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Zeitlose Helden: Jim Knopf (Solomon Gordon) und sein Freund Lukas der Lokomotivführer (Henning Baum). 

Diskussion kommt wieder in Gang

Jim-Knopf-Film entflammt Interesse an Michael Endes Erbe neu

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Michael Ende zählt zu den weltberühmten Söhnen von Garmisch-Partenkirchen. Die Frage, wie sein Erbe in seinem Geburtsort gepflegt werden kann, ist seit Langem Thema. Eine Studie, die im Herbst im Gemeinderat präsentiert wird, soll Klarheit bringen.

Garmisch-Partenkirchen – Sie sind zwei absolute Sympathieträger. Zwei Charaktere, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen faszinieren. Deren Freundschaft inspiriert – auch gut 60 Jahre nachdem Michael Ende sie erschaffen hat. Die Geschichte von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer ist zeitlos. Deshalb war die Verfilmung, die heuer im Frühjahr in die Kinos kam, auch ein großer Erfolg. Und deshalb sitzen die Autoren schon am nächsten Drehbuch. Ostern 2020 soll die Fortsetzung „Jim Knopf und die Wilde 13“ erscheinen. Läuft alles nach Plan, wird ab Januar 2019 gedreht. Der Wiederentdeckung der bezaubernden Geschichte über ein dunkelhäutiges Baby, das per Paket auf der Insel Lummerland landet, und seinen Freund ist’s zu verdanken, dass die Diskussion um Ende und sein Erbe auch in seinem Geburtsort Garmisch-Partenkirchen neu belebt wurde.

Nachdem die Dauerausstellung „Der Anfang vom Ende“ in der historischen Villa im Michael-Ende-Kurpark Anfang 2017 geschlossen wurde – „sie war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) – sind zwischen allen Beteiligten die Gespräche angelaufen. Neben den Büchern soll das Werk des Vaters, dem surrealistischen Maler Edgar Ende, einen Platz in Garmisch-Partenkirchen finden. „Mit Michael Endes Nachlassverwalter haben wir uns damals verständigt, dass eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird.“ Die sei inzwischen fertig, betont Meierhofer. Das Ergebnis überzeugt sie und auch die übrigen Beteiligten. Noch hüllt sich die Bürgermeisterin aber in Schweigen, weil das Papier zunächst im Gemeinderat präsentiert werden soll. Im Lauf des Herbsts, wenn der Professor, aus dessen Feder die Studie stammt, Zeit hat, kündigt sie an.

Marktgemeinde kann keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, aber etwas anderes

Nachdem das Interesse an Michael Ende und seinem Werk durch den Film neu entflammt ist, gilt es, einen Platz zu finden, um dieses in Erinnerung zu halten. „Durch den Film hat das Ganze eine neue Dynamik bekommen“, sagt Meierhofer. Das Interesse der Gemeinde, neben dem Komponisten Richard Strauss auch den Schriftsteller entsprechend zu platzieren, sei groß. „Allen ist klar, dass das absolute Alleinstellungsmerkmale sind“, bestätigt die Bürgermeisterin. Gerade für das Standbein Fremdenverkehr seien diese von unschätzbarem Wert. „Für einen Tourismus, wie wir ihn anbieten wollen, ist ein kulturelles Angebot unabdingbar.“

Klar ist, dass die Marktgemeinde über keine finanziellen Mittel für solch ein Vorhaben verfügt. „Das habe ich deutlich gemacht“, betont Meierhofer. „Wir können nur eine Immobilie zur Verfügung stellen.“ Dafür biete sich die Villa im Michael-Ende-Kurpark durchaus an. Auch um das Areal drumherum, in dem schon etliche fantastische Gestalten eingezogen sind und in dem auch die von Ende gepflanzte Kaiserlinde steht, mit neuem Leben zu erfüllen.

Ein Ansinnen, hinter dem auch Harald Helfrich (SPD) steht. Der Kulturreferenten des Gemeinderats verspricht sich zusätzlichen Rückenwind durch die neu gegründete Jim-Button-Foundation, die sich ebenfalls Ende und seinem Werk verschrieben hat. „Finde Deinen Weg und hilf anderen“ sind die beiden Ziele der Stiftung. Auf Basis der „von Ende in seinen Geschichten dargestellten Grundsätze einer harmonischen Welt, welche sowohl von äußerer Harmonie, also von Frieden und Gerechtigkeit, aber auch von innerer Harmonie, also von der Balance von Herz und Kopf, von Realismus und Phantasie, geprägt ist“, will sie diese der Homepage zufolge erreichen.

Man sieht also, es tut sich was. Der Schriftsteller, der 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren wurde und der 1995 gestorben ist, bewegt nach wie vor die Menschen. „Interessant wäre, noch tiefer in seine Erlebniswelten einzutauchen“, findet Helfrich. Was würde sich dafür besser eignen als sein Geburtsort, in dem es schon ein Park in Endes Geist gibt?

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