+
Der Meister des schrägen Humors: Jörg Maurer schleppt sich an seinen Alpenkrimis ab.

Jörg Maurer in Höchstform: Im elften Alpenkrimi geraten seine Ermittler in Gefahr

  • schließen

„Zwei Außerirdische, ein zünftiger Hüttenabend, das gesamte Team in Lebensgefahr, ein Mann im Biertank, Jennerwein in Hochform“ - so fasst Jörg Maurer seinen elften Alpenkrimi zusammen. Das neue Werk des Garmisch-Partenkirchners heißt „Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt“.

Garmisch-Partenkirchen – Glühweinduft zieht durch den Raum. Ein willkommener Empfang für alle, die durch Kälte und Schnee hinaufgestapft sind auf den Berg. Zum ersten Mal kommen Kommissar Hubertus Jennerwein und sein Team privat zusammen. Eine Premiere, bei der sie zehn erfolgreiche Fälle feiern wollen. Klingt schön, allerdings haben sie dabei die Rechnung ohne Jörg Maurer gemacht. „Bei so einer Hüttengaudi drängt es sich doch regelrecht auf, dass etwas passiert“, sagt der Autor und lacht. Daraus, einmal ohne Ermittlungsdruck und Verbrecherjagd gemütlich am Feuer sitzen, wird also nichts. „Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt“ heißt der elfte Alpenkrimi des Garmisch-Partenkirchners, in dem Jennerwein und Co. arglistig getäuscht selbst zu Opfern werden. Der Kommissar bekommt es mit einem fast ebenbürtigen Gegner zu tun. „Da muss er sich schon anstrengen“, betont Maurer.

Zunächst richtet sich der Fokus des Teams aber auf einen Fall von 1980. Im Gymnasium des Kurorts trieb „der Bomber“ sein Unwesen. Die Vorweihnachtszeit, eigentlich geprägt von Wohlgerüchen, vergälte er Lehrern und Schülern mit massiven Attacken auf ihre Geruchsorgane. Es sind ausgesprochen fantasievolle Attacken, die sich Maurer dafür einfallen lassen hat. Neben den klassischen Stinkbomben kommen auch Milch, Garnelen-Schalen und Durian-Früchte zum Einsatz. Nachahmer fürchtet Maurer nicht. „Manche meiner Ideen sind doch sehr aufwändig in der Umsetzung.“

Hinterhältige Angriffe auf die Geruchsnerven

An derartige Angriffe auf die Geruchsnerven kann er sich aus seiner eigenen Schulzeit aber durchaus erinnern. „Unangenehm“ seien sie gewesen, zumal die Lehrer kein Pardon kannten und alle in dem stinkenden Klassenzimmer ausharren mussten. Was lag also näher, als eigene Erinnerungen mit Jennerweins Vita zu verknüpfen. Was sich dessen Mitschüler leisteten, kann fast als Adventskalender angesehen werden. Eine Überraschung an jedem Tag – bis zum Heiligabend.

Zur Feier des zehnten Falls, der heuer im März unter dem Titel „ Am Abgrund lässt man gern den Vortritt“ erschienen ist, gewährt Maurer Einblicke in Jennerweins bislang streng gehütetes Privatleben. Endlich. „Die Geschichte über ihn als Schüler hatte ich zuerst im Kopf.“ Dann erschien ihm allerdings dieser Handlungsstrang allein zu wenig. Und er schickte seine Ermittler – fast – ins Verderben. Auf mehreren hundert Metern bekommen sie’s nämlich nicht nur mit den Geschichten über den Bomber zu tun, sondern mit einem echten.

Die Hüttengaudi entwickelt sich für Jennerwein und Co. zum Albtraum

Maurer fasst den Plot so zusammen: „zwei Außerirdische, ein zünftiger Hüttenabend, das gesamte Team in Lebensgefahr, ein Mann im Biertank, Jennerwein in Hochform“. Das trifft’s. Aber auch der Autor selber war in Hochform, als er den elften Fall zu Papier gebracht hat. Urkomisch, originell und unterhaltsam – diese Beschreibung passt zu all seinen Büchern. In seinem neuesten treibt er allerdings die Spannung in neue Höhen – und das in der Geschichte von 1980 und in der von der Hüttengaudi, die sich zum Albtraum eines jeden Kriminalers entwickelt. Ein Lesevergnügen, das man gar nicht unterbrechen möchte.

Kaum abgeschlossen, fiebert man bereits dem nächsten Alpenkrimi entgegen, an den Maurer parallel zur Buchpräsentation schreibt. „Ich bin schon bei Seite 230“, verrät er. Schließfächer spielen darin eine Hauptrolle. „Ein Mensch hat eine Möglichkeit entwickelt, in sie reinzuschauen.“ Dabei entdeckt er jede Menge Geheimnisse. Eines, bei dem er die Leser im Dunkeln lässt, lüftet Maurer zumindest andeutungsweise in der Danksagung seines elften Falls.

Der elfte Alpenkrimi

„Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt“ von Jörg Maurer (ISBN 978-3-1049-0939-4) ist ab sofort für 16,99 Euro erhältlich. Die einzige Lesung im Landkreis findet am Donnerstag, 22. November, um 20 Uhr in der Buchhandlung Rupprecht in Murnau statt. Der Eintritt kostet zehn Euro.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schlimm zugerichtetes Hirschkalb stirbt qualvoll: Tierschützer haben schrecklichen Verdacht
Einen grausamen Tod musste ein Rotwildkalb in der Nähe von Oberau erleiden: Das Tier wurde offenbar gejagt und verletzt. Tierschützer haben einen besorgniserregenden …
Schlimm zugerichtetes Hirschkalb stirbt qualvoll: Tierschützer haben schrecklichen Verdacht
„Das Kranzbach“: Hoteldirektor King geht
Acht Jahre stand Klaus King im Luxushotel „Das Kranzbach“ an der Spitze. Ende Dezember ist dieses Kapitel offiziell geschlossen.
„Das Kranzbach“: Hoteldirektor King geht
Freitag geht es los: Erstes Skigebiet in Bayern startet in die Saison
Am Freitag startet das erste Skigebiet Bayerns in die Saison. Hier die zwei größten in der Region Garmisch-Partenkirchen und ein Geheimtipp.
Freitag geht es los: Erstes Skigebiet in Bayern startet in die Saison
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel
Nach einem illegalen Autorennen auf der B11 kam es zwischen Urfeld und Walchensee zu einem Unfall. Zwei junge Männer wurden verletzt.
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel

Kommentare