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Beherbergt 24 Wohneinheiten für behinderte Menschen: das Haus „Dompfaff“.

Neues Kapitel der Erfolgsgeschichte

KJE schafft 24 neue Wohnplätze für  Menschen mit Behinderung

24 Wohnplätze für Menschen mit Behinderung sind im Haus „Dompfaff“ entstanden. Das Gebäude ist ein weiterer Meilenstein für die der Kinder-Jugend- und Erwachsenhilfe. Auch die Tagblatt-Leser haben zum Gelingen des Projekts einen finanziellen Beitrag beigetragen.

Garmisch-Partenkirchen – Die Frage, was denn als Nächstes komme, wurde dem 83-jährigen Alfred Heinle, Vorsitzender des Vereins Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Hilfe (KJE), am Samstag gleich mehrfach gestellt. Schließlich ist die Eröffnung des neuen Wohnhauses „Dompfaff“ für Menschen mit Behinderung ein weiteres Kapitel Baustein der einzigartigen Erfolgsgeschichte seines Vereins.

Dem zollten die Grußwortredner Harald Kühn als CSU-Landtagsabgeordneter, Bürgermeister und Bezirksrat Thomas Schwarzenberger (CSU), Landrat Anton Speer (Freie Wähler) und Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) Respekt. „Bahnbrechendes wurde hier geleistet“, erklärte Kühn. „Was in vier Jahrzehnten hier auf die Beine gestellt wurde, das ist ein Vorzeigeprojekt“, meinte Schwarzenberger, der in Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer teilnahm. „Sie haben initiiert, dass sich seit 46 Jahren Menschen um Behinderte kümmern, die KJE-Hilfe aus der Region nicht mehr wegzudenken ist“, erklärte Landrat Speer an Heinles Adresse, und Dr. Meierhofer sprach von einem Lebenswerk, einem großartigen Vermächtnis.

Im Aufenthaltsraum des neuen Gebäudes fand der ökumenische Gottesdienst statt. 

Gleich neben den Werdenfelser Werkstätten, auf einer Grundstücksfläche von 2285 Quadratmetern wurde das 6,21 Millionen teure Wohnhaus, das auch die Geschäftsstelle der KJE beherbergt und schöne Außenanlagen hat, errichtet. Die letzte der drei Wohngruppen – insgesamt gibt es 24 Wohnplätze, sechs davon sind für Bewohner mit Rollstuhl ausgelegt – fand Anfang September hier ihr neues Zuhause. Die Gebäudeplanung und Projektleitung lag in den Händen der „Steinert Architekten“ Garmisch-Partenkirchen, mehr als die Hälfte der ausführenden Firmen kam aus dem Landkreis. Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, des Bezirks Oberbayern und mit Hilfe der Tagblatt-Weihnachtsaktion aus dem Jahr 2015/16. Die Leser der Heimatzeitung spendeten gemeinsam mit der Bürgerstiftung Mehrwert einen Betrag von mehr als 80 000 Euro.

Auch dafür sprach Ronald Kühn, KJE-Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, anerkennende Worte. Er verschwieg auch nicht, dass die Bauphase durch den tödlichen Unfall eines Bauarbeiters und einen Brand überschattet worden war. Er spannte einen Bogen vom ersten, vor 25 Jahren neu gebauten Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen in der Fichtackerstraße über das 2009 modern errichtete Haus „Martinswinkel“ bis zur heutigen Eröffnung des Hauses Dompfaff.

Aus dem Gebäude an der Kanker, vor 40 Jahren eingeweiht, das nicht mehr den Anforderungen entspricht, sind die Bewohner inzwischen in den Neubau umgezogen. „In Würde, mit größtmöglicher Teilhabe leben zu dürfen und dabei die individuellen Ressourcen stärken zu können – das ist in unseren Wohnhäusern, wo inzwischen mehrere Generationen zusammen leben und von 54 Mitarbeitern rund um die Uhr umsorgt werden, gegeben“, betonte Kühn. „Ein großes Füreinander – Miteinander.“

Begonnen hatte der Tag mit einem bewegenden ökumenischen Gottesdienst im Aufenthaltsraum des neuen Gebäudes mit Harfenklängen und Segnung. Das Kruzifix, das Andreas Blum, Bereichsleiter Wohnen, zusammen mit Pfarrer Thomas Schmitt und Diakon Gerhard Tietze an seinen vorbestimmten Platz hängte, hat Alfred Heinle gestiftet. Er hatte es von einem 1945 aus dem Zuchthaus geretteten Häftling geschenkt bekommen. Symbolisch steht es dafür, dass sich das Haus „Dompfaff“ unter Gottes Schutz befindet.

Margot Schäfer

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