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Der AfD-Kreisvorsitzende spricht von „Hinweisen auf Falschauszählung“.

Die Rathausverwaltung widerspricht

AfD wittert Wahlbetrug und fordert Neuauszählung

  • Peter Reinbold
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Bei der Alternative für Deutschland (AfD) ist bei der Kommunalwahl kaum etwas so gelaufen wie erhofft. Dafür sucht sie einen Schuldigen und findet ihn in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen. Sie will Hinweise auf Falschauszählung von AfD-Stimmen haben. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Alternative für Deutschland (AfD), die bei der Kommunalwahl am 15. März in Garmisch-Partenirchen nicht so erfolgreich abgeschnitten hat wie selbst erhofft, wittert Wahlbetrug. In einem Brief an Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und in einer Pressemitteilung spricht AfD-Kreisvorsitzender Helmut Filser „von Hinweisen auf eine Falschauszählung der AfD-Stimmen“. Die Rechtsaußen-Partei geht davon aus, dass es insbesondere beim Ergebnis von Albert Grasegger, der für die AfD angetreten war, aber unmittelbar nach der Wahl zur Bayernpartei wechselte, Unstimmigkeiten gibt.

Was Filser moniert: Er selbst und Heiner Zann hätten die meisten Stimmen, die für die AfD-Kandidaten abgegeben worden waren, zunächst auf sich vereinigt. Dann soll es ganz plötzlich, so will der AfD-Kreischef erfahren haben, einen extrem starken Anstieg zugunsten von Albert Grasegger gegeben haben. Den bestätigt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner nach Rücksprache mit Wahlleiter Thomas Bader und liefert auch gleich eine Erklärung mit. „Die meisten Briefwähler haben sich für Herrn Grasegger entschieden. Daraus resultiert der Sprung.“ Die Verwaltung lehnt eine Neuauszählung, die die AfD beantragt hatte, ab. Das hat Bader der AfD in einem Brief unmissverständlich mitgeteilt. „Herr Filser konnte keine Beweise vorbringen“, sagt Leitner. Ob die AfD die Meinung des Rathauses akzeptiert, stand am Freitag noch nicht fest. „Wir haben noch nichts erhalten. Somit kann ich dazu noch nichts sagen“, erklärt Filser per E-Mail.

Graseggers Wechsel zur Bayernpartei - eine „Schweinerei“

Neben Garmisch-Partenkirchen will die AfD auch in Oberau Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung festgestellt haben. Die Zeugin kann Filser zufolge bestätigen, dass Stimmen für die AfD „unterschlagen“ wurden. Oberaus Bürgermeister Peter Imminger (CSU) kann zu diesen Vorwürfen keine Stellung nehmen. „Davon ist mir nichts bekannt.“ Imminger weist darauf hin, dass die AfD für den Oberauer Gemeinderat gar nicht kandidiert hat.

Die AfD hat immer noch schwer daran zu knabbern, dass Albert Grasegger die Partei verlassen und seine neue politische Heimat bei der Bayernpartei gefunden hat. Graseggers Abgang läuft bei der AfD unter der Überschrift „Mandatsklau“. „Ich bin sehr enttäuscht über die Schweinerei, die Grasegger hier abzieht“, sagt Filser. „Wir haben Wahlkampf für ihn gemacht, wir haben Plakate aufgehängt und Flyer verteilt. Unser Kreisverband hat dafür die Kosten übernommen. Und dann verrät uns Grasegger. Das hätte ich nie gedacht, denn ich kenne ihn seit Jahrzehnten als ehrlichen Menschen.“ Filser geht davon aus, dass Grasegger von Mitgliedern anderer Parteien zu dieser Entscheidung gedrängt wurde. „Aber auch das würde den Verrat am AfD-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen nicht rechtfertigen.“Zwischen Filser und Grasegger herrscht Funkstille. Der Neu-Bayernpartei-Gemeinderat lehnt Filser zufolge jede Kontaktaufnahme ab.

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