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Kartoffeln schälen und Gemüse putzen: (v. l.) Gaby Seibert, Annemie Ginter, Gisela Strauß, Brigitte Gattinger und Leni Megele bei den Vorbereitungen für die Fastensuppe. 

180 Portionen werden zubereitet

Fastensuppe für den guten Zweck

Seit 15 Jahren bereiten die Garmischer Kolpingfrauen eine Fastensuppe zu. Mit dem Erlös unterstützen sie Projekte im Ausland. Ein Teil des Geldes kommt aber auch den Garmischer Schulen zugute.

Garmisch-Partenkirchen – Wer gesund essen, seinen Glauben leben und sogar noch die Gewissheit mitnehmen möchte, dabei Gutes zu tun, der sollte kommenden Sonntag, 12. März, die eigene Küche kalt lassen und das Mittagessen im Kolpingheim, Promenadestraße 13, einnehmen. Bereits zum 25. Male kochen die Garmischer Kolpingfrauen eine schmackhafte Fastensuppe. Und die ist, mit einer Scheibe frischem Bauernbrot genossen, sehr beliebt. „Viele kommen gleich mit eigenen Gefäßen und holen mehrere Portionen für die Familie nach Hause“, sagt Gabi Seibert.

Sie und ihr Team bereiten auch heuer wieder 180 Portionen zu. Da heißt es für die fleißigen Frauen rechtzeitig einkaufen, dann Kartoffeln schälen und Gemüse putzen. Ehrenamtlich alles, versteht sich, „denn wir wollen ja Gutes tun“. Unterstützt wird ihre Aktion seit vielen Jahren von Obst- und Gemüsehändler Michael Neumeyer, der ihnen die 35 Kilo Kartoffeln, sechs Kilo Mohrrüben, zehn Stangen Lauch, drei Selleriestauden, die sechs Petersilienwurzeln und sieben Bund Schnittlauch für die Fastensuppe zum Einkaufspreis überlässt.

Idee stammt von Pfarrer Franz Sand

Entstanden ist das Fastensuppen-Kochen auf Anregung des damaligen Pfarrers von St. Martin, Franz Sand. „Er kam von einer Reise aus Nkandla in Südafrika zurück, wo er die Missionsstation der Mallersdorfer Schwestern besucht hatte. Die hungernden Kinder und das Engagement des Ordens, die Not etwas zu lindern, hatten ihn tief berührt“, erinnert sich Dietgard Mayer, Missionsbeauftragte der Kolpingsfamilie Garmisch. „Es war uns ganz klar, dass wir helfen, finanzielle Unterstützung leisten müssen.“ Einen Kleidermarkt, den die inzwischen verstorbene Grete Sontheim initiiert hatte, gibt es seit 1979 bereits. Er wird inzwischen als Trödelmarkt weitergeführt. Aus dessen Erlös wurden Kinder-Hilfsprojekte in Rumänien, der Ukraine und Bolivien unterstützt.

Eine weitere Idee musste her, die des Fastensuppenverkaufs. Und sie funktionierte. Die vergangenen 15 Jahre wird die Suppe von Gabi Seibert und ihrem Team frisch zubereitet. Ab sieben Uhr morgens schälen und schneiden ihre vier Helferinnen, was das Zeug hält, während sie selbst alles andere vorbereitet. In fünf großen Töpfen wird dann gekocht und nach der Sonntagsmesse, gegen 11 Uhr, beginnt der Verkauf. Schönster Lohn ist es für Seibert, wenn es wieder heißt, dass es gut geschmeckt hat. Drei Euro kostet eine Portion inklusive einer Scheibe Brot. Über 500 Euro kommen so zusammen und ergänzen das Einnahme-Budget aus dem parallel stattfindenden Trödelmarkt und dem Eine-Weltladen-Verkauf.

„Außer den genannten Projekte im Ausland unterstützen wir auch das Caritas-Kinderdorf in Irschenberg und unsere Garmischer Grundschulen“, sagt Mayer. Der Wunsch nach einer Tischtennisplatte für den Schulhof in der Burgstraße kann so ebenfalls erfüllt werden wie die Realisierung eines Ruheplatzes im Pausenhof der Burgrainer Grundschule und die Bitte um eine finanzielle Zuwendung für bedürftige Kinder beim Schulausflug an der Gröbenschule. Ein Teller Fastensuppe kann also eine Menge bewirken.

Kartoffelsuppe zur Fastenzeit - das Rezept für vier Personen:

1/4 Knollensellerie, 1 Petersilienwurzel, 2 Karotten, 750 g Kartoffel mehlig kochend, 1/2 Stange Lauch. Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel, Muskatnuss und eine Prise Chili. Gemüse würfeln, Lauch in Ringe schneiden und mit einem Liter Gemüsebrühe 40 Minuten kochen. Gemüse mit Stampfer passieren, mit Gewürzen abschmecken, eventuell noch mit Stabmixer durchgehen und mit frischem Schnittlauch garnieren. Eine Scheibe frisches Bauernbrot dazu serviert, rundet die Mahlzeit ab.

Margot Schäfer

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