angehört, ist Andreas Hutter. Ihn kann man guten Gewissens ein CSU-Urgestein nennen. Für die Christsozialen saß er 24 Jahre im Gemeinderat, zehn davon leitete er die Fraktion. Gefrörer belohnte Hutter für seine Parteiarbeit mit der Ehrenmitgliedschaft und lobte in diesem Zusammenhang seine „große politische Erfahrung“. Die Abteilung Attacke war allerdings nie Hutters Metier. Darin unterscheidet er sich vom Elisabeth Koch. 

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