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Mit großen Augen schaut der kleine Bernhard in die Welt. Er ist das erste Baby, das im Kreiskrankenhaus geboren wurde.

Bub wird zur Berühmtheit

Vor 50 Jahren: Er war das erste Baby, das im Klinikum Garmisch-Partenkirchen zur Welt kam

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Der 12. August war der Stichtag: Vor 50 Jahren wurden genau an diesem Tag die ersten Patienten im Kreiskrankenhaus Garmisch-Partenkirchen behandelt. Mit Bernhard Heiland erblickte an der Auenstraße das erste Baby das Licht der Welt.

Zeigt seine Baby-Bilder: Bernhard Heiland.

Garmisch-Partenkirchen – Fast wäre er ein echter Garmischer geworden. Einer der letzten, die im alten Krankenhaus an der St.-Martin-Straße geboren worden wären. Aber eben nur fast. Denn Bernhard Heiland hatte es nicht eilig, auf die Welt zu kommen. So geschah es, dass er zu einer kleinen Berühmtheit wurde. Einer, die schon kurz nach der Geburt mit Hilfe eines Kaiserschnitts hochrangigen Besuch empfing. Landrat Wilhelm Nau (CSU) und Sparkassenrat Hans Feser schauten bei seiner Mutter Ulrika vorbei – und brachten Geschenke mit. Unter anderem gab’s ein Sparbuch mit einer Einlage von 200 Mark. Das Baby stand im Mittelpunkt des Interesses am 12. August 1968, und auch in den Tagen danach. Kein Wunder, es war das erste Kind, das im neuen Kreiskrankenhaus an der Auenstraße geboren wurde.

So haben Bernhard Heiland und die Einrichtung, die seit 1999 Klinikum Garmisch-Partenkirchen heißt, an diesem Sonntag allen Grund zu feiern. Der Berufssoldat seinen 50. Geburtstag – ganz ruhig am Berg mit seiner Familie. Und das Krankenhaus den Tag, an dem die ersten Patienten im „Bau der Superlative“ behandelt wurden.

Geburt sorgte für Aufregung

Aus Erzählungen seiner Mutter weiß Heiland, dass seine Geburt für einige Aufregung gesorgt hat. Sie selbst habe davon wohl weniger mitbekommen, meint er. „Damals hatte sie erst einmal genug mit mir zu tun.“ Und mit sich nach dem Kaiserschnitt. Heiland selber dachte lange nicht mehr daran, welches Interesse er vor 50 Jahren hervorgerufen hatte. „Erst bei der Geburt meiner Tochter, die im Oktober zwölf Jahre alt wird, ist es mir wieder bewusst geworden“, sagt er. Und wenn einer seiner Schützen-Kameraden schmunzelnd behauptet, ein waschechter Partenkirchner zu sein. Ein Ding der Unmöglichkeit, da dieser fünf Monate älter als Heiland und damit ein Garmischer Kindl ist.

Das neue Kreiskrankenhaus ist im Juli 1968 feierlich eingeweiht worden. Erste Patienten werden ab dem 12. August an der Auenstraße behandelt.

Während Heiland an diesem Sonntag feiert, lässt sich das Klinikum noch etwas Zeit. Erst nach den Sommerferien am 15. September findet ein Tag der offenen Tür statt. Dabei rücken auch einige Zahlen in den Fokus, die das Haus ausmachen. Seit der Eröffnung haben 30.194 Mädchen und Buben an der Auenstraße das Licht der Welt erblickt. 711.503 Patienten wurden in den vergangenen 50 Jahren im Klinikum behandelt. Ihre Verweildauer hat sich im Lauf der Zeit drastisch reduziert: 1968 waren es 29 Tage im Schnitt, 25 Jahre später dann 12 und heute 6 Tage, die sie auf einer der verschiedenen Stationen bleiben. 

In 18 Fachabteilungen wird ihnen mittlerweile geholfen – zu Beginn waren es 4. „Das Klinikum ist stetig gewachsen“, sagt Geschäftsführer Bernward Schröter. Das belegen auch die Mitarbeiterzahlen – los ging’s mit 262, darunter 30 Ärzte und 99 Krankenschwestern. Heute sind’s 1369, davon 215 Mediziner und 513 Pflegekräfte. Aus dem Haus, das für 42 Millionen Mark an der Auenstraße errichtet wurde und das bei der Eröffnung durch seine technischen Errungenschaften begeisterte, ist ein „herausragender Leistungsträger der regionalen und überregionalen Daseinsvorsorge“ geworden. Das bescheinigt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Einrichtung, in die seit ihrer Eröffnung 181 Millionen Euro geflossen sind. „Wir stehen auf sehr stabilen Füßen“, sagt Schröter. Darauf ist er stolz. Darauf können aber auch Garmisch-Partenkirchen und der gesamte Landkreis als Träger stolz sein.

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