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Das Ensemble: (v.l.) Christoph Walter, Ursula Wipfelder, Hans-Jürgen Dämmrich, Melanie Cohn, Wolf-Stefan Bögl, Lena Halve (neu mit dabei) und Wolfgang Hagn am Tatort am Rießersee.

Krimi-Komödie mit viel Lokalkolorit

Ein Toter, zwei Ermittler, viele Verdächtige

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Noch nie waren die Premieren-Karten so schnell vergriffen wie dieses Mal. Kein Wunder. „Die Mordsleich vom Rießersee“ ist mehr als nur ein heimatlicher Krimi. Das Publikum soll am kommenden Samstag nicht nur rätseln, sondern vor allem eines: sich köstlich amüsieren.

Garmisch-Partenkirchen – Tatjana Pokorny hat eine neue Sportart für sich entdeckt: Weinen vor Lachen. Strapaziert vor allem die Bauch- und Gesichtsmuskulatur. Und ist der natürliche Feind von Wimperntusche. Deshalb schminkt sich die Junior-Direktorin des Kleinen Theaters in Garmisch-Partenkirchen vor Proben nicht mehr, verrät ihr Ehemann Matthias Weckmann. Aus weiser Voraussicht. Ihm hat sie ihr neues Sportprogramm mit dem Namen „Die Mordsleich vom Rießersee“ zu verdanken, das sie seit Anfang März als Regisseurin konsequent durchzieht.

Matthias Weckmann.

Ein Mord, noch dazu von einem österreichischen Schlagerstar, der zum Lachen animiert – das ist eigentlich widersprüchlich. Nicht in Weckmanns Kriminal-Komödie. „Der Humor wird groß geschrieben“, sagt der Autor. Dazu tragen vor allem die beiden Kommissare Zellner und Böck (Wolfgang Hagn und Christoph Walter) bei. Der eine ein eher gestresster Polizist aus München, der andere ein Beamter aus Garmisch-Partenkirchen, gemütlich und gern auch in Lederhose im Dienst. Ihre Gemeinsamkeit: Sie sind auf ihre Art liebenswert, aber auch eigenbrötlerisch. „Da gibt’s ein Spannungsfeld, schon bei der Motivation“, sagt Weckmann. Die beiden treffen nicht nur auf schießwütige Einheimische und ägyptische Liebesgöttinen – samt Bauchtanz – , sondern auch auf ein kniffliges Rätsel. Auf der Suche nach dem Täter stellt sich schnell heraus, dass alle die im Stück auftauchen, ein Motiv haben. Jeder ist verdächtig.

Neben dem kriminal-humoristischen Handlungsstrang kommt der Lokalkolorit nicht zu kurz. Der 42-Jährige aus Grainau, der eineinhalb Jahre an dem Stück geschrieben hat, verknüpft die Geschichte mit Themen wie dem G7-Gipfel, der Kostenexplosion bei der Skisprungschanze oder mit den „hervorragenden Nebenstraßen“ in Garmisch-Partenkirchen. Die Vorgänge in der Marktgemeinde – für Weckmann ein Quell an Inspiration. „Ich hab’ schon Stoff für einen zweiten Teil“, sagt er und lacht.

Aber eins nach dem anderen. Nun steht erst einmal die Uraufführung an. Quasi eine Dreifach-Premiere. Bereits vor vier Wochen war die Vorstellung am Samstag, 29. April, ausverkauft. „Das gab es noch nie in den vergangenen 70 Jahren“, sagt der Autor ein bisschen stolz. Auch für ihn persönlich ist es ein besonderer Abend. Mit der „Mordsleich vom Rießersee“ begibt sich Weckmann, der bereits Genres wie Kabarett, Drama und Comedy bedient hat, auf neues Terrain.

Doch statt Nervosität überwiegt beim ihm die pure Vorfreude. „Es ist ein super Gefühl, wenn man an die erste leere Seite zurückdenkt.“ Ganz davon abgesehen weiß er sein Werk bei Pokorny in guten Händen. „Bisher waren die Stücke hinterher besser als vorher.“ Weckmann vertraut der Regisseurin, bleibt deshalb den Proben fern. Das Ensemble soll seine Freiheit haben. Er lässt sich von dem Ergebnis des Fitnessprogramms seiner Ehefrau erst am Samstag überraschen.

Weitere Aufführungen

von „Die Mordsleich vom Rießersee“ finden am Samstag, 13., und Mittwoch, 24. Mai, statt. Karten sind bei Gap-Ticket (Telefon: 0 88 21/7 30 19 95) oder beim Kreisboten (0 88 21/79 90) erhältlich.

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