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Thomas Dreßen wird nicht zum Weltcup nach Garmisch-Partenkirchen kommen können. 

Besuch bei Rennen in Garmisch-Partenkirchen fällt flach

Nächste OP! Thomas Dreßen muss Heimwelt-Cup an der Kandahar sausen lassen

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Gerne wäre er zum Zuschauen nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Doch Thomas Dreßen muss auf die Kandahar-Rennen verzichten. Das Ski-Ass wird erneut operiert - diesmal allerdings nicht am Knie.

Mittenwald/Kitzbühel – Eines steht fest: Wenn Thomas Dreßen einmal seine Skikarriere frühzeitig würde beenden müssen, als Entertainer würde er überall gut ankommen. Einen „Schmäh“, wie die Österreicher so schön sagen, hat der Mittenwalder immer parat. Bestes Beispiel war mal wieder sein Auftritt bei Blickpunkt Sport im BR nach dem Erfolg von Pepi Ferstl im Super-G von Kitzbühel. Da saßen die beiden deutschen Streif-Champions der vergangenen Jahre nebeneinander und sorgten für beste Unterhaltung. Während Ferstl nach einem Medien-Marathon noch ein wenig der Atem stockte, plauderte Dreßen munter drauf los.

Eine Episode von seinem Kitzbühel-Ausflug taugte besonders als Lacher. Wollte sich der Abfahrtssieger von 2018 doch glatt oben ins Starthaus schleichen, um bei den Kollegen vorbeizuschauen. Er hatte sich nicht ganz so auffällig als Skistar gekleidet, um ein bisserl unerkannter zu bleiben. Funktionierte bestens. Doch bei der Ordnerin am Starthaus oben am Hahnenkamm blitzte er eiskalt ab. Nix ging da, er kam da nicht rein. Er fragte sie denn, wie es wäre, wenn er im vergangenen Jahr die Abfahrt gewonnen hätte? Da meinte sie: Wenn des so wär’, dann schon. Worauf er ihr riet, doch mal nachzufragen. Natürlich war er am Ende oben dabei.

Beim Runterfahren der nächste Klassiker: Rumpelte doch glatt als übernächste Gondel das Exemplar mit seinem Namen heran. „Na, die wart ich auch noch ab“, dachte sich Dreßen. „Wenn dann fahr’ ich schon mit meiner eigenen.“ Zur Erinnerung: Jedem Sieger eines Rennens in Kitzbühel wird eine der roten Kabinen mit Namen und Nation gewidmet.

Zunächst hatte Dreßens Knie Vorrang

Aus dem Entertainer wird in diesen Tagen allerdings ganz schnell wieder der Patient Dreßen. Am heutigen Mittwoch steht eine nächste Operation bei dem 25-Jährigen an. In der Orthopädischen Chirurgie München (OCM) kommt dieses Mal die Schulter dran. Daher muss der Mittenwalder auch seinen Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen sausen lassen. Schweren Herzens. „Ich wäre gerne zum Zuschauen gekommen und hätte meine Teamkollegen vor Ort unterstützt, aber da geht jetzt einfach die Gesundheit vor“, betont er. Dass er Kitzbühel live miterleben konnte, entsprang einem Zufall. „Das ist wirklich nicht konstruiert“, stellt Pressesprecher Ralph Eder klar. „Sein erster Reha-Block fürs Knie war genau in der Woche davor beendet. Und er sollte danach auch nicht trainieren.“ Also verpasste er sich eine Schiene und machte sich auf den Weg an den Ort seines bisher größten Triumphes. „Wir haben dann gleich ein paar PR-Termine daran gekoppelt, damit er danach wieder Ruhe hat.“ Die wird er brauchen. Denn nach der heutigen Operation steht erst einmal wieder ein längerer Block der Rehabilitation an. Wahrscheinlich wieder in Bad Wiessee.

Auf diesen Abfahrer tippt Dreßen bei der WM 

Dreßen hatte sich bei seinem Sturz in Beaver Creek/USA nicht nur das Knie schwer verletzt, sondern auch die Schulter ausgekugelt. „Es war damals sofort klar, dass das auch operativ behoben werden muss“, verrät Eder. Nur hatte eben das Knie Vorrang. Der Eingriff erfolgt nun, weil gerade die Skirennläufer nach derartigen Schulterverletzungen besonders anfällig sind. „Wenn sich die Abfahrer aus dem Starthaus abstoßen, ist genau diese Bewegung sehr gefährlich, da könnte es sonst wieder passieren. Und das will er natürlich verhindern.“

Daher fällt ein Besuch an der Kandahar in diesem Jahr flach. „Thomas hätte sich nicht versteckt, er wäre gerne gekommen“, unterstreicht Eder noch einmal. Nur steht der genau Zeitplan für die medizinischen Maßnahmen eben bereits seit dem ersten Eingriff. Und daran gibt es nichts zu rütteln. „Denn der Sportler soll und will ja auch schnellstmöglich wieder auf die Skier.“ Auch die Weltmeisterschaften in Are/Schweden sind daher kein Thema für den Isartaler.

Auch nicht als TV-Experte oder Ähnliches. Zumindest einen Tipp für den Gold-Gewinner in der Abfahrt aber hat er abgegeben. Dreßen legt sich auf Dominik Paris fest. Der hatte ihn schon in Kitzbühel nicht enttäuscht. Dort hatte er bereits auf den bulligen Italiener gebaut.

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