Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Jörg Maurer hat ein Faible für die Bösen in seinen Alpenkrimis. 

2017 legt der Autor eine Lesungs-Pause ein

Jörg Maurer - der Meister der Zwischentöne

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Mord beim G7-Gipfel: Das ist nicht in der Realität passiert, im neunten Alpenkrimi von Jörg Maurer aber schon. „Im Grab schaust du nach oben“ steht Kommissar Jennerwein vor einem aufwühlenden Fall. 

Garmisch-Partenkirchen – Er beschwört sie wieder herauf, die Bilder vom G7-Gipfel. Von meist fröhlichen Demonstranten, die im Camp an der Loisach hausen, von Unmengen an Polizisten, die in schwarze Schutzanzüge gehüllt, die Demonstrationen im Kurort säumen, und von Einheimischen, die das eigenartige Treiben teils argwöhnisch, teils ganz weltoffen beäugen. Einer, der sich das nicht entgehen ließ, war auch Jörg Maurer. Vom Café Kneitinger aus, dem Lokal, in dem er als Schüler so manche Freistunde mit heftigen Diskussionen über das Weltgeschehen verbracht hatte, beobachtete der Autor, was sich auf der Bahnhofstraße abspielte. „Erstaunlich fand ich das fast militärische Auftreten der Polizei“, erinnert er sich. „Da fragt man sich schon, ob das nötig war.“ Der gewaltige Einsatz an Ordnungshütern brachte allerdings mit sich, dass sich Verbrecher kriminelle Elemente fernhielten. Zumindest in der Realität.

Denn in Maurers neunten Alpenkrimi tummeln sich jede Menge zwielichtige Gestalten und Mörder – und das trotz der vermeintlich hohen Sicherheitslage beim G7-Gipfel. Als Kommissar Jennerweins aufwühlendster Fall wird „Im Grab schaust du nach oben“ beschrieben. Völlig zu Recht. Schließlich ist einer aus seinen Reihen, ein hochgeschätzter und sehr verdienter Kollege verwickelt in das Verbrechen. Ein fataler Schuss in der so genannten Schroffenschneide, fernab von den großkopferten Gipfel-Gästen bringt den Stein ins Rollen und führt dazu, dass alles mit einer Beerdigung auf dem Vier-Sterne-Friedhof im idyllischen Kurort beginnt. Es ist eine schöne Leich’, die da mit großem Brimborium gefeiert wird. Und eine Szene, in der Maurers Erzählkunst deutlich wird. Die Charaktere, die am Grab des fest in den Werdenfelser Traditionen verwurzelten Hansis, einem ehrenwerten Bürger, auftauchen, erinnern doch sehr an wohlbekannte Menschen. Liebevoll, freilich sehr überspitzt zeichnet Maurer seine Mitbürger.

Spannend und höchst amüsant ist auch diese Geschichte, in der das Bestatter-Ehepaar a.D. Grasegger wieder eine größere Rolle spielt – und um seine Berufsehre kämpft. Mit einem Augenzwinkern verrät Maurer, dass das bereits ein kleiner Hinweis auf seinen zehnten Alpen-Krimi ist, in dem er Ignaz und Ursel – „und da gibt’s ja auch noch Kinder, die ich im Ausland geparkt habe“ – wieder einen größeren Auftritt zubilligt. Es sind die Bösen oder eben die, die’s wie die Graseggers mit dem Gesetz nicht so genau nehmen, an denen Maurers Herz am meisten hängt. „Sie haben ja auch etwas Liebenswertes“, findet der Autor und lacht. Nicht schwarz und weiß, nicht gut und böse allein beschäftigt Maurer, sondern die Zwischentöne. Die fügt er dann, verbunden mit viel Lokalkolorit zu einer wunderbaren Satire zusammen, mit der er seine Leser fesselt.

Auf eine Lesung müssen seine Fans jedoch verzichten – ein Jahr Pause hat sich der Schriftsteller verordnet. Stattdessen widmet sich Maurer neben Hubertus Jennerwein und Co. anderen Projekten. Einer Geschichte über Weihnachten beispielsweise, die im Herbst erscheint. Und den gewaltigen Bücherstapeln bei sich daheim, „die ich endlich mal abarbeiten will“. Seine Anhänger werden’s ihm nachsehen und sich dafür umso mehr auf das freuen, was ihnen Maurer 2018 zu seinem zehnten Alpenkrimi beschert. 

Der neue Alpenkrimi

„Im Grab schaust du nach oben“ von Jörg Maurer erscheint am Donnerstag, 26. April. Das 416- Seiten-Buch (ISBN: 978-3-651- 02518-9, Fischer-Scherz-Verlag) kostet 14,99 Euro. Zeitgleich kommt übrigens auch das Hörbuch heraus.

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