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Von der Kooperation begeistert: (v. l.) Klaus Pohlen, Markus Anwander, Benedikt Staubitzer, Bernward Schröter und Björn Michel.

Starke Partner

Klinikum schließt Kooperation mit Olympiastützpunkt Bayern

Prophylaxe, Schmerzbehandlung oder Physiotherapie: Im Garmisch-Partenkirchner Krankenhaus werden nun Kadersportler olympischer Disziplinen betreut. 

Garmisch-Partenkirchen – 354 Kilo stemmt Benedikt Staubitzer mit seinem linken Bein. „Das ist ja mehr als mit meinem gesunden“, stellt der Skifahrer überrascht fest. Im vergangenen Herbst hatte er sich bei einem Sturz im Training das linke Kreuzband gerissen.

Darum sitzt Staubitzer in diesen Tagen immer wieder auf dem Diagnosegerät im Klinikum Garmisch-Partenkirchen, das die Muskelkraft seines lädierten Beins misst und ihm so sagt, wann er wieder auf die Piste kann. Ein Service, den der Garmisch-Partenkirchner aufgrund der neu geschlossenen Kooperation zwischen dem Olympiastützpunkt Bayern und dem Klinikum in Anspruch nehmen kann. Das Krankenhaus übernimmt ab sofort die medizinische und physiotherapeutische Betreuung von Kadersportlern olympischer Disziplinen – und dazu gehört im Ski alpin eben auch der 27-Jährige.

In der Marktgemeinde gibt es schon seit etwa 30 Jahren einen Bundesstützpunkt. In Oberstdorf, Augsburg, Würzburg und Rohpolding existieren weitere. Der Koordinator der Außenstelle im Landkreis, Markus Anwander, organisiert für die Sportler Unterkunft und Anfahrt, begleitet Trainingseinheiten und betreut die Athleten bei Wettkämpfen. Mit der Partnerschaft kommt nun der gesundheitliche Aspekt hinzu: Prophylaxe, Schmerzbehandlung oder Physiotherapie. Das volle Paket, zu jeder Zeit.

Diese Rundum-Versorgung genießen in Garmisch-Partenkirchen momentan um die 35 Athleten aus verschiedenen Disziplinen – Ski alpin, Langlauf, Biathlon, Radfahren und Eiskunstlauf. „Neben olympischen Anwärtern versorgen wir natürlich auch den Nachwuchs“, sagt Anwander. Allen Sportlern steht dabei ein Team von Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten unter Leitung von Oberarzt Dr. Björn Michel zur Verfügung.

Michel selbst hat die Partnerschaft ins Rollen gebracht. Als ehemaliger deutscher Hockeynationalspieler und Weltmeister von 2002 ist er dem Spitzensport noch immer stark verbunden. „Solch Personal brauchen wir, damit die Kooperation klappt“ meint Klaus Pohlen, Leiter des Olympiastützpunktes Bayern mit Sitze in München.

Die Feinheiten der Zusammenarbeit hat er mit Bernward Schröter, Geschäftsführer des Klinikums, geklärt. „Wir werden ganz besonders starke Partner“ meint Pohlen. Auch an anderen Standorten in Bayern bestehen Kooperationen zu medizinischen Einrichtungen. Doch nur hier seien die Wege zwischen Trainingsgebieten wie dem Gudiberg oder der Kandahar und dem Krankenhaus so kurz. „Wir müssen dort in Bayern sein, wo besonderer Bedarf besteht“, urteilt Pohlen. Mit der großen Ski-alpin-Sektion treffe dies auf Garmisch-Partenkirchen ganz besonders zu. Der Vertrag für die Partnerschaft läuft erst einmal bis Ende des Jahres. „Wir müssen zunächst prüfen, ob alles so klappt, wie wir es uns vorstellen“ erklärt Pohlen. „Bisher sind wir aber nirgends wieder weggegangen.“


Martina Baumeister

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