Mit der Goldenen Ehrenplakette des Landkreises überrascht Landrat Anton Speer (r.) Professor Dr. Volker Bühren (2. v. r.) zum Abschied. Dessen Frau, Dr. Astrid Bühren, erhält Blumen von Klinikums-Geschäftsführer Bernward Schröter. foto: sehr

Emotionaler Festakt im Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Abschied von Professor Bühren: Der „Mann am Schalthebel“ geht

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Sichtlich gerührt hat Professor Dr. Volker Bühren den Abschied in den Ruhestand erlebt, den ihm Kollegen und Mitarbeiter am Klinikum Garmisch-Partenkirchen beschert haben. Insbesondere seine Verdienste um die Fusion mit der Unfallklinik Murnau wurden dabei hervorgehoben.

Garmisch-Partenkirchen – Er ist ein Nordlicht, ein Lutheraner. Einer, den man für unterkühlt, spröde halten könnte. Doch damit liegt man bei Professor Dr. Volker Bühren falsch. Insbesondere, wenn es um seine Patienten und seine Mitarbeiter geht, hat der 65-Jährige stets viel Herz bewiesen. „Deren persönliches Wohl war ihm stets wichtig“, betonte Professor Dr. Hans-Dieter Allescher, Ärztlicher Direktor am Klinikum. „Sie waren ein Kümmerer.“ Kein Wunder, dass der Chefarzt der Unfallchirurgie und Sportorthopädie am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, der zudem Ärztlicher Direktor der Unfallklinik Murnau (UKM) war, mit vielen persönlichen und vor allem emotionalen Worten in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Sie sind ein Vorbild“, bescheinigte ihm Dr. Andreas Thannheimer, sein Nachfolger im Kreiskrankenhaus. „Für ihren persönlichen Einsatz, aber auch für ihr strategisches Handeln.“

Dazu passend erinnerte Geschäftsführer Bernward Schröter an die Fusion der beiden Kliniken 2007. Die Väter dieses Zusammenschlusses waren neben Bühren auch Altlandrat Harald Kühn (CSU) und der frühere Geschäftsführer Wolfgang Türk. Einen großen Anteil zum Gelingen habe jedoch der gebürtige Niedersachse geleistet: „So ein Imperium, das von zunächst 2500 auf 3400 Mitarbeiter zum Jahresende angewachsen ist, mitten auf dem Land aufzubauen, ist enorm“, meinte Schröter. „Sie sind ein Netzwerker, der Architekt und Statiker dieses Konstrukts, eben der Mann am Schalthebel. Das wird es so nicht mehr geben.“ Ins gleiche Horn stieß Allescher, der sich noch gut an die frühere Konkurrenzsituation zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen erinnern konnte. Im Nachhinein betrachtet eine unverständliche Einschätzung: „Das war für beide Häuser schlecht, dabei passen sie doch ideal zusammen und haben tatsächlich kaum Schnittmengen.“

Die geglückte Fusion nennt Bühren „ein ideales Miteinander“. Die auch den Medizinern am UKM viel bringt. „Hier lernt man normales Krankenhaus, das ist sehr wichtig.“ Ein schöner Nebeneffekt seiner regelmäßigen – „zwei-, dreimal die Woche“ – Fahrten nach Garmisch-Partenkirchen für ihn war, „dass ich mir ein offenes Auto zugelegt habe“. Der Vollblut-Mediziner, dem alle Redner unisono Weitblick bescheinigten, hatte auch die Zukunft im Blick. Insbesondere verwies er auf die Initiative Trauma-Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), deren Ziel es ist, jedem Schwerverletzten in Deutschland rund um die Uhr die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. „Man muss unbedingt dafür sorgen, das Garmisch-Partenkirchen und Murnau dabei sind.“

Mit stehenden Ovationen würdigten seine Kollegen, Mitarbeiter des Klinikums und Kommunalpolitiker diesen verdienten Wissenschaftler, der sich „richtig gerührt“ zeigte. Über die Worte, den kleinen Film, der den „Cheftag“ mit einem Augenzwinkern wiedergab, und die vielen Geschenke: von der Goldenen Ehrenplakette des Landkreises über eine kleine Alpenüberquerung per Ballon, die Schröter überreichte, eine liebevoll dekorierte Torte von den Sekretärinnen, eine Eisstock-Szene aus Schokolade, mit der Betriebsratsvorsitzende Rosi Feldmann an gemeinsame Wettkämpfe erinnerte, bis zum Kurzurlaub in Südtirol, den Allescher namens der Chefärzte übergab.

„Es hat Freude gemacht, mit ihm zu arbeiten“, sprach Dr. Peter Gutsfeld, der bis 2015 als Leitender Oberarzt an Bührens Seite gewirkt hatte, allen aus der Seele. „Offen, kollegial und transparent“ beschreibt er das Miteinander. „Unter Professor Bühren ist die Unfallchirurgie in Garmisch-Partenkirchen zu einer Adresse geworden.“

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