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Top-Stimmung erlebten die Biathleten (hier die Junioren am Start) und die Zuschauer jedes Jahr beim City-Biathlon in Garmisch. Nicht in diesem Jahr. 

Zu warm, kein Schnee

City-Biathlon in Garmisch abgesagt - Frust nach Weltcup-Ausfall umso größer

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Der 24. City-Biathlon fällt aus. Denn es gibt keinen Schnee. Es ist zu warm. Der Skiclub Garmisch hat die Reißleine gezogen, bevor der finanzielle Schaden zu groß wird. Nach der Weltcup-Absage im Februar ein zu hohe Risiko. 

Update 18. Dezember, 18.15 Uhr: 

Landkreis – Es reicht. Das Jahr 2019 hat beschissen angefangen. „Und es geht beschissen zu Ende.“ Peter Fischer ist egal, dass man so ein Wort vielleicht offiziell nicht benutzt. Zu groß ist der Frust am Mittwochvormittag. Gerade hat der Vorsitzende des Skiclubs Garmisch den City-Biathlon für den 29. Dezember abgesagt. Und das, nachdem zu Jahresbeginn beide Weltcuprennen der Herren ausfallen mussten. Damals sprach Fischer, auch Chef des Weltcup-Organisationskomitees, von einer finanziell „gefährlichen Situation“. Jetzt davon, dass er „rechtzeitig die Reißleine ziehen musste“, bevor „wir es wirtschaftlich nicht mehr daschnaufen“.

Der Grund für die Absage ist, wie Anfang des Jahres, die Wettervorhersage. Damals waren 30 Zentimeter Neuschnee prognostiziert – der Tod für die Rennen auf der Kandahar. Jetzt sagen die Experten null Schnee. Das allein wäre nicht das Problem. Doch bleibt es viel zu warm. Schnee zu produzieren, ist bei den hohen Temperaturen unmöglich. Nicht einmal in 1200 Metern Höhe.

Ständiger Kontakt zu den Wetter-Experten in Innsbruck

Fischer hat sich genau informiert – bei den Profis seines Vertrauens. Intensiv tauschte er sich mit seinem Weltcup-Wetterdienst-Mann bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck aus. Bis zuletzt hoffte er auf ein Wunder. Das blieb aus. Bis 26. Dezember ist kein Kälteeinbruch in Sicht. Dieser Donnerstag wäre der letztmögliche Termin, um die Schneekanonen anzuwerfen.

Etwa 450 Kubikmeter benötigt der Skiclub für die Präparierung der Strecke. Bei optimalen Verhältnissen – die es momentan nicht gibt – bekommt er etwa 150 Kubikmeter Abrieb aus dem Olympia-Eissportzentrum. Fehlen noch 300 Kubikmeter. In den Vorjahren holten die Veranstalter vom Gudiberg den Schnee. Der aber ist reserviert – er wird dringend fürs Neujahrsskispringen benötigt. „Da ist kein Spielraum.“

City-Biathlon in Garmisch: Frust war schon 2018 groß

Mit Blick auf den City-Biathlon im vergangenen Jahr wirkt das Event wie ein schlechtes Omen. Eine Frage stand über der Veranstaltung, Journalisten von Fernsehen, Radio und Print wollten sie beantwortet haben: Hat die Veranstaltung eine Zukunft? Wird es sie im kommenden Jahr geben? Ein klares Ja bekam niemand, ein Nein auch nicht. Fischer wollte den City-Biathlon nicht sterben lassen. Doch der Frust war groß. Damals hatte der Deutsche Skiverband die Zugpferde, Sprint-Weltmeister Benedikt Doll und die achtfache Weltcup-Gewinnerin Franziska Preuß, abgezogen. Sie sollten die erkrankten Vanessa Hinz und Erik Lesser bei dem Top-Biathlon-Event auf Schalke ersetzen. Nicht die Entscheidung, wohl aber der Stil verärgerte Fischer. Drei Tage vorher wurde er informiert – per E-Mail. Er forderte das Versprechen, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Offenbar hatte man die Unstimmigkeiten ausgeräumt. Seit Oktober liefen die Vorbereitungen im SCG-Team. Das Starterfeld stand längst fest, Plakate waren gedruckt, Werbung war gemacht.

City-Biathlon kostet jedes Jahr etwa 50.000 Euro

Auf diesen Ausgaben bleibt der SC Garmisch sitzen. „Aber der Schaden ist überschaubar“, sagt Fischer, ohne ihn zu beziffern. Insgesamt kommen für den City-Biathlon etwa 50 000 Euro an Kosten zusammen. Sie werden vor allem durch Sponsoren – die Suche gestaltet sich stets mühsam – getragen. Fischer sieht, wie er stets betont, die Veranstaltung mit tausenden Besuchern als Veranstaltung für den Ort. Als Werbung für den Markt. „Für uns ist das eine Nullnummer.“ Und für viele eine Herzensangelegenheit. Viel Energie investieren die Helfer bereits im Vorfeld. Heuer umsonst. Wie beim Weltcup im Februar. Eine Praktikantin hat Fischer prophezeit: „Das schlechte Karma ist nun vorbei.“ Ihm gefällt der Gedanke. „Daran glaub ich jetzt einfach.“

Ursprüngliche Meldung: 

Seit Oktober laufen die Vorbereitungen, das Programm stand, alle Sportler waren bereit. Doch nun kommt die traurige Nachricht: Der 24. City-Biathlon in der Garmischer Fußgängerzone am Sonntag, 29. Dezember, fällt aus. Diese Entscheidung traf der Skiclub Garmisch am Mittwochvormittag.

Der Grund sind die Wetterprognosen für die kommenden Tage: Es bleibt warm. Viel zu warm. Das macht eine Schneeproduktion unmöglich.

Der Frust beim Veranstalter, dem SC Garmisch, ist groß. „Klar, wir haben schon viel Zeit und Energie investiert“, sagt Vorsitzender Peter Fischer. Und auch Geld. Er müsse jetzt die Reißleine ziehen, bevor noch größere Kosten entstehen. Noch seien diese überschaubar. 

In den vergangenen Jahren lockte die Veranstaltung tausende Besucher ins Garmischer Zentrum. Doch die Suche nach Sponsoren gestaltet sich jedes Jahr als Kampf. 

Lesen Sie auch:  City-Biathlon in Garmischer Fußgängerzone ein Erfolg - Aber hat das Event eine Zukunft?

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