+
Hundeklo: Abfalleimer für die Tüten.

Dann wird Bußgeld fällig

Kommt in Garmisch-Partenkirchen die DNA-Datenbank für Hundekot?

Es ist ein Aufregerthema in Garmisch-Partenkirchen: der Hundekot, der von den Herrchen nicht entfernt wird. Jetzt prüft die Gemeinde eine Möglichkeit, wie man diesen auf die Schliche kommen könnte.

Garmisch-Partenkirchen – Es klingt fast nach einem Scherz, ist aber wahr. Einige Gemeinden im Freistaat überlegen, eine DNA-Datenbank für Hundekot einzurichten. Wo auch immer ein Vierbeiner sein Geschäft verrichtet und Herrchen es nicht bereitwillig entfernt, könnte somit ermittelt werden, wem das Tier gehört und eine entsprechende Bußgeldzahlung fällig sein.

Mit diesem Gedanken spielt auch die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen. Mitarbeiter des Rathauses hinterfragen aktuell die Umsetzbarkeit eines solchen Datenspeichers. „Wir prüfen gerade Aspekte wie Kosten und Aufwand“, sagt Ute Leitner, Sprecherin des Rathauses.

Den Stein ins Rollen gebracht hat Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) selbst. „Als Erholungsort ist die Natur ein wichtiges Thema für uns.“ Die Sauberkeit von Straßen, Wanderwegen und Wiesen also ihr zufolge daher ein zentraler Punkt. „Fast noch wichtiger als in jeder Stadt“, meint Meierhofer.

Manche Plätze im Ort sind nachweislich von solchen tierischen Verunreinigungen verschmutzt: Der Rasenschnitt im Kurpark ist derart kontaminiert, dass er nicht einmal mehr für die Biogasanlage geeignet ist.

Leitner begegnet auch immer wieder Beschwerden von Müttern, die über Exkremente auf Spielplätzen klagen. Vereinzelte Reklamationen, aber es gibt sie. Immerhin ist Hundekot nicht einfach nur unappetitlich, es tummeln sich eine Vielzahl an Parasiten und Krankheitserregern darin.

Die Rathaussprecherin verweist in diesem Zusammenhang auf die Satzungen der Marktgemeinde: sämtliche öffentliche Straßen und Plätze sowie Grünanlagen darf der Bürger nicht verunreinigen.

Ein Ort in Bayern, der den ersten Schritt gegangen ist, derartige Verschmutzungen auf seinen Straßen entgegenzuwirken ist Rödelsee (Landkreis Kitzingen).

Ab 1. Januar 2019 tritt in der Gemeinde in Unterfranken ein Bonussystem für vorbildliche Herrchen ein. Wer den Hundekot seines Vierbeiners freiwillig in einer Datenbank erfassen lässt, demjenigen wird die Hälfte der Hundesteuer erlassen. „Die Gemeinde bezuschusst diese Maßnahme entsprechend“, sagt Burkhard Klein, Bürgermeister in Rödelsee. „Im Gemeinderat haben zunächst viele mit Unverständnis auf den Vorschlag reagiert, letztlich wurde er aber trotzdem angenommen.“

Die Überlegungen zu einer DNA-Datenbank für Hundekot ist in Garmisch-Partenkirchen noch recht frisch. Eine reine Rathaus-interne Angelegenheit also. „Vielleicht führen unsere Recherchen bereits in zwei Wochen zu dem Ergebnis, dass wir das Projekt nicht weiter verfolgen“, sagt Leitner. 

Martina Bräu

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dachs beschädigt Gräber am Garmischer Friedhof - so will man das Problem beheben
Ein Dachs tobt sich derzeit am Garmischer Friedhof aus. Jetzt reagiert die Gemeinde und gibt Tipps. 
Dachs beschädigt Gräber am Garmischer Friedhof - so will man das Problem beheben
Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus: Gemeinderat erfüllt Wunsch der Mitarbeiter 
Es war ein eindeutiges Ergebnis des Gemeinderates. Das Gremium hat entschieden, dass das Personal von GaPa-Tourismus auch künftig im Tarifvertrag bleibt. 
Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus: Gemeinderat erfüllt Wunsch der Mitarbeiter 
Digitalisierungsoffensive im Landkreis: Unabhängig von Zeit und Raum
Lediglich zehn Prozent der Isartaler Vermieter sind im Internet buchbar. Eine neue Online-Offensive der Zugspitz Region soll das jetzt ändern. Beim zweiten Tourismustag …
Digitalisierungsoffensive im Landkreis: Unabhängig von Zeit und Raum
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft
Das Hickhack um die künftige Gastronomie in der Murnauer Staffelsee-Bucht schlug hohe Wellen. Nun haben sich die Wogen geglättet. Die Marktgemeinde unternimmt einen …
Neustart: Suche nach Kioskbetreiber läuft

Kommentare