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Sein „Arbeitsplatz“: Im Kainzenbad gab sich der Verurteilte als Mediziner aus.

Schon elfmal vorbestraft

Kainzenbad: Knast für Möchtegern-Arzt

Er hat nicht aus seinen Fehlern gelernt: Ein 39-Jähriger gibt sich im Kainzenbad als Mediziner aus. Jetzt muss er für fünf Monate ins Gefängnis. 

Garmisch-Partenkirchen – Er hatte sich im vergangenen Sommer im Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen immer wieder wichtig gemacht: Der 39-jährige Berliner war dort mit seinem weißen T-Shirt mit rotem Kreuz und der Aufschrift „Notarzt Dr. K.“ hin- und hergeeilt und hatte vorgegeben, als medizinisch kompetenter Mann helfen zu können. Was er auch tat – zumindest in drei Fällen. Doch im Amtsgericht war jetzt schnell klar, dass er zwar gelernter Rettungssanitäter, aber kein Mediziner ist und schon gar keinen Doktortitel trägt. Für dieses unerlaubte Führen akademischer Grade war der vermeintliche Arzt in der Vergangenheit schon elf Mal vorbestraft worden. Dazu hatte er im Jahr 2012 wegen schwerem sexuellen Missbrauchs eines Kindes eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten erhalten, verbunden mit einer Führungsaufsicht bis 2019. Wegen seiner erneuten Auftritte im Kainzenbad ist er nun zu weiteren fünf Monaten Knast verurteilt worden.

Im Kainzenbad hatte er sich nämlich keineswegs an das Verbot gehalten, unbefugt solche Titel zu führen, erklärte jetzt der Staatsanwalt in der Anklage. Gegenüber den dortigen Gästen habe er sich mindestens viermal – entsprechend gekleidet – als Arzt ausgegeben. Auch dem Bademeister gegenüber habe er sich als solcher bezeichnet, um dort arbeiten zu können. Beispielsweise versorgte der „Notarzt“ am 24. August im Beisein der Mutter das gebrochene Handgelenk ihres Buben. An einem anderen Tag habe er die Wunde einer Frau behandelt. Weitere Fälle seiner Hilfeleistung seien nicht bekannt, sagte der Ankläger. Selbst gegenüber der Polizei, die ihn am 12. September 2016 festnahm, hatte er noch behauptet, ein promovierter Arzt zu sein. Zu unrecht, denn schließlich hatte er weder ein abgeschlossenes Medizinstudium noch eine Promotion. Das wusste er natürlich, doch im Laufe seiner „Karriere“ habe er wechselweise viele akademische Titel geführt, sagte der Staatsanwalt.

„Warum machen Sie sowas?“ erkundigte sich Richter Andreas Pfisterer. „Ich kann das nicht nachvollziehen“. Er sei sich in seinem erlernten Beruf als Rettungsassistent „wertlos“ vorgekommen, erklärte der Angeklagte. Er habe sich deshalb auch in der Familie seines Lebenspartners als promovierter Arzt ausgegeben. „Was glauben Sie eigentlich“, konterte Pfisterer, „was wäre, wenn sich jeder Scharlatan als Arzt ausgeben kann? Dann könnten wir unseren Staat vergessen.“

Außerdem hatte der „Möchtegern-Arzt“, nachdem er in Garmisch-Partenkirchen festgenommen worden war, die schon vor Monaten angesetzte Verhandlung einfach ignoriert, weil er angeblich einen „Therapietermin“ hatte. Daraufhin war er nach einer Fahndung am 4. April dieses Jahres erneut festgenommen worden und saß seither zur Untersuchungshaft in Stadelheim.

Wegen Verstoßes gegen die Weisungen der Führungsaufsicht, in erster Linie aber wegen seines wiederholten unbefugten Führens akademischer Grade und Titel wurde der Berliner erneut verurteilt.

Wolfgang Kaiser

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