Drama an Gesamtschule: Minderjähriger tötet Mitschüler

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Den Märchenkönig als Wegbegleiter

Kardinal Marx zum ersten Mal bei der Schachenmesse

Zum ersten Mal ist er dabei. Der Kardinal von München und Freising, Reinhard Marx, zelebrierte am Freitag die traditionelle Schachenmesse. Damit feierte er mit 130 Gläubigen „an einem der schönsten Orte der Erzdiözese“ den Gottesdienst.

Garmisch-Partenkirchen – Nach stundenlangem Marsch steht es plötzlich da: das Schachenschloss. Majestätisch thront der Bau aus hellem Holz auf einer Erhöhung. Die Ministranten sind schon vor Ort und eilen in ihren rot-weißen Gewändern umher. Sie sind etwas aufgeregt, denn hoher Besuch hat sich überraschend angekündigt. Der Erzbischof persönlich. „Das ist heftig.“ Entfährt es einem der Drei. Florian Fenzel, Luis Neuner und Christoph Jahnig sind die Stammbesetzung für diese Messe. „Da lassen wir keinen anderen rein“, stellt Jahnig klar. Inzwischen hat sich die Wiese vor dem Schloss mit Gläubigen gefüllt. Die Partenkirchner Blasmusik ist aufmarschiert und auch der Josefi-Gesang aus Farchant steht bereit. Alle warten gespannt auf den Beginn der Messe.

Es läutet, der liturgische Dienst zieht ein. Im wallenden Messgewand steht Kardinal Reinhard Marx im Schweiße seines Angesichts vor der Menge. Er begrüßt alle herzlich „an einem der schönsten Orte der Erzdiözese“ und hebt den 77-jährigen Franziskanerpater Bernhard Braun aus Vierzehnheiligen hervor. „Er ist zu Fuß gegangen, was ich nicht getan habe.“

Begonnen hat alles um 6 Uhr morgens. Noch ist es dunkel auf dem Wanderparkplatz nahe dem Schloss Elmau. Doch trotz der frühen Stunde treffen sich schon die ersten Wanderer. Es sind Pater Antonio Escudero Cabello sowie der Partenkirchner Mesner Toni Schretter mit seiner Frau Maria. Gemeinsam mit der Benediktineroblatin Martha Ketterer und dem Franziskanerbruder Bernhard haben sie ein Ziel: das Schachenschloss. Dort wird zu Ehren des Heiligen Ludwigs eine Messe zelebriert. Gleichzeitig jährt sich der Geburtstag des nach ihm benannten Märchenkönigs zum 172. Mal.

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Gehen sei viel besser als mit dem Auto zu fahren, scherzt Pater Antonio: „Das ist kein Vergleich.“Voller Eifer beginnen die Fünf ihren Aufstieg. Pater Antonio, der dem Orden der Salesianer angehört, lehrt sonst an deren Universität in Rom. Seinen Urlaub verbringt der gebürtige Spanier schon seit Jahren in Partenkirchen. So kam es dazu, dass er seit 2006 diese Messe liest. Pater Bernhard, der ihm als Konzelebrant zur Seite steht, ist ebenfalls auf Urlaubsreise. „Ich bin ein großer Bergfreund“, sagt er, während er wacker weiter stapft. Ketterer ist ebenfalls mit ihren 64 Jahren noch gut zu Fuß. Als Ettaler Oblatin lebt sie nach den Regeln des heiligen Benedikts. Auch sie wollte unbedingt einmal die Schachemesse erleben. Dagegen sind die Schretters zwei „Schachen-Veteranen“. „Ich war jedes Jahr in den letzten 17 Jahren heroben“, berichtet Toni Schretter stolz.

Dann ist erst mal Pause. „Gute, süße, spanische Trauben“, ruft Pater Antonio und verteilt Weintrauben an alle. Während des langen Weges treffen sie immer wieder Wanderer, die das selbe Ziel haben. Mit großem Hallo begrüßen sie Pater Antonio, der bekannt ist wie ein bunter Hund. Nach rund drei Stunden Marsch ist es geschafft. Alle kommen am Schloss an und der Gottesdienst kann beginnen. Hauptzelebrant ist Marx. Dieser prangert in seiner Predigt eine zu materialistische Weltsicht an. Die Menschen dürften nicht nur in einer rein bilanzierbaren und berechnenden Gesellschaft stehen bleiben und ihre Träume und Sehnsüchte einschließen. „Träume müssen auch gelebt werden und da ist Ludwig II. ein guter Wegbegleiter.“

Von Magnus Näbauer

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