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Haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert: Die Freunde (v.l.) Paul Thiel, Benedikt Schmid und Paul Gschwendtner präsentieren ihre App.

Idee von Schülern für Schüler

Jugend forscht: Eine App zum Ausschlafen

Mit einer App, die über Stundenplan-Änderungen informiert, haben drei Schüler des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ gewonnen. Mit ihrem Sieg in Schongau sicherten sie sich gleichzeitig die Eintrittskarte zum Landeswettbewerb in Vilsbiburg.

Landkreis – Es ist der Traum vieler Schüler: Man wird morgens von einer App per Smartphone benachrichtigt, wenn Unterrichtsstunden entfallen, vertreten werden und man vielleicht sogar später in die Schule kommen kann. Drei Elftklässler des Werdenfels-Gymnasiums wollten diese Idee Wirklichkeit werden lassen. Paul Thiel (16) und Paul Gschwendtner (16) aus Garmisch-Partenkirchen sowie Benedikt Schmid (17) aus Farchant entwickelten ein solches Programm. „Momentan erfährt man Planänderungen ja erst, wenn man schon in der Schule ist“, erklärt Gschwendtner. „Wenn die erste Stunde nicht stattfindet, hat man nicht viel davon. Dann ist man schon vor Ort.“

Nachwuchs-Ingenieur: Clemens Junge hat die Idee zu einer Seilbahnverbindung von Garmisch-Partenkirchen ins Isartal.

Damit bewarben sie sich für den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“, den das Unternehmen Hoerbiger unterstützt. Die Jugendlichen mussten ihre Arbeit in der Schloßberghalle in Schongau mehreren Jurys und Besuchern präsentieren. Am Ende gingen sie als Sieger der Kategorie Mathematik/Informatik hervor. Durch diese Leistung haben sie sich für den Landeswettbewerb im April in Vilsbiburg qualifiziert. Zudem erhielten sie ein Preisgeld von 125 Euro und den Sonderpreis für gute Teamarbeit. „Dass unsere Idee so gut ankam, hat uns natürlich gefreut“, sagt Schmid. „Nachdem mehrere Jurymitglieder immer wieder vorbeikamen und interessiert nachfragten, war uns klar, dass wir gute Chancen haben.“

Die Idee zu der Entwicklung kam den drei Freunden bereits vor einem Jahr. Seitdem bastelten sie an ihrem Projekt. Sie starteten Testläufe mit fiktiven Planänderungen, um die App auszuprobieren und Verbesserungen vorzunehmen. In den kommenden Wochen soll das Werk finalisiert werden: Geplant ist, dass sich ihre Mitschüler das Programm ganz leicht in den App-Stores der Betriebssysteme Android, iOS und Windows herunterladen können. Die Änderungen, die den jeweiligen Nutzer der App betreffen, erhält dieser dann per Nachricht. Aber auch Schüler ohne Smartphone werden die Möglichkeit haben, die gewünschten Informationen zu bekommen. „Wir arbeiten neben der App an einem Programm, dass über den PC abrufbar ist“, betont Thiel. Die täglichen Ausfälle und Vertretungen aktualisiert dann Andreas Hirsch, Mitglied der Schulleitung, bei vollständiger Inbetriebnahme der App am Morgen.

Im Gegensatz zu einer ähnlichen Entwicklung, die beim Wettbewerb von zwei Buben aus Schwabsoien und Hohenfurch präsentiert wurde, ist ihre App unabhängig vom Schulportal und ein komplett eigenes Programm. Somit kann, sollte ein Fehler passieren, Schulinternes nicht öffentlich werden. Zudem können sich Fremde keinen Zugriff zu den Daten der App verschaffen – um sich einzuloggen brauche man die Benutzerdaten eines Schülers. „Durch die Unabhängigkeit kann unsere App vielleicht einmal von anderen Schulen für deren Vertretungspläne verwendet werden“, erläutert Schmid. Dazu müsse sich die jeweilige Schule lediglich ein bestimmtes Programm kaufen, mit deren Hilfe die App für die jeweilige Bildungseinrichtung genutzt werden kann.

Neben den vielen anderen Projekten weckte auch Schulkamerad Clemens Junge (18) aus Farchant das Interesse der Jury. Er hatte im Rahmen eines Oberstufenseminars, in dem sie sich mit Seilbahnen auf der ganzen der Welt beschäftigten, die Idee zum Bau einer Schwebebahn zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald – als Ergänzung zum bestehende Nahverkehr. „Damit könnte man ganz leicht zwischen den Orten pendeln. Wenn man den Bus verpasst, muss man mindestens eine Stunde warten“, erklärt der Zwölftklässler. Über diesen Einfall schrieb er seine Seminararbeit und reichte sie beim Wettbewerb ein. Damit man sich es besser vorstellen kann, baute der Bub ein entsprechendes Modell. Am Ende belegte er den dritten Platz der Kategorie Geo-/ und Raumwissenschaft. Obwohl es bereits seine achte Teilnahme am Wettbewerb war, kam die Aufregung doch manchmal durch. „Bei der Präsentation vor der Jury war ich kurz nervös. Manchmal stellen die Juroren knifflige Fragen, die es dann zu beantworten gilt“, sagt Junge. Dass es ihm – und seinen drei Kollegen – aber durchaus gelungen ist, zeigen ihre Platzierungen.

Weitere Ergebnisse:

Dritter Preis – Biologie:„Gegenüberstellung von beeinflussenden Faktoren für das Pflanzenwachstum am Beispiel Kresse“ von Ronja Wackerle (Oberau) und Sophia Buchwieser (Farchant); Technik:„Lötstift“ von Christian und Angelo Schmidt (Unterammergau); Sonderpreise: Erneuerbare Energien:„Pumpspeicherkraftwerk“ von Paulina Kramer (Krün); Jahresabonnement der Zeitschrift „GEOlino“: „Wie kann man ein Thermometer mit einfachen Mitteln selbst herstellen?“ von Loris Betz (Garmisch-Partenkirchen); Originelle Arbeit: „Wie beeinflusst Übersäuerung des Körpers die kognitiven Fähigkeiten?“ von Marcus Gorfer (Garmisch-Partenkirchen).

Sonja Hößl

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