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Geehrte Mitglieder und prominente Gäste: (v.l.) Hauptmann Toni Witting, Peter Karg junior, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Landeshauptmann Karl Steininger, Schützenkönig Andreas Grasegger senior, Markus Glas, Johann Witting senior, Trachtler-Vorsitzender Hansjörg Ostermair, Josef Witting und Vize-Bataillonskommandeur Thomas Maurer. 

Hüter und Verteidiger der Volkskultur

Jahrtagsfeier der Partenkirchner Gebirgsschützen 

Bei der Jahrtagsfeier der Partenkirchner Gebirgsschützen waren viele befreundete Kompanien aus dem bayerischen Oberland und Tirol anwesend. Warum die Gebirgsschützen besonders brauchtumsfreudig sind, erfuhren die Teilnehmer bei einem Vortrag. 

Garmisch-Partenkirchen – Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Und wie so vieles aus jener Zeit, entstanden die Gebirgsschützen aus kriegerischen Anlässen, wurden gegründet, um Land und Leute vor den Einfällen feindlicher Soldaten zu schützen. Zuletzt geschah dies am Alpenrand, um Anfang des 19. Jahrhunderts marodierende Tiroler fernzuhalten: Doch seither sind die über 12 000 bayerischen Gebirgsschützen in 47 Kompanien organisiert und längst eine Truppe geworden, die sich zwar als Hüter und Verteidiger der Volkskultur bezeichnet, doch begleitet von Marketenderinnen und gewandet in farbige Monturen unter dem Patronat der Patrona Bavariae und der Schirmherrschaft des jeweiligen Ministerpräsidenten hauptsächlich der Repräsentation und dem Tourismus dienen.

So auch die Kompanie Partenkirchen, die 250 Männer sowie acht Marketenderinnen zählt und seit jeher Dunkelblau trägt. Bei ihrem traditionellen Jahrtag waren sie am Morgen zur Wallfahrtskirche St. Anton gepilgert, wo Pater Winfried Prummer den Gedenkgottesdienst zelebrierte, ehe die Truppe mit klingendem Spiel von Trommlerzug und Musikkapelle durch die Ludwigstraße zum Gasthof Fraundorfer marschierte. Dort hieß Hauptmann Toni Witting bei vollem Haus einige Ehrengäste willkommen: In erster Linie den Landeshauptmann Karl Steininger, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), den Stellvertretenden Bataillons-Kommandanten Thomas Maurer sowie Delegationen aus Wallgau, Ohlstadt, Tegernsee und nicht zuletzt aus Nassereith in Tirol, mit denen die Partenkirchner seit langem befreundet sind.

Wie vielfältig und brauchtumsfreudig die Tätigkeit einer Gebirgsschützenkompanie ist, erfuhren die Teilnehmer aus dem Bericht von Schriftführer Andreas Bartl, der sich nicht nur eingehend dem im vergangenen Jahr in Garmisch veranstalteten Bayerischen Patronatstag mit mehreren tausend Gästen samt dem Ministerpräsidenten widmete, sondern auch dem Wiedergründungs- und Bataillonsfest der Mittenwalder Kompanie, dem Besuch beim Jubiläum der Ohlstädter Kompanie sowie dem Alpenregionstreffen in Waakirchen. Selbstredend beteiligten sich die Partenkirchner auch an der 61. Festwoche, bei der sie ohnehin mit ihrer Schießbude präsent waren. Zusammen mit den Tegernseer Schützenkameraden veranstalteten sie ihre alle Jahre obligate „Ausschuss-Sitzung“ samt Freundschaftsschießen. In der Ettaler Basilika feierten sie eine Jubiläums-Gedenkmesse, nachdem sich Bayern vor 400 Jahren anlässlich des 30-jährigen Kriegs der Muttergottes als „Patrona Bavariae“ angelobt hatte.

Die letzte „Ausrückung“, wie die Schützen eine Veranstaltungsteilnahme bezeichnen, war am vergangenen Sonntag zum Patronatstag nach Gaißach. Wie jedes Jahr war die Kompanie auch am vergangenen Advent beim Betrieb des Glühweinstands am Kögl-Eck beteiligt. Und weil sie auch das sportliche Schießen pflegen, wirkten die Partenkirchner nicht nur beim Bundesschießen in Bad Tölz mit, wo sie den siebten Platz erreichten, sondern auch beim Bataillonsschießen, wo sie vor den Garmischern den zweiten Platz erkämpften. Überdies veranstalteten sie ihr eigenes Kompanieschießen, bei dem Andreas Grasegger senior (vulgo Siaß) mit einem 576-Teiler vor Peter Gröbl (591), Georg Sieß (623) und Peter Eursch (749) der Schützenkönig wurde – als Nachfolger von Andreas Bartl.

In ihren Grußworten würdigte der stellvertretende Bataillons-Kommandeur Thomas Maurer die große Einsatzfreude der Partenkirchner und Landeshauptmann Steiniger dankte ganz besonders jenen, die beim Alpenregionstreffen anwesend waren. Bürgermeisterin Dr. Meierhofer bezeichnete die traditionellen Aufgaben der Gebirgsschützen als Hüter und Verteidiger der Volkskultur als „einen wesentlichen Teil unserer Werteordnung, an der wir festhalten sollten“. Schließlich der Kassenbericht von Josef Witting: Besonders bemerkenswert daran, dass die längst fällige Reparatur der Vereinsfahne 4300 Euro gekostet, dass der adventliche Glühweinstand 6095 Euro eingebracht hat und die Marketenderinnen aus ihren kleinen Holzfässchen im Laufe des Jahres sage und schreibe für 2993 Euro Schnaps verkauft haben. Dennoch war – nach 25 Jahren – am Ende der Versammlung eine einhellig genehmigte Beitragserhöhung von jährlich sieben auf zehn Euro vonnöten.

Wolfgang Kaiser

Ehrungen und Ergebnisse

Für ihre langjährige Treue wurden geehrt:

50 Jahre: Martin Maurer, Anton und Josef Schnitzer und Michael Rieger;

40 Jahre: Hansjörg Hofmann, Anton Simon, Martin Pfeuffer junior, Johann Witting und Günther Braun;

25 Jahre: Wolfgang Hartmann, Josef Weiß, Markus Fritz, Markus Glas und Michael Leitenbauer;

Weitere Ergebnisse im Kompanieschießen:

Schützenklasse: 1. Peter Karg junior (93 Ringe), 2. Josef Lindebner junior (86,3), Thomas Jocher junior (82,4). Urs Weidler 81, 5. Heinrich Waldhör 81. 6. Josef Lindebner senior (79,8), Michael Kratzmair (79,8), Josef Gillmeyer junior (78,9), Georg Witting (77,10), Anton Schnitzer (76).

Senioren: 1. Andreas Grasegger (95,2), Ludwig Jais (91,3), Martin Eitzenberger (87,4), Johann Wackerle (77,5), Josef Witting (77).

Marketenderinnen: 1. Christine Klotz (73), Franziska Witting (65,3), Anna Weiss (55,4), Elisabeth Waldhör (49).

Ehrenscheibe Damen: 1. Christine Klotz 5250-Teiler, 2. Anna Weiss (7300) und 3. Franziska Witting (7750).

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